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Thorsten Glauber: Minister im Rampenlicht | BR24

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Umweltminister Thorsten Glauber lädt am Freitag in Erlangen zur ersten von zwei geplanten Jugendklimakonferenzen ein. Vorab erklärt der Freie-Wähler-Politiker, was er sich von der Diskussionsveranstaltung erhofft.

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Thorsten Glauber: Minister im Rampenlicht

Debatten über Artenvielfalt und Flutpolder, Tiertransporte und Luftschadstoffe: Umweltminister Glauber steht seit Wochen im öffentlichen Fokus wie kein zweiter bayerischer Ressortchef. Heute startet er den Dialog mit "Fridays for Future"-Aktivisten.

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Einen Vorgeschmack im Kleinen auf den heutigen Tag bekamen beide Seiten schon vor zwei Wochen. Im BR-Landtagsstudio traf sich Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) mit einer "Fridays for Future"-Aktivistin zum "Streitgespräch". Es wurde ein freundlicher Meinungsaustausch auf Augenhöhe - ganz ohne Streit. Glauber zeigte viel Verständnis für die Proteste der jungen Menschen und versprach so glaubhaft ein neues Klimaschutzgesetz, dass die Münchner "Fridays for Future"-Sprecherin Ramona Wüst am Ende voll des Lobes für den Minister war.

Für heute Nachmittag hat der Freie-Wähler-Politiker zur ersten Jugend-Klimakonferenz des bayerischen Umweltministeriums nach Erlangen geladen, eine zweite soll am 5. April in München folgen. Binnen weniger Wochen ist Glauber zu so etwas wie einem Experten für runde Tische und Gipfeltreffen avanciert: ein runder Tisch zu Tiertransporten, Gesprächsrunden zum Hochwasserschutz, jetzt die Jugend-Klimakonferenzen, und am von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einberufenen runden Tisch zum Artenschutz sitzt Glauber als zuständiger Minister natürlich auch.

Aufstieg zum Minister

Bis Herbst 2018 war selbst so manchem politisch Interessierten in Bayern aus den Reihen der Freien Wählern nur Multifunktionär Hubert Aiwanger ein Begriff. Nach der Landtagswahl dann erhielt Glauber ein Ministerium, dass er eigentlich gar nicht wollte - und bekam unversehens so viel öffentliche Aufmerksamkeit wie kein anderer Minister im neuen Kabinett Söder.

Da ist der seit Monaten andauernde Streit über die Flutpolder an der Donau, in dem sich der Minister vorsichtig von der Linie seines Parteichefs Aiwanger absetzt. Da sind die anhaltenden Debatten über Stromtrassen und Luftschadstoffe. Und da ist vor allem das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Zwar hat Ministerpräsident Söder das Thema Artenschutz zur Chefsache erklärt - für ein neues Gesetz wird aber freilich der Umweltminister zuständig sein.

"Vom Gänseblümchen bis zum Kernreaktor"

Während Freie-Wähler-Chef Aiwanger als Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in den ersten Wochen mit einem verheerenden Medienecho zu kämpfen hatte, erwischte Glauber einen deutlich besseren Start ins neue Amt - nicht zuletzt wegen seiner nüchternen und sachlichen Arbeitsweise. Glaubers Ministerium ist zuständig für Umwelt und Verbraucherschutz. Er selbst spricht von einem "Querschnittsministerium". In einem Interview sagte er über sein Amt: "Ich bin zuständig vom Gänseblümchen bis zum Kernreaktor."

Glauber fährt Elektroauto

Auch wenn ihn bis zur Wahl wohl kaum jemand als möglichen Umweltminister auf dem Zettel hatte, weil sich der Abgeordnete Glauber vorwiegend in der Bau-, Verkehrs- und Energiepolitik profiliert hatte, so fand er doch schnell ins neue Amt. Das Thema Umweltschutz hat der Oberfranke dabei keineswegs erst mit seiner Berufung zum Minister für sich entdeckt. Schon als einfacher Abgeordneter setzte er sich intensiv für eine dezentrale Energiewende ein. Und er fährt schon lange ein Elektroauto.

Dass er den Biss hat, ein schweres Ziel mit Ausdauer zu verfolgen, zeigt Glauber nicht nur als Marathon-Läufer. Das beweist auch der berufliche Werdegang des gelernten Kommunikations-Elektronikers, der auf dem zweiten Bildungsweg Architektur studierte: "Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, kann ich mich fokussiert engagieren. Ich bin ein klassisches Kind des zweiten Bildungswegs, da lernt man auch mal zu beißen", sagte er einmal selbst dazu.

Minister will dauerhaften Gesprächskreis

Mit Blick auf die Jugend-Klimakonferenzen legt der Umweltminister Wert darauf, dass es ihm um keine einmaligen Show-Veranstaltungen geht. Es sei ein "erstes Kennenlernen", er wolle zunächst erfahren, welche Themen die jungen Menschen bewegen, warum sie Woche für Woche auf die Straße gehen. Daraus müsse aus seiner Sicht aber ein dauerhafter Gesprächskreis entstehen: "Um ihre Intentionen, um ihre Wünsche, um diese Bewegung auch wirklich weiterzutragen - in ein politisches Handeln."

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Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) lädt heute (29.3.19) in Erlangen zur ersten von zwei geplanten Jugend-Klimakonferenzen ein. An den Diskussionsveranstaltungen nehmen Jugendliche aus 450 bayerischen Schulen teil.