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Thüringen lockert Corona-Maßnahmen: Skepsis in Rhön-Grabfeld | BR24

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Seit Samstag hat Thüringen - als erstes Bundesland - die Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Thomas Habermann, Landrat im benachbarten Kreis Rhön-Grabfeld, sieht die Aufhebung kritisch und mahnt zur Wachsamkeit.

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Thüringen lockert Corona-Maßnahmen: Skepsis in Rhön-Grabfeld

Seit Samstag hat Thüringen – als erstes Bundesland – die Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Thomas Habermann, Landrat im benachbarten Kreis Rhön-Grabfeld, sieht die Aufhebung kritisch und mahnt zur Wachsamkeit.

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Von
  • Patrick Obrusnik
  • Ralph Wege

Familienfeiern und Essen in größerer Runde sind wieder erlaubt: Als erstes Bundesland hat Thüringen am Samstag die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Bislang durften sich in Thüringen nur Menschen von maximal zwei Haushalten treffen. Nun gelten nur noch Empfehlungen: Man soll sich mit nicht mehr als einem weiteren Haushalt oder zehn Menschen treffen. Wer sich in Thüringen nicht an die Empfehlungen hält, muss aber mit keinerlei Konsequenzen rechnen.

Skepsis im benachbarten Unterfranken

Der Landrat von Rhön-Grabfeld, Thomas Habermann, erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, er sehe die weiteren Corona-Lockerungen in Thüringen "nach wie vor kritisch". Zusammen mit dem Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen bilde man einen Wirtschaftsraum. Täglich pendelten rund 3.500 Menschen aus Thüringen nach Rhön-Grabfeld: "Die Grenze ist irrelevant für das Virus und die Infektionsgefahr."

"Gefahr ist nicht gebannt"

Zudem sei die Infektionslage in Thüringen laut Habermann nicht einheitlich. Der Nachbarlandkreis Schmalkalden-Meiningen zählte zuletzt in einer Woche nur fünf Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz 5). Diese Sieben-Tage-Inzidenz sei im dort angrenzenden Landkreis Sonneberg aber zehn Mal so hoch (Inzidenz 50).

"Das ist die Brisanz. Das ist das Risiko. Ich verstehe die Entscheidung, die in Thüringen getroffen worden ist. Aber nach wie vor möchte ich aufrufen, sorgsam zu sein. Vorsichtig und wachsam zu sein. Denn die Gefahr ist nicht gebannt." Thomas Habermann, Landrat Rhön-Grabfeld

Habermann sei froh darüber, dass in Thüringen - auch nach Ende der Kontaktbeschränkungen - weiterhin Maskenpflicht und Abstandsgebote bestünden. Zudem lobte der Landrat von Rhön-Grabfeld die bislang "sehr vertrauensvolle" Zusammenarbeit mit den Behörden im thüringischen Schmalkalden-Meiningen: Man werden auch künftig bilateral alles tun, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, so Habermann.

Thüringer Landrätin versteht Aufhebung

Peggy Greiser, die Landrätin von Schmalkalden-Meiningen, kann die Entscheidung ihrer Landesregierung, die Kontaktbeschränkungen aufzuheben, nachvollziehen. Die Infektionslage in Thüringen sei "sehr gering". Dies führe zu einem ständig ansteigenden, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck:

"Die Bevölkerung erwartet, dass man jetzt was tut. Und das hat sich jetzt in diesen Lockerungen, in diesen Empfehlungen niedergeschlagen." Peggy Greiser, Landrätin von Schmalkalden-Meinigen/Thüringen

Nach Ansicht der Landrätin wird man erst in einigen Wochen sehen, ob die Lockerungen in Thüringen fahrlässig oder angemessen waren.

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Am Montag fallen Corona-Beschränkungen in Thüringen. Darüber sind die angrenzenden Landkreise, so auch in Unterfranken, nicht sehr erfreut - beispielsweise in Rhön-Grabfeld.

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