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Ticker: Habeck gegen Bepöbelung, Söder warnt vor "braunem Gift" | BR24

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Traditionell lieferten sich die Parteien heute wieder einen Schlagabtausch in Niederbayern. Dabei griffen sie sich teilweise heftig an.

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Ticker: Habeck gegen Bepöbelung, Söder warnt vor "braunem Gift"

Rechtsterrorismus, CDU-Krise und Klimaschutz - das waren die beherrschenden Themen beim politischen Aschermittwoch. Aber natürlich gab es auch Sticheleien gegen die Konkurrenz, besonders zwischen CSU und Grünen. Alles Wichtige hier zum Nachlesen.

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13.57 Uhr: Noch-CDU-Chefin AKK warnt eigene Partei

Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei vor einer allzu intensiven Selbstbeschäftigung gewarnt. Beim politischen Aschermittwoch der Christdemokraten im baden-württembergischen Fellbach sagte sie: "Wir dürfen nicht den Fehler machen zu glauben, wir als Partei seien der Nabel der Welt." Die bisherigen Bewerber um ihre Nachfolge - Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet - seien "gute Kandidaten". Ihre Unterschiede müssten "in einem fairen Verfahren ausgetragen werden." Die CDU will auf einem Sonderparteitag am 25. April ihren neuen Bundesvorsitzenden wählen.

13.28 Uhr: Auch AfD beendet politischen Aschermittwoch

Bei der AfD ist die Veranstaltung inzwischen ebenfalls zu Ende, wie BR-Reporter Johannes Reichart berichtet. Zum Abschluss gab es unter anderem "Merkel muss weg"-Rufe.

13.22 Uhr: Gysi schlägt eher nachdenkliche Töne an

Linken-Hauptredner Gregor Gysi schlägt eher leise Töne an: "Ich bin 72, ich halte den Klimawandel noch aus. Aber wer heute 13 oder 14 ist, der hat noch Jahrzehnte vor sich." Klima-Aktivistin Greta Thunberg habe etwas geschafft, was ihm selbst noch nicht gelungen sei, erklärte Gysi. "Trump musste ihr 20 Minuten zuhören - ich habe selten so ein gequältes Gesicht gesehen."

Gysi kritisierte auch den Einfluss von Wirtschaftsvertretern auf die Politik: "Nicht Merkel entscheidet, was der Chef der Deutschen Bank macht - sondern der Chef der Deutschen Bank entscheidet, was Merkel macht." Auch die SPD sieht Gysi kritisch. "Die deutsche Sozialdemokratie hat wieder mal verhindert, dass wir Transparenz bei internationalen Konzernen herstellen."

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Gregor Gysi bei seiner Rede bei den Linken am Politischen Aschermittwoch in Passau

13.09 Uhr: AfD-Landeschefin Miazga attackiert Merkel

Die bayerische AfD-Landesvorsitzende Corinna Miazga hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, dass in ihrer Regierung Widerspruch das Karriere-Aus bedeutet. Zudem bewegt sich Deutschland 2020 laut Miazga "vom Rechts- zum Linksstaat".

12.53 Uhr: "Sozialismus macht nicht frei und sexy, sondern arm"

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hält die politischen Ideen von Juso-Chef Kevin Kühnert für wenig hilfreich. "Wer wie ich noch eine sinnliche Erfahrung davon hat, wie vor 30 Jahren die Innenstädte in Ostdeutschland aussahen, der verbindet keinerlei romantische Gefühle mit dem Begriff Enteignung", sagte Teuteberg mit Blick auf Kühnerts umstrittene Äußerungen über BMW im vergangenen Jahr. Sozialismus mache "nicht frei und sexy, sondern arm".

