Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Tierschutz - Durchsuchungen im Unter- und Oberallgäu | BR24

© BR

Bauernhof in Bad Grönenbach

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Tierschutz - Durchsuchungen im Unter- und Oberallgäu

Nach Kontrollen durch Veterinäre hat die Polizei einen Bauernhof in Bad Grönenbach im Unterallgäu und einen Stall im Oberallgäu durchsucht. Wie schwer die Verstöße auf dem Hof wiegen, ließ die Staatsanwaltschaft noch offen.

Per Mail sharen

Im Zuge des Tierschutzskandals im Allgäu hat die Polizei-Sonderkommission "Fundus" einen Bauernhof in Bad Grönenbach und eine zu dem Betrieb gehörende Stallung im Oberallgäu überprüft. Beteiligt an der Durchsuchung waren neben drei Staatsanwälten Beamte des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Tiermediziner des Veterinäramts Unterallgäu und 60 Polizeibeamte.

Durchsuchter Bauernhof ist ein Mastbetrieb mit rund 400 Rindern

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen, Sebastian Murer, ist der durchsuchte Bauernhof überwiegend ein Mastbetrieb mit bis zu 400 Rindern und insgesamt drei Stallungen in Bad Grönenbach und im Oberallgäu. Über Umfang oder Art von Verstößen und die Zahl der betroffenen Tiere konnte Murer während der laufenden Durchsuchung noch keine Angaben machen. Man suche nicht nur nach be-, sondern auch entlastenden Beweisen, erklärte Murer. Daher stelle man in den Wohnräumen des Betreibers auch Akten und elektronische Daten sicher. Dann gelte es zu prüfen, ob ein Straftatbestand vorliege oder nicht. Die Auswertung werde dann einige Wochen in Anspruch nehmen.

Kontrollen von Veterinären gingen der Durchsuchung voraus

Veterinäre der Landratsämter im Unterallgäu und im Oberallgäu hatten den Hof in Bad Grönenbach und den Stall im Oberallgäu in den letzten Tagen kontrolliert. Andreas Kaenders, Sprecher des Landratsamts Oberallgäu, teilte mit, man habe in dem Oberallgäuer Ort – wo der Betrieb auch Milchkühe hält – eine ohnehin geplante Kontrolle wegen eines anonymen Hinweises vorgezogen.

Keine "Hetzjagd"

Laut Kaenders stellten Tiermediziner dort an insgesamt fünf Tieren geringfügige Verletzungen und Wunden fest. Insgesamt seien dort 90 Tiere untergebracht. Woher die Verletzungen stammten, sei unklar. Auch ob die Verletzungen bereits behandelt wurden oder es sich um bereits bekannte Wunden, wie zum Beispiel einen Abszess handelt, sei noch nicht geklärt. Laut Kaenders handelt es sich um, eine "Dimension, der man sicherlich nachgehen muss", die aber nicht dazu führen dürfe, eine Art Hetzjagd auf den Betreiber loszutreten.

Veterinäre beanstanden Verletzungsgefahr für Rinder

Neben verletzten Tieren wurde nach Angaben des Landratsamts Oberallgäu bei der Kontrolle in dem Oberallgäuer Stall auch eine potentielle Verletzungsgefahr für die Tiere festgestellt. Außerdem wären Unregelmäßigkeiten bei der Verwaltung der Tiere aufgefallen – unter anderem waren Rinder nicht in der offiziellen Datenbank eingetragen.

Mittlerweile Ermittlungen gegen drei Bauernhöfe in Bad Grönenbach

Im Juli wurden schwere Vorwürfe gegen einen der größten bayerischen Betriebe mit Milchkühen in Bad Grönenbach bekannt. Vergangene Woche wurde ein zweiter Bauernhof in Bad Grönenbach wegen möglichen Verstößen gegen den Tierschutz durchsucht. Der jetzt durchsuchte Betrieb ist damit bereits der dritte, gegen den innerhalb kurzer Zeit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingeleitet wurden.

© BR

BR-Reporter Peter Allgaier

© BR

Bauernhof in Bad Grönenbach