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Tiergarten Nürnberg rettet bedrohte Tierarten | BR24

© Tiergarten Nürnberg

Der Bartgeier in seiner neuen Voliere

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    Tiergarten Nürnberg rettet bedrohte Tierarten

    Immer mehr Tierarten sterben aus. In In Zoos wird daher der Tierbestand der letzten Überlebenden einer Art gesichert. Daran beteiligt sich auch der Tiergarten Nürnberg. Gerettet wurden so unter anderem der Bartgeier und die Wisente.

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    Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich mit mehr als 40 Tierarten an sogenannten Erhaltungszuchtprogrammen. Es gibt bereits mehrere Erfolgsgeschichten. Eine von ihnen: der Bartgeier.

    Bartgeier: Europas größter Vogel

    Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war der Bartgeier, Europas größter Vogel, im Alpenraum komplett ausgerottet. Grund dafür war unter anderem das Gerücht, er würde sogar Kinder verschleppen und fressen. Natürlich frisst er, wie jeder Geier, aber nur Aas, bevorzugt sogar nur Knochen.

    Durch gezielte Zucht in Tiergärten und dem Austausch von Tieren untereinander, konnte der Bartgeier im Alpenraum wieder angesiedelt werden. Heute leben dort etwa 250 Exemplare. Dennoch ist das Problem damit nicht aus der Welt geschafft, findet Tiergarten Vizedirektor Helmut Mägdefrau. Denn die Ursachen liegen beim Menschen.

    "Jeder von uns braucht Platz. Das heißt, der Platz geht auf Kosten der Natur, Pflanzen und Tiere. Und dann sind es natürlich oft die direkten Einflüsse, das heißt Umweltgifte, Lebensraumzerstörung oder auch durch das Verschleppen, die Globalisierung von irgendwelchen Arten." Helmut Mägdefrau, Vizedirektor Tiergarten Nürnberg

    Trotzdem tut der Tiergarten Nürnberg sein Bestes, die wenigen übrigen Tiere zu retten und zu schützen. Doch das braucht Zeit. 1986 wurde das Projekt zur Erhaltung der Bartgeier ins Leben gerufen. Erst 2006 konnte man sich langsam zurücklehnen. Da Bartgeier sehr alt werden, kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis sie zum ersten Mal brüten. Dann wird allerdings auch nur ein Küken pro Jahr großgezogen. Inzwischen ist im Freiland bereits die zweite Generation in der Natur geschlüpft. Für Helmut Mägdefrau ein voller Erfolg.

    Wisente: Inzucht für die Rettung unvermeidbar

    Doch die Zucht bringt auch Gefahren mit sich. Wenn nur noch einige wenige Exemplare einer Tierart übrig sind, schränkt das die genetische Vielfalt für die kommenden Generationen stark ein. In manchen Fällen ist daher auch Inzucht unvermeidbar.

    So auch bei den Wisenten. Sie waren vor 100 Jahren in der Natur komplett ausgerottet. Nur eine kleine Population, die ursprünglich auf gerade mal zwölf Tiere zurückging, wurde von Zoos und Privatleuten gehalten. Inzucht kann zu einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten, Unfruchtbarkeit und auch Missbildungen führen. Trotzdem verliert der Tiergarten nicht die Hoffnung, denn bisher hatte er Glück:

    "Garantien dafür gibt’s natürlich nie. Vor allem, wenn Erbschäden vorhanden sind, macht sich Inzucht bemerkbar und dann fatal. Hat man sehr gesunde Tiere, ist das ein geringeres Problem. Und wenn wir genügend Tiere haben, können wir Inzucht entspannt sehen." Helmut Mägdefrau, Vizedirektor Tiergarten Nürnberg

    Mittlerweile gibt es wieder circa 5.000 Wisente, die sich alle auf diese Restpopulation zurückführen lassen. Die Spuren der geringeren genetischen Vielfalt sind aber nicht ganz an ihnen vorbeigegangen. Laut WWF haben viele Wisente Probleme bei der Fortpflanzung und sind anfälliger für Krankheiten wie Klauenseuche oder Parasitenbefall.