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Bildrechte: BR/Katharina Häringer

Das Veterinäramt hat die Pferdehaltung auf einem Gnadenhof in Haarbach im Landkreis Passau aufgelöst. Das Amt hatte bei mehreren Kontrollen immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt.

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Tierquälerei? Veterinäramt löst Pferdehaltung auf Gnadenhof auf

Was dient dem Tierwohl, was ist Tierquälerei? Schon seit Jahren gibt es Ärger um einen Gnadenhof im Landkreis Passau. Das Veterinäramt wirft dem Betreiber vor, Pferde, Ponys und einen Esel nicht artgerecht gehalten zu haben und holte die Tiere ab.

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Von
  • Martin Gruber
  • BR24 Redaktion

Das Veterinäramt hat die Pferdehaltung auf einem Gnadenhof in Haarbach im Landkreis Passau aufgelöst. Der Grund: Der verantwortliche Trägerverein beziehungsweise dessen Vorstand Wolfgang B. hatte trotz eines Haltungs- und Betreuungsverbotes des Landratsamtes mehrere Pferde, Ponys und einen Esel gehalten.

Keine Probleme beim Abholen der Tiere

Mitarbeiter des Veterinäramtes holten insgesamt zwölf Tiere ab. Sie seien nun laut Landratsamt in "ordnungsgemäßer Unterbringung" bei Haltern, die der Behörde bekannt seien. Bei der Abholung habe es keinerlei Probleme gegeben, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Der Betreiber des Gnadenhofes habe sich weitgehend kooperativ gezeigt.

Abgemagertes Pferd und verdreckte Stallungen

Der Streit zwischen Betreiber und Behörden schwelt bereits seit längerem. Das Veterinäramt hatte bei mehreren Kontrollen immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Zuletzt ging es unter anderem um nicht eingestreute Liegeflächen für Pferde und verdreckte Stallungen. Einige Ponys hatten Erkrankungen an den Hufen, eine Stute war laut Veterinäramt extrem abgemagert.

© Veterinäramt Passau

Eines der abgemagerte Pferde auf dem Gnadenhof

© Veterinäramt Passau

Eine verdreckte Stallung

Der Zustand der Tiere und die Haltungsbedingungen deuteten nach Einschätzung der Tierärzte erneut darauf hin, dass der Verein "Horse Helping" nicht in der Lage sei, Pferde, Ponys und Esel tierschutzgerecht zu halten und zu betreuen. Bei vorangegangenen Kontrollen waren ähnliche Zustände und Verstöße festgestellt worden.

Gnadenhofbetreiber bestreitet Vorwürfe weiterhin

Wolfgang B. hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er tue alles, damit es seinen Tieren gut gehe, versicherte er im Dezember im BR-Interview. Er versorge Tiere, die andere nicht mehr haben wollten, die ein Handicap hätten oder krank seien, bis an deren Lebensende. Gegen das behördlich angeordnete Halteverbot hatte der 75-Jährige geklagt. Das Verwaltungsgericht wies die Klage vor einigen Wochen ab.

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