| BR24

 
 

Bild

Maus sitzt auf der Hand einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin
© dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Autoren

Johanna Kempter
© dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Maus sitzt auf der Hand einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin

Ob für Arzneimitteltests oder zur medizinischen Grundlagenforschung: Auch in Bayern sind Tierversuche Standard - meistens mit Mäusen. Von Januar bis Juni sind in Bayern schon 204 Genehmigungen erteilt worden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 waren es 328.

Zuständig dafür ist in den südlichen Bezirken des Freistaats die Regierung von Oberbayern – im Norden ist es die Regierung von Unterfranken. Letztere hat in diesem Jahr schon fast 119.000 Tiere freigegeben.

Versuche laufen teilweise jahrelang

In den Bezirken Oberbayern, Niederbayern und Schwaben wurden 2017 rund 291.000 Tiere in Versuchen eingesetzt. Diese Zahl bezieht sich jedoch nicht nur auf die 2017 genehmigten Versuche, sondern auf alle laufenden Versuche, da diese teilweise bis zu fünf Jahre dauern. Für das laufende Jahr liegen noch keine Informationen zur Anzahl der Tiere vor.

Zuchttiere werden möglicherweise doppelt erfasst

In den restlichen Bezirken Bayerns, für die die Regierung Unterfranken zuständig ist, wurden 2017 etwa 232.400 Tiere für Versuche freigegeben, im ersten Halbjahr 2018 bisher 118.700. Hierbei handelt es sich allerdings um die Anzahl der genehmigten Tiere, nicht um die der tatsächlich eingesetzten. Die Regierung Unterfranken weist darauf hin, dass es in Nordbayern mehrere Betriebe gibt, die Tiere für Versuche züchten. Diese Tiere sind somit zweimal in der Zahl der Genehmigungen erfasst, einmal für die Zucht und einmal für die Verwendung im Versuch.

Online-Petition der Tierschützer

Die überwiegende Mehrheit der Anträge stellen Universitäten und Unikliniken. Auch am Nürnberger Nordklinikum sollen künftig Tierversuche durchgeführt werden. Eine Privat-Uni plant dort ein Forschungslabor. Tierschützer laufen Sturm dagegen: Mehr als 55.000 Menschen haben sich schon in eine Online-Petition eingetragen. Sie halten die Versuche für unethisch und fordern, dass auf andere Forschungs- und Testmethoden gesetzt wird.

Ob in Nürnberg an Mäusen und Ratten geforscht werden darf, ist noch unklar. Das Genehmigungsverfahren läuft nämlich noch.