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Die Internet-Plattform TikTok ist für Trends bekannt. Eine aktuelle Challenge hat hohe Kosten an einem Würzburger Gymnasium verursacht: Die Schüler versuchen Stühle mit den Gummibändern ihrer Coronaschutzmaske zu zersägen.

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Ärger über TikTok-Trend: Schüler sägen Stühle mit Coronamaske an

Ein Trend auf der Internet-Plattform TikTok verursacht hohe Kosten an Schulen: Weltweit beschädigen Schüler ihre Stühle – mit den Gummibändern ihrer Coronamasken. Allein an einem Würzburger Gymnasium sind nun 25 Stühle kaputt.

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Von
  • Patrick Obrusnik
  • BR24 Redaktion

Kaputte Stühle, damit haben auch verschiedene Schulen in Unterfranken zu kämpfen. Grund dafür ist ein aktueller TikTok-Trend. Auf der Plattform sieht man Schüler verschiedenster Nationen, wie sie mit den Bändern der Corona-Masken Stühle kaputt machen. Im Würzburger Wirsberg-Gymnasium wurden die Eltern per Brief über die Sachbeschädigungen informiert. Auch weitere Gymnasien haben dem BR angesägte Stühle bestätigt.

Kunststoffstuhl mit Zeit und Kondition bearbeitet

"Wir sind alles andere als amused", sagt Michael Schmitt, der Schulleiter des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg, im BR-Interview. Demnach wurden bisher 25 kaputte Stühle festgestellt. Dass man mit Gummibändern von Corona-Masken Stühle ansägen kann, wäre auch für die Schulleitung neu gewesen: "Wir sind überrascht und tatsächlich ein stückweit fasziniert davon, dass man das tatsächlich machen kann", so der Schulleiter.

Sobald man die erste Kerbe eingesägt habe, komme man offensichtlich bei einem Kunststoffstuhl relativ leicht voran: "Aber es braucht schon ein bisschen Kondition und Zeit."

Stühle während den Pausen angesägt

Schulleiter Schmitt sagt, die Stühle seien nicht im Unterricht angesägt worden, sondern zwischen den Stunden und in den Pausen: In Corona-Zeiten seien die Klassenzimmer weitgehend für die Schülerschaft offen zugänglich. Etwa 20 Personen seien ermittelt worden – vor allem Schüler aus der 8. Jahrgangsstufe, einige Mädchen seien auch dabei, so der Deutschhaus-Schulleiter.

Bei Befragungen zeigten die Betroffenen demnach "große Einsicht und Reue" und erklärten, sie hätten aus Neugier gehandelt und beim Ausprobieren nicht daran gedacht, dass "so ein Stuhl 80 bis 100 Euro kostet".

Schüler sollen sich sozial engagieren

Der Sachaufwandsträger, der Landkreis Würzburg, wird wohl auf dem Schaden sitzen bleiben, vermutet Deutschhaus-Chef Schmitt: "Die Tatsache, dass die Schüler das gemeinschaftlich – zu dritt oder viert, und jeder nur einen Zentimeter – gemacht haben, das zeigt ja schon, wie problematisch es ist, irgendeinen Schadenersatz von den Eltern einzufordern".

Es gebe aber die Überlegung, dass die Stuhlsäger eine "sozialrelevante Tätigkeit für die Schulgemeinschaft" übernehmen sollten. Es gebe ja zum Schuljahresende diverse Gemeinschaftsveranstaltungen, wie etwa das Sportfest. "Wir sind festen Willens, die Damen und Herren da ein bisschen arbeiten zu lassen." Abschließend sagt Direktor Michael Schmitt, er wäre schon "sehr glücklich, wenn das Sägen nun ein Ende hätte."

© BR/ Jürgen Gläser
Bildrechte: Deutschhaus-Gymnasium Würzburg

Auf der sozialen Plattform TikTok ein Trend, für Schulleiter wird dieser Trend allerdings teuer: Weltweit beschädigen Schüler ihre Stühle - mit den Gummibändern ihrer Coronamasken. An einem Würzburger Gymnasium sind so jetzt 25 Stühle kaputt.

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