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Fake Attacke gegen Bündnis 90/Grüne in Donauwörth/Donau-Ries: zwei gefälschte Plakate an Schaufenster.
© Screenshot / BR
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Fake Attacke gegen Bündnis 90/Grüne in Donauwörth/Donau-Ries: zwei gefälschte Plakate an Schaufenster.

Der "weiße Deutsche Mann“ solle sterben, Nazis "mit allen Mitteln“ bekämpft werden. So war es auf zwei Plakaten zu lesen – angebracht auf den Schaufenstern der Grünen Donauwörth. Dabei handle es sich um "Fälschungen“ sagt die hörbar empörte Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer dem Bayerischen Rundfunk.

Grüne sprechen von Fälschungen

Eva Lettenbauer, Mitglied im Fraktionsvorstand der Grünen, hat ihren Wahlkreis in Donau-Ries. Das Büro in Donauwörth ist auch ihr Wahlkreisbüro. Die beiden Plakate seien "nicht von den Grünen“ an den Schaufenstern angebracht worden, so Lettenbauer. Noch am Mittwochabend wurden die Plakate von Mitarbeitern des Ordnungsamtes abgenommen. Ein Foto, das die Plakate zeigt, muss zuvor aufgenommen worden sein. Es verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken, wo es nicht als "Fake“, also als Fälschung, erkennbar war.

Plakate von außen an Scheiben angebracht

Dafür, dass es sich um einen Fake handelt, spricht auch, dass die Plakate von außen an die Schaufenster angebracht wurden. Die anderen Plakate der Grünen in den weiteren Schaufenstern sind von innen befestigt. Laut Lettenbauer hat das Büro Anzeige bei der Polizei erstattet. Zum einen wegen widerrechtlichem Anbringen von Plakaten, zum anderen versuchen die Grünen eine Unterlassung zu erzwingen – das Foto mit den gefälschten Plakaten soll im Netz nicht weiterverbreitet werden dürfen. Ob das gelingt, ist unklar. Schon jetzt haben die Fotos mehrere hundert Retweets und verbreiten sich weiter schnell in sozialen Netzwerken.

Fake-Plakate verbreiten sich rasend schnell auf Twitter

Fake-Plakate verbreiten sich rasend schnell auf Twitter

Anzeigen bei der Polizei - Ermittlungen mittlerweile bei KriPo

Die Polizei in Donauwörth bestätigt BR24 die Angaben von Lettenbauer, auch die Beamten gehen von einer Fälschung aus und sehen volksverhetzende Inhalte. Die Anzeigen wurden mittlerweile an die Kriminalpolizei in Dillingen weitergeleitet. Dort beschäftigt sich die Abteilung Staatsschutz mit dem Fall. Der Staatsschutz ermittelt bei politischen Straftaten. Derzeit laufen die Ermittlungen "in alle Richtungen".

Zu den Ermittlungen selbst äußert sich die zuständige Behörde nicht. Auch Eva Lettenbauer hat keine Vermutung, wer die Plakate angebracht haben könnte. Sie sagte, dass es der "erste Fall" in Donauwörth sei, bei dem die Grünen Opfer von Diffamierung wurden.