12.50 Uhr: Bei den Linken spricht Gregor Gysi

Bei den Linken auf der "MS Linz" in Passau spricht inzwischen Gregor Gysi, nachdem zuvor der Kabarettist Urban Priol aufgetreten ist. Gysi eröffnete seine Rede selbstironisch - er sei "noch das einzige SED-Mitglied in unserer Bundestagsfraktion" und wisse auch nicht, wie er das ändern könnte. Weiter sagte Gysi: "Die Linken hatten immer edle Ziele, aber falsche Methoden - die Rechtsradikalen hatten nie edle Ziele."

12.30 Uhr: FDP-Generalsekretärin warnt vor Nazi-Verharmlosung

Nach dem Wirbel um die Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen hat FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg davor gewarnt, ihre Partei mit Extremisten gleichzusetzen. Wörtlich sagte Teuteberg: "Wer untadelige Demokraten, nur um daraus kurzfristig kleine Geländegewinne im parteipolitischen Wettbewerb zu erzielen, mit Extremisten gleichsetzt, der verharmlost die wirklichen Extremisten und Nazis."

Zuvor übte der bayerische FDP-Landesvorsitzende Daniel Föst Kritik an Bundesinneminister Horst Seehofer (CSU). Seehofer kette sich an seinem Schreibtisch fest "wie die Baumbesetzer im Hambacher Forst", erklärte Föst. Und an CSU-Chef Söder gerichtet sagte Föst: "Söder geriert sich als Staatsmann. Aber den Mut, seinen Hut für die Kanzlerkandidatur in den Ring zu werfen, hat er nicht. Deshalb hat es bei der CSU heute auch zwei mehr Grad mehr als bei uns. Weil keiner so viel heiße Luft produziert wie Markus Söder."

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FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg betont in ihrer Rede beim Politischen Aschermittwoch die klare Abgrenzung der FDP nach links und rechts.

12.24 Uhr: Esken attackiert Spahn - und stichelt gegen Söder

SPD-Chefin Saskia Esken hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, mit rechtspopulistischen Themen auf Stimmenfang zu gehen. "Er ist auch bekannt, weil er immer wieder die Klischees bedient, die am rechten Rand zünden", sagte Esken bei ihrer Rede in Vilshofen. Auch wenn es um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen gehe, sei Spahn kein progressiver Politiker.

Zu Beginn hatte die neue SPD-Chefin Grüße zu CSU-Chef Söder nach Passau geschickt. Dieser habe die SPD als "Tick, Trick und Track" bezeichnet. "Vielen Dank für dieses Kompliment, lieber Markus Söder, ihr seid die Panzerknacker - und ihr habt den gleichen Erfolg wie die", entgegnete Esken.

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SPD-Chefin Saskia Esken beim politischen Aschermittwoch in Vilshofen

12.12 Uhr: Habeck hält CDU-Krise für gefährlich - und ist für mehr Optimismus

Die gegenwärtige Krise der CDU ist laut Grünen-Chef Robert Habeck gefährlich für ganz Deutschland. "Die Desorientierung der anderen Parteien, die sich nur noch um sich selber drehen - das ist ganz konkret ein Problem, dass Deutschland lähmt", sagte er.

Inzwischen hat Habeck seine Rede ebenfalls beendet. Der Grünen-Chef sprach sich darin mehrmals für mehr Optimismus in der Gesellschaft aus. "Halten wir Aschermittwochs-Reden der Zuversicht und nicht der Bepöbelung des politischen Gegners", sagte Habeck. Und weiter: "Gucken wir gar nicht auf den politischen Gegner. Gucken wir nur noch auf die Probleme. Gehen wir sie an und lösen sie."

Kleinere Sticheleien gegen CSU-Chef Söder wollte sich aber auch Habeck nicht verkneifen. Wenn der bayerische Ministerpräsident zum Präsidiumstreffen der Union in den ICE nach Berlin steige, glaube er, als "starker Löwe" einzusteigen. "Aber wenn er in Berlin aussteigt, dann ist er ein kleines Kätzchen, das sich in keinster Weise durchsetzen kann. Trotz oder gerade wegen der lauten Töne."

