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Tierschutzkontrolle auf Allgäuer Hof: Wieder erhebliche Mängel | BR24

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Bei einer Tierschutzkontrolle in einem Rinderbetrieb in Dietmannsried haben die Behörden teils erhebliche Probleme festgestellt. Der Hof war den Behörden bereits zuvor bekannt. Mittlerweile steht laut Landratsamt ein Tierhaltungsverbot im Raum.

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Tierschutzkontrolle auf Allgäuer Hof: Wieder erhebliche Mängel

Bei einer Tierschutzkontrolle in einem Rinderbetrieb in Dietmannsried haben die Behörden teils erhebliche Probleme festgestellt. Der Hof war den Behörden bereits zuvor bekannt. Mittlerweile steht laut Landratsamt ein Tierhaltungsverbot im Raum.

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Rund die Hälfte aller Tiere weist zum Teil erhebliche Klauenprobleme auf und ist tierärztlich behandlungsbedürftig. Darüber hinaus sind weitere Tiere in einem schlechten Ernährungszustand. Das ist das Ergebnis einer Großkontrolle bei einem Rinderbetrieb im Landkreis Oberallgäu.

Vor Ort waren das zuständige Veterinäramt zusammen mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. An dem Standort in Dietmannsried werden rund 600 Tiere gehalten, davon 100 Kälber.

Jedes einzelne Tier sei auf seinen Gesundheits- und Ernährungszustand hin überprüft worden, teilte ein Sprecher des Landratsamts Oberallgäu mit.

Rinderbetrieb war den Behörden bereits bekannt

Dass es Probleme mit dem Tierschutz auf dem Hof gibt, war den Behörden bekannt. Schon vergangenes Jahr war das Veterinäramt mehrmals zu Kontrollen vor Ort. Mehrfach wurden Anordnungen getroffen, die aber nicht nachhaltig befolgt wurden, wie jeweils Nachkontrollen ergaben.

Mittlerweile stehe ein Tierhaltungsverbot im Raum, so ein Sprecher des Landratsamts Oberallgäu. Die dafür notwendigen rechtlichen Schritte habe man im Dezember eingeleitet.

Großer Tierhaltungsskandal im Unterallgäu vor einem halben Jahr

Die Kontrollen kommen genau sechs Monate nach den ersten schockierenden Bilder aus einem großen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach im Unterallgäu. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei große Milchviehhalter in Bad Grönenbach. In vier bis sechs Wochen will die Staatsanwaltschaft Memmingen laut einem Sprecher Ergebnisse bekannt geben.

Als Sofortmaßnahme auf den Skandal wurde vorübergehend ein Veterinär von der Schwäbischen Bezirksregierung ans Unterallgäuer Landratsamt abgeordnet, wegen der Zusatzbelastung infolge der Ermittlungen in Bad Grönenbach. Für zusätzliche Kontrollen schafft das aber noch keine Spielräume.

Glauber will 70 neue Mitarbeiter für mehr Tierschutz

Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hat außerdem angekündigt, 70 Mitarbeiter in der Veterinärverwaltung, bei Landratsämtern, Bezirksregierungen und den Lebensmittelkontrollbehörden einzustellen. Diese Stellen hat die Staatsregierung auch in einem Nachtragshaushalt genehmigt. Endgültig muss darüber aber der Landtag im Frühjahr entscheiden. Erst dann werden diese zusätzlichen Stellen ausgeschrieben.

Grüne fordern Nachweis für Fachwissen in der Tierhaltung

Die Landtagsgrünen kritisieren vor allem, dass in großen Tierhaltungsbetrieben oft ungeschulte Arbeitskräfte tätig sind. Sie fordern einen Nachweis über das nötige Wissen, um Nutztiere halten zu können.

Bayern-SPD will Aufklärung und Tierwohlreformen

Auch die SPD-Landtagsfraktion äußerte sich bestürzt über die Mängel auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Dietmannsried und fordert die zuständigen Ministern Glauber und Kaniber dazu auf, den Fall aufzuklären. SPD-Umweltsprecher Florian von Brunn fordert in einer Mitteilung "umfassende Tierwohlreformen in der Landwirtschaft". Es brauche endlich ein staatliches Tierwohllabel und härtere Sanktionen bei Tierwohlverstößen.

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Bei einer Großkontrolle bei einem Rinderbetrieb im Oberallgäu sind erneut schwere Mängel festgestellt worden.