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Tierheim Lechleite beantragt Insolvenz | BR24

© Thomas Hahn /Eibner-Pressefoto/picture alliance

Hundewelpe hinter Gittern (Symbolbild)

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    Tierheim Lechleite beantragt Insolvenz

    Das Tierheim Lechleite in Derching bei Augsburg ist schon seit vergangenem Jahr geschlossen - wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Jetzt gibt es wieder Probleme: Der Notvorstand des Trägervereins hat Insolvenz angemeldet.

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    Von
    • Veronika Scheidl

    Der Augsburger Rechtsanwalt und Notvorstand Marcus Klopfer hat bestätigt, dass das Tierheim Lechleite Insolvenz beantragt hat. Klopfer bestätigte auch, dass erhebliche Steuernachforderungen seitens des Finanzamts Augsburg im Raum stehen und der Verein diese nicht leisten kann - deshalb der Eigeninsolvenzantrag. Jetzt habe das zuständige Amtsgericht in Augsburg einen Sachverständigen benannt, der in den kommenden Wochen prüfen soll, ob der Trägerverein "Verein gegen Tierversuche und Tierquälerei" genug Geld hat, um ein Insolvenzverfahren durchzuführen.

    "Wir gehen davon aus, dass hinreichend Geldmasse verfügbar ist", erklärt Klopfer. Demnach könne dann ein Insolvenzberater bestellt werden, der den Verein und das Tierheim über das Insolvenzverfahren abwickeln werde.

    Notvorstand: frühere Vereinsführung des Tierheims chaotisch

    Klopfer bildet zusammen mit Sabina Gassner vom Tierschutzverein Augsburg den Notvorstand des Trägervereins, nachdem sich aus den Reihen des Vereins keine Vorstände hatten finden lassen. Vom Vereinsregister Augsburg seien Gassner und er dann als Notvorstand bestellt worden. "Wir haben versucht, den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, den Verein fortzuführen, das war aber aufgrund der Organisationsmängel und des Prüfungsergebnisses des Finanzsamtes nicht realistisch", sagt Klopfer dem BR.

    Man habe versucht, eine Mitgliederversammlung einzuberufen, so dass wieder ein regulärer Vorstand bestellt werden kann. Doch das sei daran gescheitert, dass in der Vergangenheit die Vereinsführung "chaotisch" gewesen sei, erklärt Klopfer.

    Stand Fürsorge oder Tierhandel im Vordergrund?

    Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, sollen Prüfer des Finanzamtes festgestellt haben, dass im Tierheim Lechleite jahrelang nicht die Fürsorge der Tiere im Vordergrund gestanden habe, sondern der Tierhandel. Es gebe die Vermutung, dass das Tierheim mit Hunden aus dem Ausland gehandelt haben könnte. Klopfer sagt dazu, dass ihm zu diesen Vorwürfen keine belastbaren Belege vorliegen. Da er erst seit vergangenem Mai 2020 Notvorstand sei, könne er nichts zu den damaligen Vorgängen sagen.

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