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Grünen-Chef Robert Habeck beim politischen Aschermittwoch in Landshut

12.03 Uhr: Aiwanger attackiert GroKo - "Regierung braucht Feuer unterm Hintern"

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger stellt der Bundesregierung ein schlechtes Zwischenzeugnis aus. "Diese Regierung in Berlin braucht Feuer unterm Hintern", sagte Aiwanger bei seiner Rede in Deggendorf. "Wir können nicht länger zuschauen, wie sie Zeit vergeuden. Das ist fast ein Gruselkabinett.“ Mit Blick auf den Grünen-Chef stichelte Aiwanger, Robert Habeck sei gerade in Landshut und lasse sich "die Pendler-Pauschale auszahlen". Die Freien Wähler sähe Aiwanger am liebsten ebenfalls im Bundestag.

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Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, vergleicht die Bundesregierung mit einem Gruselkabinett.

11.55 Uhr: CSU-Chef Söder beendet Rede

Gegen Ende seiner Rede hat CSU-Chef Markus Söder die CDU vor einem Alleingang bei der Kanzlerkandidatur gewarnt. Ohne die Stimmen aus Bayern könne niemand gewählt werden. Zuvor hatte er mit Blick auf die aktuelle CDU-Krise betont, die CSU wolle nicht belehren, sondern unterhaken und helfen. Es sei eine "ernste Lage", ohne "Zeit für Spielereien". Alle Bewerber um den CDU-Vorsitz seien "hochkompetente Persönlichkeiten".

11.53 Uhr: AfD-Politiker wirft anderen "Hetze" vor

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio hat anderen Parteien Hetze vorgeworfen. Mit Blick auf den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau sagte er, wenn ein Kind vor den ICE gestoßen und ein Mädchen missbraucht werde, sei es nur ein "traumatisierter Einzeltäter". Aber wenn ein psychisch-paranoid Kranker in Hanau Amok laufe, "dann fahren Politiker ihre Hetze in Rekordzeit hoch".

11.45 Uhr: Habeck warnt vor Rechtsterrorismus

Grünen-Chef Robert Habeck geht in seiner Rede besonders auf den Rechtsterrorismus ein. "Wir haben es zu lange als Gesellschaft dulden lassen, dass man über 'Döner-Morde' und jetzt 'Shisha-Morde' spricht. Wir müssen Schluss machen mit dem Wegducken. Wir müssen unmissverständlich das Signal aussenden: Wer das selbstverständliche Vielfaltsleben in Deutschland angreift, kriegt es mit der entschiedenen Gegenwehr der Gesellschaft zu tun." Hans-Georg Maaßen sei zu lange Chef des Verfassungsschutzes gewesen, kritisierte Habeck. Rechtsextreme Gefährder seien zu lange nicht auf den Radar des Verfassungsschutzes gebracht worden.

CSU-Chef Söder wiederum nannte den Rechtsterrorismus in seiner Rede "eine neue Herausforderung, in einer ähnlichen Dimension, wie es damals die RAF war". Es brauche einen höheren Ermittlungsdruck auf die rechtsradikale Szene, forderte Söder. Auch sei es unerträglich, wie etwa Grünen-Politikerin Renate Künast im Netz angegriffen werde.

11.34 Uhr: Söder attackiert AfD heftig

CSU-Chef Söder hat in seiner Rede die AfD massiv angegriffen und vor "braunem Gift" gewarnt. Er erinnerte an das Totengedenken an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Bayerischen Landtag, als ein AfD-Abgeordneter demonstrativ sitzen blieb. Auch den jüngsten Wirbel um ein rassistisches Malbuch nannte Söder als Beispiel für die Gesinnung der AfD. "Warum darf man Herrn Höcke gerichtlich einen Nazi nennen? Weil er einer ist!", rief der CSU-Chef. Selbst AfD-Abgeordnete seien in einem TV-Beitrag nicht in der Lage gewesen, Zitate von Höcke und Adolf Hitler auseinander zu halten.

