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Tiermäster profitieren nicht von Tönnies-Produktionsstopp | BR24

© picture alliance / dpa

Symbolbild: Schweine im Mastbetrieb

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    Tiermäster profitieren nicht von Tönnies-Produktionsstopp

    Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies kam es regional zu einem Angebotsausfall für Fleischprodukte. Südbayerische Schweinezüchter können davon aber nicht profitieren. Die Nachfrage der Verbraucher ist verhalten.

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    Obwohl es in Norddeutschland wegen der Tönnies-Coronakrise zu einem Angebotsausfall an Fleischprodukten kommt, können südbayerische Schweinezüchter nicht profitieren. Das hat Erwin Hochecker, Vorstand bei der Erzeuger Gemeinschaft Südbayern, dem BR erklärt.

    Nachfrage ist verhalten

    Die Nachfrage nach Schlachtschweinen sei "verhalten", die Schlachthöfe in Vilshofen und Landshut hätten deshalb eher weniger zu tun, so Hochecker. Momentan habe man in Südbayern einen Überhang von schlachtreifen Tieren von 10-15 Prozent. Das sei aber nicht "ungewöhnlich".

    Kunden greifen zu günstigem Fleisch

    Bei den südbayerischen Schweinezüchtern führe der "Stau von schlachtreifen Tieren" noch nicht zu Problemen. Hochecker meint, es werde einfach zur Zeit weniger Fleisch von den Verbrauchern und auch von der Bayerischen Gastronomie nachgefragt.

    Statt zum Braten oder anderen Edelteilen griffen Kunden zudem vermehrt zum günstigen Hackfleisch und zum gerade sehr günstigen Hühnerfleisch. Auch der Export-Anteil nach Italien sei in den letzten 30 Jahren von 75 Prozent auf 15 Prozent eingebrochen und könne jetzt auch nicht für Ausgleich sorgen, so Hochecker zum BR.

    Bundesagrarministerin dringt auf Lösungen

    Wann die Produktion am riesigen Tönnies-Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh wieder anläuft, ist noch offen. Die zuständigen Behörden wollten dazu gestern keine Entscheidung fällen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) dringt unterdessen auf Lösungen der Schlachtbranche, um trotz geschlossener Betriebe wegen der Corona-Krise die Abnahme von Tieren aus den Ställen zu sichern.

    Es fehlen Schlachtkapazitäten

    Weil Schlachthöfe wegen Corona-Fällen in der Belegschaft geschlossen sind oder nur eingeschränkt arbeiten, fehlen laut Ministerium aktuell etwa 14 Prozent der normalen Schlachtkapazitäten für Schweine. Dies lasse sich derzeit auffangen, indem andere Schlachthöfe einspringen.

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