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Tierversuche werden in Bayern fast immer genehmigt | BR24

© BR/Lorenz Storch

Bayern hat 2018 alle Anträge für Tierversuche genehmigt. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD hervor. SPD-Umweltexperte Florian von Brunn vermutet deshalb Gleichgültigkeit der Staatsregierung gegenüber Tierversuchen.

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Tierversuche werden in Bayern fast immer genehmigt

Bayern hat 2018 alle Anträge für Tierversuche genehmigt. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine SPD-Anfrage hervor. SPD-Umweltexperte von Brunn vermutet Gleichgültigkeit bei den Behörden, die Regierung von Oberbayern weist das zurück.

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In Bayern ist im vergangenen Jahr kein Tierversuch abgelehnt worden und auch in den Jahren zuvor wurden fast alle Anträge genehmigt. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Landtagsanfrage der SPD hervor. Wie viele Tiere im Freistaat für wissenschaftliche und medizinische Versuche verwendet werden, wird statistisch nicht erfasst - genauso wenig, wie viele dabei ihr Leben lassen.

Tierversuche: Nur drei Anträge seit 2015 abgelehnt

Klar ist aber: Vergangenes Jahr haben die bayerischen Behörden 354 Anträge für Tierversuchsreihen auf den Tisch bekommen – und alle genehmigt. Seit 2015 ist es nur drei Mal vorgekommen, dass Tierversuchsvorhaben im Freistaat nicht gestattet wurden. Grund für die Ablehnungen war etwa mangelnder wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn, der die Belastung der Tiere nicht rechtfertige.

SPD-Umweltexperte wirft Staatsregierung Gleichgültigkeit vor

Offenbar werde in Bayern bei Tierversuchen fast alles abgenickt, kritisiert SPD-Umweltexperte Florian von Brunn, und vermutet Gleichgültigkeit der Staatsregierung. Die verweist in ihrer Antwort darauf, dass Tierversuche in Bayern entsprechend den gesetzlichen Vorgaben kontrolliert würden. Bisher seien Tierversuche für bestimmte Fragestellungen der Forschung noch unverzichtbar.

Behörde weist Vorwurf zurück

Die Regierung von Oberbayern wies den Vorwurf der Gleichgültigkeit zurück. Die Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, Verena Gros, teilte dem BR mit, alle Genehmigungsbehörden befänden sich in einem regelmäßigen und intensiven Austausch, insbesondere zur Genehmigungsfähigkeit von Tierversuchsanträgen. Dadurch werde ein einheitlicher und hoher Tierschutz gewährleistet, der zudem durch europäische und nationale Vorschriften bestimmt werde. Die geringe Zahl der Ablehnungen lasse keinesfalls einen Rückschluss auf Gegenteiliges zu, so Gros weiter. Die Anträge würden einer eingehenden tierschutzrechtlichen fachlichen Prüfung durch die zuständigen Veterinäre unterzogen.

Deutschland setzt EU-Vorgaben für Tierversuche unzureichend um

Deutschlandweit wurden zuletzt fast 2,8 Millionen Tiere bei Experimenten eingesetzt. 80 Prozent von ihnen waren Nagetiere wie Mäuse oder Ratten.

Seit gut einem Jahr läuft gegen die Bundesrepublik ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union, weil Deutschland die EU-Vorgaben für Tierversuche bisher nur unzureichend umgesetzt hat.