"Für mich ist klar: Es darf kein demokratischer Politiker in Deutschland von AfD-Gnaden in ein Amt gewählt werden", betonte Söder mit Blick auf die Ereignisse in Thüringen geben. Und weiter: "Wir müssen sie bekämpfen, wir müssen sie stellen."

11.29 Uhr: Piazolo über CDU-Vorsitz

Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo von den Freien Wählern hat in seiner Rede scherzhaft seinen Parteichef Hubert Aiwanger als neuen CDU-Vorsitzenden ins Spiel gebracht. "Wenn bei uns eine Position zu besetzen ist, macht das der Aiwanger", witzelte Piazolo. Auch für den eigenen Koalitionspartner hatte er eine Botschaft: "Wir sind die pragmatische Kraft, die die CSU immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Die CSU möchte auf den Mond , wir stehen mit den Beinen auf dem Boden der Tatsachen, bei den Menschen."

11.14 Uhr: SPD-Chefin Kohnen appelliert an Demokraten

Die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen geht in ihrer Rede auf die Konsequenzen aus den jüngsten Fällen von Rechtsterrorismus in Deutschland ein. "Wir müssen die Populisten, Rechtsextremen, Rassisten und Nazis in unserem Land nicht nur bekämpfen, sondern wir müssen ihnen zeigen, dass unsere Demokratie stark ist", sagte Kohnen in Vilshofen. Sie forderte auch eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro.

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Die bayerische SPD-Landeschefin Natascha Kohnen beim politischen Aschermittwoch in Vilshofen

11.00 Uhr: Grünen-Politiker Lettenbauer und Hartmann attackieren CSU

Die bayerische Grünen-Vorsitzende Eva Lettenbauer hat in ihrer Rede besonders die CSU attackiert. "Wer ein Tempolimit als Spaßbremse beim Umweltschutz sieht, der hängt wohl auch noch immer beim königlich bayerischen Amtsgericht fest, statt endlich zumindest mal 'Dahoam is Dahoam' zu schauen."

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Ludwig Hartmann, erklärte mit Blick auf die Umweltpolitik der Staatsregierung: "Bevor Markus Söder seine Liebe für den Natur- und Artenschutz entdeckt, entdecke ich meine Liebe für Franz Josef Strauß." Und an Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger gerichtet sagte Hartmann: "Wahrscheinlich schaffen es auch die klügsten Köpfe von Google und Apple nicht, einen Algorithmus zu entwickeln, der aus den Versatzstücken von Hubert Aiwanger eine vernünftige Energiepolitik macht."

10.54 Uhr: Söder stichelt gegen Habeck - "Käptn Iglo der Grünen"

CSU-Chef Markus Söder attackiert zum Auftakt seiner Rede vor allem Grünen-Chef Robert Habeck - als "Käpn Iglo der Grünen", der in Landshut bei einer "politischen Tofu-Tupper-Party" sei. Die Grünen hätten zwar gerade einen Lauf, das liege aber vor allem am FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. Denn in einer Jamaika-Koalition wären die Grünen auf Normalmaß geblieben, sagte Söder. "Wäre Jamaika gekommen, wäre Hofreiter wahrscheinlich Verkehrsminister - und der Andi glücklicher in einem anderen Ministerium", sagte der CSU-Chef mit Verweis auf Bundesverkehrsminister und Parteikollege Andreas Scheuer.

An den Grünen-Chef gerichtet rief Söder: "Wenn Herr Habeck einmal gesagt hat, Vaterlandsliebe finde ich zum Kotzen, da kann ich nur sagen: Wer sein Land nicht liebt, kann sein Land nicht führen." Mit einem grünen Kanzler würde es "Verbote und Belehrungen" aus der "grünen Mottenkiste" geben. Die CSU dürfe nicht von Schwarz-Grün träumen - "und am Ende mit Grün-Rot-Rot aufwachen".

