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Wirbel um Transport mit 69 Tieren: Tierschutzverein beteiligt | BR24

© Bundespolizei Passau

Hunde im illegalen Tiertransport

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    Wirbel um Transport mit 69 Tieren: Tierschutzverein beteiligt

    Sind 69 Hunde und Katzen in viel zu kleinen Boxen transportiert worden? Bei einer Kontrolle in Passau hatte ein Veterinärarzt den Transport gestoppt. Der Tierschutzverein, der an der Beförderung der Tiere beteiligt war, wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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    Beim Tiertransport mit 69 Hunden und Katzen, der bei Ruhstorf im Landkreis Passau am Freitag kontrolliert wurde, waren nach neuesten Informationen Tierschutz-Organisationen beteiligt. In der Polizeimeldung war noch von 70 Tieren die Rede. Die Tiere sollen laut "Homeless Paws Endeavour e.V." (HoPE), einem beteiligten Verein, auf dem Weg zu ihren neuen Besitzern gewesen sein. Der Verein sieht sich jetzt zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt und hat mittlerweile einen Anwalt zu Rate gezogen. Das geht aus einer Mitteilung des Vereins in den sozialen Netzwerken hervor.

    Tiertransport habe alle Genehmigungen gehabt

    Dort schreibt die erste Vorsitzende des Vereins Kathrin Arnold, dass der Transport alle erforderlichen Genehmigungen gehabt habe: Äußerlich sei der Transport mit der Aufschrift 'live animals' gekennzeichnet, ebenso seien die Boxen fest installiert und sauber gewesen sowie mit festen Trennwänden versehen. Arnold schreibt weiter, dass alle Tiere legal angemeldet seien und unterwegs Futter und Wasser bekommen haben.

    Zuständiges Veterinäramt in Baden-Württemberg habe keine Einwände gehabt

    Laut Arnold befanden sich auf dem Transporter Tiere von unterschiedlichen Tierschützern und Organisationen. Darunter waren drei Hunde und eine Katze von ihrem Verein, dem "HoPE". Bereits am Sonntag vor der Ausreise aus Rumänien habe der Verein die Chipliste der Tiere an das zuständige Veterinäramt in Baden-Württemberg übersandt – dort habe es keinen Einwand gegen den Transport gegeben.

    Zu viele Tiere in den Boxen laut Veterinäramt in Passau

    Das Veterinäramt in Passau hingegen beanstandete bei der Kontrolle unter anderem, dass zu viele Tiere in den Boxen transportiert wurden. Dazu schreibt Arnold, dass es sich dabei größtenteils um kleine Hunde oder Welpen gehandelt habe. Für sie sei es weniger stressig gemeinsam transportiert zu werden als in getrennten Boxen. Die Boxen seien zudem groß genug für drei Tiere.

    Boxen waren sauber

    Der zuständige Veterinärdirektor in Passau Dr. Johann Hölzl sieht das aber anders:

    "Wir haben jedes Behältnis ausgemessen und alles dokumentiert. Mindestens fünfzig Prozent der Boxen waren deutlich überbelegt." Dr. Johann Hölzl, Veterinärdirektor Passau

    Laut Hölzl seien außerdem zwei Hunde gerade frisch operiert worden, einer habe sich in einem schlechten Allgemeinzustand befunden und die vier Katzen seien auch krank gewesen. Die Boxen seien aber „nicht erheblich verunreinigt“, erklärt Hölzl weiter. Das sei aber auch kein Wunder:

    "Die Hunde und Katzen vermeiden es, bei solchen Transporten Harn und Kot in den Boxen abzusetzen. Darunter leiden die Tiere natürlich erheblich." Dr. Johann Hölzl, Veterinärdirektor Passau

    Tiere können nach eingehaltenen Fristen abgeholt werden

    Insgesamt wurden laut Hölzl 23 Hunde und vier Katzen beschlagnahmt und auf drei Tierheime verteilt. Dort werden sie jetzt tierärztlich untersucht und bei Bedarf gegen Tollwut geimpft. Nach den eingehaltenen Fristen können die Tierschutzvereine ihre Tiere dann wieder abholen – aber nur, wenn sie die Tierarztkosten und die Kosten für die Unterbringung begleichen. Die anderen Hunde in dem Transporter durften am Freitag weiterfahren und sind laut "HoPE" gesund bei ihren neuen Haltern angekommen.