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Der Landkreis Tirschenreuth hat sich vom Hotspot zur Region mit den bayernweit wenigsten Neuinfektionen entwickelt.

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Tirschenreuth: erst Hotspot, jetzt niedrigster Wert in Bayern

Der Landkreis Tirschenreuth weist mit einem Inzidenzwert um 75 den niedrigsten Inzidenzwert Bayerns auf. Da der Freitag Stichtag für die Schulöffnungen ist, dürfen am kommenden Montag Schulen und auch Kindergärten öffnen.

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Von
  • Anne Axmann
  • BR24 Redaktion
  • Christoph Röder

Erstmals im Jahr 2021 liegt die 7-Tages-Inzidenz in der einstigen Hotspot-Region Tirschenreuth drei Tage hintereinander unter 100. Das Robert Koch-Institut meldet für Freitag einen Wert von 75 Infizierten pro 100.000 Einwohner. Das ist aktuell der niedrigste Wert in Bayern. Ab kommenden Montag dürfen also Schulen und Kindergärten öffnen. Ausschlaggebend hierfür ist der Inzidenzwert an einem Freitag. Und: Weil die Inzidenz drei Tage unter 100 lag, kann im Einzelhandel nach dem Prinzip "Click & Meet" ohne negativen Corona-Test eingekauft werden. Steigt der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, dann fällt diese Möglichkeit wieder weg.

Präsenz-oder Wechselunterricht mit Testpflicht ab Montag

In allen Schulen und Klassen findet Präsenzunterricht statt, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, ansonsten Wechselunterricht, so heißt es vom Landratsamt Tirschenreuth. Zusätzlich gilt die Testpflicht. Die Kindertageseinrichtungen können öffnen, sofern die Betreuung in festen Gruppen erfolgt, so das Landratsamt weiter.

Regelung gilt bis Freitag in einer Woche

Die Einstufung gilt für die komplette nächste Kalenderwoche. Damit soll ein tägliches Hin und Her zwischen Schulöffnungen und -schließungen in einer Region vermieden werden. Für die Schulen gilt anders als etwa für den Einzelhandel allein der Freitagswert. Tirschenreuth war in der ersten und zweiten Corona-Welle lange Zeit Hotspot Region in Bayern und ganz Deutschland. Die Zahlen sinken nun aber seit Wochen in der Region langsam nach unten.

Landrat bittet weiter um Disziplin

Landrat Roland Grillmeier mahnt dennoch zur Vorsicht: "Ich setze mich weiter für vorsichtige Öffnungsschritte ein. Die Entwicklung im Landkreis der letzten Wochen hat gezeigt, dass man sich selbst ein Stück mit Engagement, Disziplin und Einsatz herausarbeiten kann." Grillmeier bittet aber auch weiter um Disziplin, sonst "kann uns in einigen Wochen wieder eine Situation drohen, wie sie derzeit in vielen Regionen mit steigenden Fallzahlen stattfindet", so heißt es in einer Pressemitteilung des Landrats.

Niedrige Inzidenz: Wohl kein Zusammenhang mit Immunitätsquote

Für einen Zusammenhang zwischen der niedrigen Inzidenz im Landkreis und einer möglicherweise erhöhten Immunitätsquote der Tirschenreuther Bevölkerung lägen ihm keine Daten vor, sagte Grillmeier dem BR. "Dann hätten wir im Januar und Februar nicht diese hohen Fallzahlen gehabt, das lässt sich so nicht herleiten", sagte Grillmeier dem BR. Tirschenreuth war der bundesweit am stärksten von der ersten Welle der Corona-Pandemie betroffene Landkreis. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung war dort vom Bayerischen Wissenschaftsministerium eine Studie in Auftrag gegeben worden, die Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg durchführen. Dabei wurden Tausende Bürger mehrfach auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet. Ein in dieser Woche veröffentlichter Zwischenstand hatte dann ergeben, dass im Frühjahr 2020 80 Prozent der Coronainfektionen nicht erkannt worden waren.

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Der Landkreis Tirschenreuth weist mit einem Inzidenzwert um 75 den niedrigsten Inzidenzwert Bayerns auf. Da der Freitag Stichtag für die Schulöffnungen ist, dürfen am kommenden Montag Schulen und auch Kindergärten öffnen.

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