10.47 Uhr: AfD mit Ebner-Steiner und Miazga

Auch bei der AfD in Osterhofen hat der politische Aschermittwoch begonnen. BR-Reporter Johannes Reichart twittert vom Einzug der beiden Hauptrednerinnen - Landeschefin Corinna Miazga und Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner.

10.41 Uhr: Habeck und Weber äußern Verständnis für Bauern

Grünen-Chef Robert Habeck hat vor seiner Aschermittwochs-Rede mehr Verständnis für die Landwirte in Deutschland gefordert. Im Gegenzug brauche es bei den Bauern mehr Verständnis für Arten- und Klimaschutz. "Wir müssen aufhören mit dem persönlichen Diskreditieren", sagte Habeck.

Auch CSU-Politiker Manfred Weber äußerte Verständnis für die jüngsten Proteste vieler Landwirte. Ansonsten ging Weber besonders auf das Thema Klimaschutz ein. Der Chef der konservativen Fraktion im Europaparlament sagte, die EU solle der erste Kontinent werden, der ohne klimaschädliche Gase wirtschaften kann. Dieses Ziel soll laut Weber aber "ohne Angst und Verbote" erreicht werden. "Ich möchte den Menschen nicht vorschreiben, wie oft sie in den Urlaub nach Mallorca fliegen dürfen", rief Weber. "Sondern ich möchte, dass Airbus einen Flieger produziert, der kein CO2 mehr ausstößt."

10.31 Uhr: Scheuer attackiert Linkspartei und AfD

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Abgrenzung der Union zur Linkspartei betont. "Die CDU und die CSU darf niemals mit einer Linkspartei gemeinsame Sache machen", sagte Scheuer. "Niemals, niemals." Der CSU-Politiker ergänzte mit Blick auf die AfD: "Wir brauchen in Deutschland weder eine Alternative nach links, noch eine Alternative nach rechts." Bemerkenswert: Als der nach dem Maut-Aus umstrittene Scheuer die Bühne betrat, waren in der Halle auch einige Pfiffe und Buhrufe zu hören.

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Beim Auftritt des niederbayerischen CSU-Bezirksvorsitzenden und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sind in Passau deutlich Pfiffe und Buhrufe zu hören.

10.17 Uhr: Blume eröffnet CSU-Aschermittwoch

CSU-Generalsekretär Markus Blume hat den politischen Aschermittwoch seiner Partei in Passau eröffnet. Die Veranstaltung sei keine Verlängerung von Fasching oder Karneval, sondern eine ernste Angelegenheit, betonte Blume. Mit Blick auf die Grünen stichelte er, bei der Rede von Robert Habeck könne man eine "Philosophenstunde" erwarten. In Richtung SPD sagte er, in Vilshofen gebe es "das Treffen einer Selbsthilfegruppe". Die AfD attackierte Blume besonders - diese habe aus der deutschen Geschichte nichts gelernt. "Dort kommen Radikale zusammen", betonte Blume.

10.11 Uhr: Voller Saal bei den Grünen

Bei den Grünen ist es heuer voller als sonst, berichtet BR-Reporterin Vera Cornette. Rund 600 Menschen wollen in Landshut die Rede von Parteichef Robert Habeck verfolgen.

9.59 Uhr: Wo sich die Parteien zum Aschermittwoch treffen

Bevor es gleich mit den ersten Rednern losgeht, finden Sie unter diesem Ticker-Eintrag nochmal die heutigen Veranstaltungsorte von CSU, Grünen, Freien Wählern, SPD, AfD, FDP und Linken. Übrigens: Dass der politische Aschermittwoch vor allem in Niederbayern spielt, ist kein Zufall - denn seinen Ursprung hat die Tradition im dortigen Vilshofen an der Donau. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands gibt es inzwischen entsprechende Veranstaltungen. So trifft sich etwa die CDU heute in Fellbach bei Stuttgart - mit der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

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Der politische Aschermittwoch in Niederbayern am 26.02.20

9.52 Uhr: Söder, Scheuer und Weber bei der CSU

Bei der CSU in Passau dürften zwar die meisten Augen auf den Auftritt von Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder gerichtet sein. Vor ihm spricht der nach dem Maut-Aus in der Kritik stehende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, auch EVP-Fraktionschef Manfred Weber ist als Redner angekündigt. Letzterer stand im vergangenen Jahr als konservativer Spitzenkandidat wegen der Europawahl besonders im Mittelpunkt. Auch dieses Jahr steht ein wichtiger Wahltermin bevor - die Kommunalwahlen in Bayern am 15. März.

