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Bildrechte: BR/Bastian Kellermeier

Während sich noch im Sommer die Pizzaschachteln in der Regensburger Innenstadt stapelten, türmen sich jetzt im Winter die to-go-Becher in den Mülleimern. Dabei gäbe es viele nachhaltige Alternativen, den Verbrauch von Einwegbechern zu reduzieren.

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To-Go-Becher fluten Mülleimer: Geht das nicht nachhaltiger?

Während sich noch im Sommer die Pizzaschachteln in der Regensburger Innenstadt stapelten, türmen sich jetzt im Winter die to-go-Becher in den Mülleimern. Dabei gäbe es viele nachhaltige Alternativen, den Verbrauch von Einwegbechern zu reduzieren.

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Von
  • Zara Kroiß
  • BR24 Redaktion

Die Menge an Verpackungsmüll stieg im vergangenen Corona-Jahr enorm. Auch dass die Menschen in Zeiten des Lockdowns statt in Cafes zu sitzen viel Spazierengehen, fördert das Müllproblem nochmal immens. Viele Spaziergänger holen sich hierbei einen coffee to go im Pappbecher hinzu. Dabei gebe es viele nachhaltige Alternativen, sein Heißgetränk zu transportieren. Gründe, warum der Pappbecher dennoch immer noch sehr präsent ist, gibt es viele.

Einwegbecher sind bequem

Wegwerfbecher sind immer noch allgegenwärtig und das obwohl sie für die Umwelt ein großes Problem darstellen. Sie lassen sich sehr schlecht recyceln. Oft werden sie sogar achtlos weggeworfen und verschandeln so Parks, Gewässer und Wälder. Warum setzen wir dennoch meist auf Kaffee aus dem Wegwerfbecher? Dr. Regina Elsner vom Amt für Umwelt in Regensburg hat dafür eine ganz einfache Erklärung: Faulheit. Sie sagt, die Menschen wollen es immer so einfach wie möglich haben, "nämlich mitnehmen und dann irgendwo in den nächsten Eimer schmeißen und sich darüber keine Gedanken machen, ob das der richtige Weg ist."

34 Pappbecher pro Einwohner und Jahr

Das zeigt auch eine BR-Umfrage in der Regensburger Innenstadt. Auch hier setzt immer noch die Mehrheit der Leute auf coffee to go im Einwegbecher. Allein 2019 wurden durchschnittlich pro Einwohner und Jahr rund 34 Pappbecher verbraucht. Auf die Frage, warum sich die Regensburger für einen Wegwerfbecher entschieden haben, antwortet ein Teil der Befragten, es sei praktisch oder man habe nicht darüber nachgedacht. Anderen kam spontan die Idee einen Kaffee zu trinken, weshalb sie deshalb keinen eigenen Thermobecher bei sich trugen. Auch bieten Cafés in Corona-Zeiten ausschließlich coffee-to-go-Becher an, teilweise nur in Pappbechern, weshalb vielen keine andere Wahl bleibt als der Einwegbecher.

Alternative: RECUP-Becher

Maximilian Türk hat den Spieß deshalb umgedreht. Bei ihm im Café Mokka Bar gibt es Heißgetränke ausschließlich in Mehrwegbechern, sogenannten RECUP-Bechern. Für einen Euro Pfand erhält man den recycelbaren Becher ausgeliehen und kann ihn später - wenn der Kaffee ausgetrunken ist - in einem beliebigen Café mit "RECUP"-Option wieder gegen den Euro umtauschen.

Einweg ist in den Augen des Café-Betreibers in der heutigen Zeit nicht mehr aktuell. Dafür nimmt er sogar in Kauf, dass er Kunden wegschicken muss: "Letztens war eine Dame aus China da, die sagte 'Ich mag nur Einwegsachen wegschmeißen', aber dann muss sie halt woanders hingehen." Dabei handle es sich allerdings um Ausnahmen. Die meisten seiner Kunden fänden das Konzept "RECUP" gut, da es kostenfrei ist und öfter verwendet werden kann.

Wegen Corona: Cafés dürfen mitgebrachte Becher nicht annehmen

Neben Bequemlichkeit ist auch die Corona-Krise Schuld an dem Verpackungsmüll. Becher von Zuhause dürfen aus hygienischen Gründen derzeit in Cafés nicht angenommen werden, aus Angst die Mehrwegbecher könnten Viren übertragen. Das Umweltamt ging dagegen vor - vergeblich. Elsner empfiehlt daher, man solle mit seinem Mehrwegbecher das Café seines Vertrauens aufsuchen und es dort versuchen. "Nichtsdestotrotz kann jeder Caféhaus-Betreiber den Kaffee in den Mehrwegbecher abfüllen, indem er erst den Kaffee in die Tasse füllt und dann am Tresen in den Mehrwegbecher des Kunden einfüllt. Diese Variante besteht immer", rät Elsner.

Mehrwegpflicht ab 2023

Zumindest das Problem, dass Cafés keine Mehrwegbecher anbieten, löst sich schon bald in Luft auf. Ab 2023 sind Restaurants, Bistros und Cafés verpflichtet, ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anzubieten.

💡 Pappbecher sind Service-Verpackungen nach dem Verpackungsgesetz und in der Papiertonne zu entsorgen, wenn diese leer sind. Pauschal werden in Regensburg rund 3.800 Tonnen Verpackungsabfälle aus Papier abgerechnet. Dies sind etwa 30 Prozent der gesammelten Papier, Pappe und Kartonagen aus dem Stadtgebiet.

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