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Tierfutterhilfe in Augsburg – die Tafel für Hund und Katze | BR24

© BR / Barbara Leinfelder

Die Tierfutterhilfe unterstützt Tierbesitzer, die kein Geld für Futter haben

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    Tierfutterhilfe in Augsburg – die Tafel für Hund und Katze

    Wenn Tierhalter durch einen Unfall, eine Krankheit oder Arbeitslosigkeit in Not geraten, brauchen sie nicht nur für sich selbst Hilfe. Damit Tiere dann nicht abgegeben oder ausgesetzt werden, gibt es in Augsburg seit zehn Jahren die Tierfutterhilfe.

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    Von
    • Barbara Leinfelder
    • Kilian Geiser

    Ein großer schwarzer Hund steht schwanzwedelnd vor der Tür der Tierfutterhilfe am Lauterlech in Augsburg, sein Frauchen, eine freundliche Dame in hellem Mantel, Anfang 60, nimmt an der Schwelle eine vollgepackte Tasche entgegen, darin Dosenfutter, Trockenfutter, ein paar Leckerli. Sie könne nach einem Schlaganfall nicht mehr arbeiten und bekomme Arbeitslosengeld II, sagt die Frau. Was sie von der Tierfutterhilfe erhalte, sei unbezahlbar. Eine andere ältere Dame holt die nächste Tasche ab. Sie hat Tränen in den Augen, als sie die Spende entgegennimmt. Sie sei schwer erkrankt, erklärt sie. Die Tiere seien ihr Seelenbalsam.

    Tiere sollen nicht ausgesetzt oder abgegeben werden

    Wer arbeitslos wird, Sozialhilfe bezieht oder nur eine Rente bekommt, kann sich hier anmelden und regelmäßig Futter für sein Tier abholen. Vereinsvorsitzende Kathrin Hellinger hatte vor mehr als zehn Jahren die Idee dazu: "Ich möchte nicht, dass aus finanziellen Gründen Tiere abgegeben oder ausgesetzt werden. Es macht jedes Mal Freude, den Tieren und den Tierbesitzern helfen zu können. Das sind ganz tolle Leute, die zu uns kommen. Und jeder hat es verdient, unterstützt zu werden", sagt Hellinger.

    Tierfutterhilfe arbeitet ehrenamtlich

    Kathrin Hellinger und ihre 80 Helfer arbeiten ehrenamtlich. Jetzt im Lockdown läuft alles über Vorbestellungen. Das macht die Hilfe aufwendiger. Allein 1.500 Hunde und Katzen werden regelmäßig mit Futterspenden unterstützt. Auch wegen Corona kommen immer wieder neue Fälle dazu: Hellinger berichtet von panischen Anrufen von Menschen, die ihren Job verloren haben und mit der Versorgung der Tiere überfordert sind.

    "Da hungere ich lieber selbst"

    Warum aber hält man ein Tier, wenn man sich das Futter nicht leisten kann? Die Frage greife zu kurz, sagt Hellinger. Tiere seien oft das Letzte, was Menschen noch hätten. "So ein Tier ist ein Familienmitglied und deshalb gibt man das nicht einfach ab." Hellinger betont die Bedeutung der Tiere für den Alltag vieler Tierhalter: "Die haben eine Aufgabe, haben draußen als Gassigeher Sozialkontakte und wenn das Tier nicht mehr da ist, dann gehen die auch ein." Eine weitere Kundin der Tierfutterhilfe sagt noch: "Da hungere ich lieber selbst."

    Tierfutterhilfe freut sich über jede Spende

    Dann schaut ein anderer Hund zur Tür herein, ein kleiner Terrier, sein Frauchen Constanze Meindl will kein Futter abholen, sondern bringt welches vorbei. "Ich wohne nicht weit weg von hier und hab gesehen, dass das geht und finde das ganz toll, dass man Menschen, die nicht so viel Geld haben, unterstützen kann." Wenn ihr Terrier Futter nicht mag oder nicht verträgt, bringt sie es vorbei. Die Futterhilfe ist auf solche Unterstützung angewiesen. Ob Dosen, Decken, Körbchen oder Leinen, sagt Kathrin Hellinger, da könne man nichts falsch machen. Sie freut sich über jede Spende.

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    Mittags in Schwaben

    Von
    • Barbara Leinfelder
    • Kilian Geiser
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