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Tiroler Fahrverbote: Gut 1.000 Autofahrer zurückgeschickt | BR24

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Bilanz nach dem ersten Wochenende der Tiroler Fahrverbote: Am Samstag und Sonntag schickten Beamte an Autobahnausfahrten im Raum Innsbruck insgesamt mehr als 1.000 Fahrzeuge auf die Autobahn zurück.

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Tiroler Fahrverbote: Gut 1.000 Autofahrer zurückgeschickt

Bilanz nach dem ersten Wochenende der Tiroler Fahrverbote: Am Samstag und Sonntag schickten Beamte an Autobahnausfahrten im Raum Innsbruck insgesamt mehr als 1.000 Fahrzeuge auf die Autobahn zurück.

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In Tirol hat die Polizei am Wochenende die neuen Fahrverbote auf Ausweichstrecken entlang der Brenner- und Inntalautobahn durchgesetzt. Die Beamten verwiesen am am Samstag und Sonntag insgesamt mehr als 1.000 Verkehrsteilnehmer im Großraum Innsbruck und im Wipptal zurück auf die Autobahnen oder Brennerbundesstraße. Bei der Ausfahrt Nösslach Richtung Norden wurden am Samstag innerhalb von vier Stunden 350 Fahrzeuge zurückverwiesen, am Sonntag bei der Ausfahrt Mühlbachl ebenfalls mehrere hundert Fahrzeuge.

Tiroler Landeshauptmann: "Deutlich spürbare Entlastung"

Tirols Landeshauptmann Günther Platter zog am Sonntagabend eine positive Bilanz: "Die Fahrverbote wirken. Wir verzeichnen bereits eine deutlich spürbare Entlastung in den betroffenen Tiroler Gemeinden."

"Die positiven Rückmeldungen seitens der Menschen in den betroffenen Ortschaften bestärken uns darin, dass wir mit diesem Schritt eine Punktlandung gemacht haben. Nicht nur hinsichtlich der Sicherheit, sondern auch in Sachen Gesundheit und Umwelt: Die Tirolerinnen und Tiroler können in den betroffenen Gemeinden wieder 'auf- und einatmen'." Günther Platter

Aufzeichnungen werden ausgewertet

Die Ortsdurchfahrten seien wieder passierbar und die Verkehrs- und Versorgungssicherheit sei gegeben. "Genau das ist unser Ziel", so Platter, der sich für das kooperative Verhalten bei allen einheimischen und ausländischen Verkehrsteilnehmern bedankt. Alle Aufzeichnungen würden nun ausgewertet. Platter machte deutlich, dass er an den Fahrverboten auf Landstraßen an verkehrsträchtigen Tagen festhalten will. Am Samstagabend hatte Platter im Bayerischen Rundfunk angekündigt, die Fahrverbote auf Landstraßen auf die Bezirke Kufstein und Reutte ausdehnen zu wollen.

Söder fordert Klage gegen österreichischen Nachbarn

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte im "Münchner Merkur" das Vorgehen Tirols scharf kritisiert. Die Maßnahme erschwere massiv die Reisefreiheit in der EU. Er forderte eine Klage gegen die Nachbarn.

Fahrverbote an Wochenenden bis Mitte September

Durchreisende dürfen ab sofort bis Mitte September jeweils samstags ab 7 Uhr bis sonntags um 19 Uhr an den Autobahnausfahrten zwischen Hall in Tirol und Zirl auf der Inntalautobahn A12 sowie zwischen Gries am Brenner und Patsch auf der Brennerautobahn A13 in beiden Richtungen nicht mehr abfahren. Die Brennerbundesstraße B182 ist nicht mit einem Verbot belegt. Mit den Fahrverboten will das Land Tirol verhindern, dass Autofahrer bei Stau oder zur Umgehung der Maut auf Nebenstrecken durch die immer stärker belasteten Dörfer ausweichen. "Wir schützen damit unsere Bevölkerung und Gäste vor Ort, während Durchreisende ihren Weg auf der dafür vorgesehenen Route fortsetzen können", sagte Platter. In- und Ausländer müssten sich gleichermaßen an die Verbote halten. Die Brennerautobahn ist eine der wichtigsten Strecken für Urlauber auf dem Weg von und nach Italien. Manche Autofahrer versuchen, Stau und Maut zu umfahren - die Blechlawine wälzt sich durch die geplagten Tiroler Dörfer.