9.49 Uhr: Die wichtigsten Redner im BR24-Livestream

BR24 überträgt die Hauptredner der sechs Landtagsparteien jeweils live - beim Zuschauen kann man also bequem auch hin- und her wechseln. Direkt zu den Livestreams geht es hier. Folgende Uhrzeiten sind geplant (leichte Abweichungen möglich): Robert Habeck (Grüne) gegen 10.50 Uhr, Markus Söder (CSU) gegen 11.00 Uhr, Saskia Esken (SPD) gegen 11.00 Uhr, Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gegen 11.25 Uhr, Linda Teuteberg (FDP) gegen 12.10 Uhr und Corinna Miazga (AfD) gegen 12.15 Uhr.

9.42 Uhr: Söder über Rechtsterror - "Unsere weltoffene Gesellschaft wird angegriffen"

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat vor seiner Rede angekündigt, dass er sehr deutliche Worte gegen Rechtsextremismus finden werde. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" sagte Söder, die Herausforderung sei fundamental. "Solche Taten, solche Amokläufe, solche rechte Terrorzellen, die ausgehoben wurden - das hätte sich Franz Josef Strauß nicht vorstellen können", erklärte Söder mit Blick auf den jüngsten Terroranschlag in Hanau. "Hass und Hetze verbalisieren sich in unserem Land nicht nur, sie militarisieren sich."

Söder bekräftigte in dem Interview erneut, dass er nicht Bundeskanzler werden wolle, sondern in Bayern seine "Lebensaufgabe" habe. Der bayerische Ministerpräsident betonte auch, dass alle Menschen im Freistaat "den gleichen Anspruch auf Schutz" haben. Für die aktuelle Situation findet Söder deutliche Worte: "Unsere weltoffene Gesellschaft wird angegriffen – rechte Gruppen wollen einen Bürgerkrieg anzetteln."

9.33 Uhr: Auch ÖDP und Bayernpartei laden ein

Viele kleinere Parteien laden in diesem Jahr ebenfalls zum politischen Aschermittwoch. Die ÖDP - zuletzt beflügelt vom Erfolg ihres Volksbegehrens zum Artenschutz - trifft sich um 12 Uhr in Landshut. Neben dem Landesvorsitzenden Klaus Mrasek wird auch die Volksbegehren-Beauftragte Agnes Becker sprechen. Derweil kommt die Bayernpartei ab 10.30 Uhr in Vilshofen zusammen.

9.29 Uhr: FDP mit Teuteberg, AfD mit Miazga, Linke mit Gysi

Die FDP trifft sich dieses Jahr in Landshut. Hauptredner ist nicht Parteichef Christian Lindner, der nach den Ereignissen in Thüringen zuletzt in die Kritik geraten ist, sondern Generalsekretärin Linda Teuteberg. Die Liberalen müssen aktuell auch ihr Last-Minute-Ausscheiden aus der Hamburgischen Bürgerschaft verdauen - dürften den Blick beim Aschermittwoch aber vor allem nach vorne und auf die politische Konkurrenz richten.

Bei der AfD wird in Osterhofen die neue Landeschefin Corinna Miazga als Hauptrednerin erwartet. Die Linke setzt mit Gregor Gysi auf einen Redner, der sich eigentlich aus der aktiven Politik zurückgezogen hat. Im vergangenen Jahr hatte Gysi noch kurzfristig erkrankt passen müssen - nun soll er an Bord der MS Linz in Passau für Stimmung sorgen.

