BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Tierparks im Lockdown: "Wir haben einen Bildungsauftrag" | BR24

© BR

Tierparks fordern Öffnung zu Ostern

7
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Tierparks im Lockdown: "Wir haben einen Bildungsauftrag"

Das Frühlingswetter würde jetzt viele Familien in Tierparks und Zoos locken. Doch die sind seit vier Monaten geschlossen. Der erneute Lockdown bedeutet für Tierparks - wie dem in Lohberg - Geldeinbußen, aber auch mehr Zeit für Streicheleinheiten.

7
Per Mail sharen
Von
  • Sarah Beham
  • Christian Riedl

Seit November hat der Wildtierpark in Lohberg (Lkr. Cham) am Fuße des Großen Arber geschlossen. Getragen wird er von der Gemeinde. Wie Franz Müller, Bürgermeister von Lohberg, sagt, habe man den Frühjahrslockdown im vergangenen Jahr relativ gut überstanden. Im Sommer - als es wieder erlaubt war - kamen viele Besucher in den Tierpark.

Erneut ist der Wildtierpark jetzt aber wieder - wie alle anderen Tierparks - seit November geschlossen. Im Lohberger Wildtierpark hat man die Zeit für Ausbesserungs- und Verschönerungsmaßnahmen genutzt, größere Investitionen müssen aber verschoben werden, wie Müller sagt.

Hygienekonzepte: "Wir sind zum Öffnen gerüstet"

Müller betont, dass es ein Hygienekonzept im Wildtierpark gebe. "Wir sind zum Öffnen gerüstet – jeden Tag."

Müller ist der Meinung, dass sich an manchen Wanderplätzen mehr Leute treffen, als im Tierpark. Hier sei man ohnehin nur mit der eigenen Familie und mit den Kindern unterwegs. Auch die zoologische Tierparkleiterin, Claudia Schuh, ist der Meinung: "Jetzt wird es dann schon Zeit zum Öffnen."

Nicht nur Freizeiteinrichtungen, sondern auch Bildungsvermittler

Für Schuh ist der Wildtierpark nicht nur eine Freizeiteinrichtung, sondern erfüllt eine besondere Aufgabe:

"Wir haben einen Bildungsauftrag: Wir bringen den Menschen die Natur und die Tiere näher. Die Tiere haben eine Aufgabe, wir haben eine Aufgabe – es wäre super, wenn wir das wieder erfüllen könnten." Claudia Schuh, zoologische Tierparkleiterin

Keine Einnahmen, stete Ausgaben

Hinzu kommt: Auch im Lockdown müssen die 400 Tiere im Wildtierpark Lohberg auf den zehn Hektar weiter gefüttert und gepflegt werden – man habe stete Ausgaben, aber keine Einnahmen. "Wir brauchen wieder die Besucher", so Schuh. Die Tierparkleiterin ist aber froh, dass sich viele Menschen für Patenschaften im Tierpark entschieden haben, einige bringen auch Äpfel oder kleine Spenden vorbei. Auf diese Unterstützung sei man jetzt besonders angewiesen.

Tiere ändern ihr Verhalten

Im Wildtierpark Lohberg wird die Zeit ohne Besucher aber auch für mehr Streicheleinheiten genutzt: Besonders die Ziegen im Streichelzoo vermissen die Besucher. Claudia Schuh besucht die Ziegen jeden Tag, die sofort angelaufen kommen. Der Lockdown zeigt deutlich: Die Tiere verändern ihr Verhalten. Einige zeigen sich ungewöhnlich scheu, andere ungewöhnlich zutraulich. Die Luchse beispielsweise trauen sich sehr nah an den Zaun, beobachten fremde Gesichter in diesen Zeiten ganz genau. Die Wisente hingegen - eigentlich an Besucher gewöhnt - springen erschrocken davon, wenn man sich ihnen nähert.

Auch Straubinger Tierpark trifft Lockdown hart

Auch der Straubinger Tierpark hat derzeit zu kämpfen. Wie es heißt, habe man im vergangenen Jahr im Frühjahr ein Defizit von knapp einer halben Million Euro zu verzeichnen. Der Zoobetrieb in Straubing koste am Tag im Schnitt 7.000 Euro mit Personal-, Futter-, Strom- und Wasserkosten.

© BR / Sarah Beham

Die Ziegen im Streichelzoo vermissen die Besucher.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!