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Tierschützer protestieren gegen Biberfalle in Iphofen | BR24

© BR/Jürgen Gläser

Die Stadt Iphofen hat eine Falle aufgestellt, um einen Biber zu fangen. Er soll getötet werden.

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    Tierschützer protestieren gegen Biberfalle in Iphofen

    Ein Biber sorgt für Aufregung in Iphofen: Weil er Bäume anknabbert, soll er mit einer Falle gefangen und getötet werden. Von Tierschützern hagelt es Kritik für das radikale Vorgehen der Stadt.

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    Für Tierschützer ist klar: Der Biber muss bleiben. In Iphofen im Landkreis Kitzingen haben daher 15 Tierschützer mit einer Mahnwache für das Überleben eines Bibers protestiert. Eine Tierschützerin aus Kitzingen war gerade an einem See spazieren, als ihr eine grüne Box mit nach oben geklappten Türen aufgefallen ist. Direkt neben einem Baumstumpf, der offensichtlich von einem Biber fast komplett durch geknabbert wurde.

    Stadt Iphofen will Biber fangen und töten

    Es handelte sich um eine Biberfalle. Am See, der sich direkt an der alten Stadtmauer von Iphofen befindet, lebt wieder ein Biber. Der letzte ist dort 2019 gesichtet worden, wurde dann aber mit einer Biberfalle gefangen und getötet. Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigte Iphofens Bürgermeister Josef Mend (Freie Wähler), dass dem neuen Biber das gleiche Schicksal blühen soll. Die Maßnahme sei mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Kitzingen abgestimmt und genehmigt.

    Biber nagt alte Obstbäume an

    In der gesamten Gemarkung der Stadt Iphofen leben Biber. Die Stadt habe sogar bei Birklingen zwei Hektar Land gekauft, um für Biber einen Lebensraum zu schaffen, erklärte der Bürgermeister. Am See in Iphofen gehe ihm das aber zu weit, so Mend: "Der Biber nagt dort bereits alte Zwetschgen- oder Nussbäume im alten Wallgraben an der Stadtmauer an."

    Tierschützer: Biber steht unter Naturschutz

    Der Biber stehe jedoch unter Naturschutz, so die Tierschützer. "Den kann man nicht mit Ausnahmegenehmigung einfach so fangen und abballern", sagt eine Tierschützerin dem BR. Sie fordert ein Biber-Konzept für Iphofen, auch wenn das Geld koste. Denn spätestens 2021 werde der nächste Biber am See in Iphofen auftauchen.

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