9.16 Uhr: Landwirte demonstrieren an mehreren Veranstaltungsorten

Vor der Dreiländerhalle in Passau - wo die CSU heute zum politischen Aschermittwoch lädt - protestieren Landwirte gegen die Agrarpolitik auf Bundes- bzw. Landesebene. Seit Wochen fordern die Bauern zudem mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. Auch bei Grünen, ÖDP, FDP, SPD und Freien Wählern gibt es Demos der Organisation "Land schafft Verbindung". Bei den Veranstaltungen von AfD und Linken sind die Landwirte bewusst nicht - mit denen wolle man nichts zu tun haben, heißt es bei "Land schafft Verbindung". Bei den Freien Wählern werden die Landwirte dagegen später auch in die Halle gehen, um die Rede von Parteichef Hubert Aiwanger zu hören - wie BR-Reporterin Sarah Beham berichtet.

9.06 Uhr: Freie Wähler in Deggendorf - Heimspiel für Aiwanger

Die Freien Wähler setzen am Aschermittwoch traditionell auf ihren Parteichef Hubert Aiwanger, der selbst aus Niederbayern stammt. Als Oppositionspolitiker nutzte Aiwanger solche Anlässe früher auch zu ausgiebigen Sticheleien gegen die CSU. Nachdem die Freien Wähler seit Herbst 2018 in Bayern mit der CSU koalieren, konzentrierte sich Aiwanger zuletzt besonders auf die Grünen. Beim Gillamoos im vergangenen Jahr sprach er von einer "Kifferpartei", deren Politiker häufig noch nie eine echte Sau gesehen hätten - sondern höchstens ein Marzipanschweinchen.

8.59 Uhr: SPD-Chefin Esken vor Aschermittwoch-Premiere

Bei der SPD in Vilshofen spricht gegen 11 Uhr erstmals die Neu-Parteichefin Saskia Esken als Hauptrednerin. Vor ihrer Aschermittwochs-Rede gab sie sich zurückhaltend. "Das werden wir sehen, ob ich sowas kann", sagte Esken. Ein Vorbild könnte sie sich möglicherweise am Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert nehmen. Dessen Premiere auf dem Gillamoos - beim anderen großen politischen Bierzelt-Termin im Freistaat - sorgte im vergangenen Jahr für ein ungewöhnlich gut besuchtes und stimmungsvolles SPD-Zelt.

8.41 Uhr: Rechtsterrorismus, Thüringen, CDU-Krise

In diesem Jahr gibt es mehrere aktuelle Themen, die eine wichtige Rolle spielen dürften - vor allem natürlich die jüngsten Fälle von Rechtsterrorismus in Deutschland und die Konsequenzen aus dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau mit zehn ermordeten Menschen. Aber auch der Streit um die heftig umstrittene Wahl des Thüringer FDP-Fraktionschefs Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten und die daraus resultierende Krise der CDU dürften in vielen Reden auftauchen.

8.30 Uhr: Politischer Aschermittwoch in Bayern - seit gut 100 Jahren

Reichlich Bier und derbe Sprüche über die politische Konkurrenz - das ist der politische Aschermittwoch. Seit 1919 gibt es diese Tradition im Freistaat. Und auch wenn es dabei heute meist weniger heftig zugeht als zu den Zeiten von Franz Josef Strauß, finden die Reden noch immer weit über Bayern hinaus Beachtung. Das liegt auch an den vielen prominenten Rednern - heuer steht besonders das Fernduell zwischen CSU-Chef Markus Söder und dem Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck im Fokus. Die CSU trifft sich in der Dreiländerhalle in Passau, die Grünen kommen in Landshut zusammen.

© BR

Der politische Aschermittwoch ist eine bayerische Tradition, die aus der Faschingszeit nicht wegzudenken ist. Aber wie kam es dazu? #fragBR24