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Tierbesitzer besorgt: Gift-Ei-Gefahr im Landkreis Landshut | BR24

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Gift-Ei-Gefahr

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Tierbesitzer besorgt: Gift-Ei-Gefahr im Landkreis Landshut

Anfang April hatte eine Spaziergängerin bei Vilsheim im Landkreis Landshut ein aufgeschlagenes, pink-rosa gefärbtes Hühner-Ei gefunden. Der Verdacht: Es wurde mit Carbofuran präpariert. Nun ist in Vilsheim die Unsicherheit groß.

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Bettina Wängler ist vorsichtig geworden. Ihre vier Hunde lässt sie nicht mehr von der Leine. Am liebsten lässt sie die Huskys sogar eng bei Fuß gehen. Der Grund dafür liegt vier Wochen zurück: Anfang April entdeckt die ehemalige Krankenschwester auf einem Feldweg bei Vilsheim im Landkreis Landshut ein aufgeschlagenes Ei mit seltsamer Farbe.

"Die Farbe von dem Gift war lila bis pink. Man konnte genau sehen, dass das Ei hier vor Ort präpariert wurde, weil das ganze Gras darum herum pink gefärbt war. Ich habe sofort zu meinem Mann gesagt: das sieht nach Carbofuran aus!" Hundebesitzerin Bettina Wängler

War es ein Hundehasser?

Als Tierschützerin in Spanien war sie schon mit ähnlichen Fällen konfrontiert, bei denen Hundehasser Köder mit Carbofuran vergiftet hatten. Bettina Wängler nimmt das Ei in einer Plastiktüte mit und übergibt es der Polizei. Die ermittelt erst nur zögerlich. Jetzt, wo sich der Verdacht bestätigt hat, warnt sie allerdings die Bevölkerung in der Region. Carbofuran kann auch für Menschen gefährlich sein, erklärt Hermann Vogelgsang, der Leiter der Polizeiinspektion Vilsbiburg:

"Je nach Dosis ruft das Gift Muskellähmungen hervor, bis hin zum Tod. Das Fatale an diesem Gift ist: Es reicht schon bloßer Körperkontakt, weil Carbofuran mit Eiweißen reagiert und so über die Haut in den Körper eindringen kann." Hermann Vogelgsang, Leiter PI Vilsbiburg

Carbofuran ist seit 2007 in der EU verboten

Carbofuran ist eigentlich ein Insektenvernichtungsmittel, das seit 2007 in der EU verboten ist. Über das Internet ist es allerdings noch immer erhältlich. Wer das Gift-Ei bei Vilsheim deponiert hat ist unklar, die Polizei sucht jetzt Zeugen. Grundsätzlich werden solche Giftköder immer mit einem klaren Ziel ausgelegt, erklärt Franziska Baur von der Projektgruppe Tatort Natur, die Fälle von Naturschutzkriminalität bekämpft:

"Häufig wird so etwas gemacht, um Wildtiere zu töten, die Jagdkonkurrenten sind. Es können aber auch Hühnerbesitzer sein, die ihre Tiere vor Füchsen oder Greifvögeln schützen wollen, und es gibt auch immer wieder Hundehasser, die solche Giftköder auslegen." Franziska Baur, Projektgruppe Tatort Natur

Gefühl der Unsicherheit

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Projektgruppe Tatort Natur bayernweit 20 Giftköderattacken auf Wild- oder Haustiere. Bettina Wängler, die Finderin des Gift-Eis hofft, dass der Verantwortliche bald gefunden wird. Nicht nur sie plagt das diffuse Gefühl der Unsicherheit: "Ich habe Angst, andere Katzen- und Hundebesitzer in Vilsheim haben Angst und natürlich auch Familien mit kleinen Kindern. Ich appelliere an die Behörden die Sache hier wirklich ernst zu nehmen."

Die Polizei rät bei Spaziergängen in der Nähe von Vilsheim auf jeden Fall zur Vorsicht. Es sei nicht auszuschließen, dass hier irgendwo noch weitere Carbofuran-Eier ausgelegt wurden.

© BR/Mathias Flasskamp

Das mit Carbofuran vergiftete Ei

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