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Tierschutzverein schlägt Alarm: 150 streunende Katzen in Ansbach | BR24

© Tierheim Ansbach

Viele streunende Katzen landen im Tierheim Ansbach.

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Tierschutzverein schlägt Alarm: 150 streunende Katzen in Ansbach

Rund 150 herrenlose, streunende Katzen und Kater landen pro Jahr im Ansbacher Tierheim. Laut Tierschutzverein nimmt die Population in kleineren Dörfern über Hand. Die Tierschützer fordern ein Umdenken.

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Von
  • Markus Balek

Streunende, freilebende, zum Teil auch ausgehungerte Katzen. Bilder wie wir sie aus dem Spanien- oder Italienurlaub kennen. Aber hier bei uns in Mittelfranken vor unserer Haustür gibt es solche Zustände nicht - könnte man meinen. Im Landkreis Ansbach sieht das anders aus. Der Tierschutzverein schlägt Alarm.

Katzen vermehren sich ungehemmt

Der Landkreis Ansbach ist flächenmäßig der größte Landkreis in Bayern. Viel freies und unbewohntes Land sorgt dafür, dass die Population freilebender Katzen nicht kontrolliert werden kann. Vor allem in ehemaligen klassischen Bauerndörfern gebe es sehr viele freilebende Katzen, die nicht kastriert sind, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Ansbach Günter Pfisterer.

"Die Katzen bekommen zwei Mal im Jahr Junge und wenn die dann drei bis fünf Junge zur Welt kriegen, können Sie sich vorstellen, was dabei rauskommt." Günter Pfisterer, Vorsitzender Tierschutzverein Ansbach.

Gemeinschaftliche Zusammenarbeit sei gefragt

Seit fast 25 Jahren engagiert sich der inzwischen 84-Jährige für den Tierschutz in Ansbach und weiß, dass das Problem der sich vermehrenden Katzen nur durch Kastrationen zu bewältigen sei. Die Katzen müssten eingefangen, ins Tierheim gebracht und dann von einem Tierarzt kastriert werden. Dabei seien alle Bewohner des Landkreises gefragt und nicht nur die Tierschützer oder Haustierbesitzer.

Viele wüssten gar nicht, wie sie sich an streunende Katzen heranwagen sollten oder hätten gar nicht die Zeit dafür. Daher bietet der Tierschutzverein stets Hilfe bei Fragen, auch was das richtige Präparieren von Fallen betrifft.

© BR

Der Tierschutzverein Ansbach schlägt Alarm: Offenbar gibt es immer mehr streunende Katzen, die sich schnell vermehren. Besitzer sollten ihre Tiere deshalb kastrieren, registrieren und chippen lassen.

Kastration der Katzen wichtig

Aktuell befinden sich 25 ehemals freilebende Katzen im Ansbacher Tierheim. Rund 80 Euro kostet die Kastration eines Katers, 120 Euro werden bei einer Katze fällig. Die Kosten trägt zu einem Drittel der Tierschutzverein, ein Drittel übernehmen die Tierärzte und ein Drittel zahlt der Finder beziehungsweise die Privatperson, die die Katze ins Tierheim bringt.

"Wenn es eine Person oder Familie privat nicht stemmen kann, dann werden die Kosten auch mal vom Tierschutzverein übernommen, schließlich geht es um das Wohl der Tiere." Günter Pfisterer

Danach versuche das Tierheim die Katzen zu vermitteln oder wieder in ihrer Heimat freizulassen. Nicht immer sei eine Vermittlung möglich, so das Tierheim.

Katzenbesitzer mögen ihre Katzen registrieren und chippen lassen

Auch die Katzenbesitzer werden in die Pflicht genommen. Der Leiter des Ansbacher Veterinäramts Ralf Zechmeister appelliert an die Besitzer, deren Katzen ein zu Hause haben.

"Leute, lasst eure Katzen kastrieren, registrieren und bei eurem Tierarzt chippen." Ralf Zechmeister, Leiter des Ansbacher Veterinäramts

Ginge eine Katze dann verloren, könne sie von einem Finder zum Tierarzt gebracht werden. Dann würde sich auch herausstellen wem die Katze gehöre. Damit wären weniger freilaufende Katzen unterwegs und entlaufene Tiere kämen wieder nach Hause.

Streuner "Miezula" aus Sachsen bei Ansbach hatte Glück

Nicht jede Katze hat nämlich das Glück wie ein Kater aus Sachsen bei Ansbach namens Miezula. Katzenbesitzerin Isa Dagalas hat den grauen Tiger mit weißem Bauch und weißen Pfoten vor einigen Wochen unter einer Garage entdeckt und ihn Miezula getauft. Sie hatte ihn über Tage beobachtet wie er ausgehungert unter einer Garage auf dem kalten Betonboden schlief und lebte. Mittlerweile bekommt er von ihr früh und abends Futter auf der Terrasse ihrer Wohnung serviert – sogar eine kleine Villa aus Holz mit einer warmen Decke hat er bekommen.

"Er bekommt alle Zeit der Welt. Ich habe ja schon eine Katze und wenn er will, können die beiden Kumpels werden." Isa Dagalas

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