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Thermen in Rottal-Inn weiter geschlossen: "Unser Ort blutet" | BR24

© Georg Stahlbauer

Die Thermenlandschaft von Bad Birnbach von oben

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    Thermen in Rottal-Inn weiter geschlossen: "Unser Ort blutet"

    Jeder Tag bringt neue Verluste und Arbeitsplätze in Gefahr. Im niederbayerischen Bäderdreieck - Bad Birnbach, Bad Füssing, Bad Griesbach - müssen die Thermen aufgrund der Corona-Pandemie weiter geschlossen bleiben - trotz Sicherheitskonzept.

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    Über acht Wochen dauert nun der Corona-Shutdown für einige Branchen schon. Seitdem steht im niederbayerischen Bäderdreieck - Bad Birnbach (Lkr. Rottal-Inn), Bad Füssing und Bad Griesbach im Kreis Passau - alles still, obwohl die Betreiber betonen, dass eine Öffnung unter dem erarbeiteten Sicherheitskonzept möglich wäre.

    Leiterin der Rottal Terme: "absoluter Super-GAU"

    "Für alle Thermen, aber vor allem für die gesamte Region ist die aktuelle Lage der absolute Super-GAU", sagt Josefine Kohlmeier, Leiterin der Rottal Terme. "Wir haben Einbußen im siebenstelligen Bereich, unser Ort blutet." Besonders der Tourismus ist mit den Thermalbädern eng verstrickt, da diese der Hauptattraktionspunkt sind. Bleiben die Thermen geschlossen, werden auch die Gäste fernbleiben. Bad Birnbach sei ein reiner Kurort: "Wir leben hier vom Tourismus, wir haben hier quasi eine Monokultur", erklärt Kohlmeier. Somit würden genauso die Hotellerie wie auch die Gastronomie in Mitleidenschaft gezogen werden.

    © Kurverwaltung

    Die Rottal Terme in Bad Birnbach von oben

    Thermen in Österreich dürfen wieder öffnen

    Kohlmeier hofft, dass die Rottal Terme zumindest Stufenweise wieder geöffnet werden darf, denn kommende Woche dürfen in Österreich die Thermen wieder öffnen. "Nach Geinberg ist es nur eine halbe Stunde, dann fahren die Touristen halt dort hin, während wir hier weiter ins Leere schauen", sagt Kohlmeier. Neben der touristischen Seite betont auch der Verband Deutscher Badeärzte, dass vor allem der gesundheitliche Aspekt, wie die explizit medizinischen Bereiche der Kureinrichtungen, eine zentrale Rolle spielen würden: "Viele Patienten müssen nun auf einen wichtigen Teil ihrer Therapie verzichten", erklärt Arno Wenemoser, Kurarzt und Präsident des Verbandes Deutscher Badeärzte. "Die Kureinrichtungen, die Thermen, spielen eine große Rolle für die Geschädigten. Nicht nur als ganzheitliches Therapiekonzept, sondern auch als präventive Maßnahme."

    20.000 Jobs von den Thermen abhängig

    Jeder Tag ohne eine Öffnung der Thermen bedeutet enorme finanzielle Einbußen. In Niederbayern hängen gut 20.000 Jobs von den Thermen ab. Im Rottaler Bäderdreieck werden pro Jahr ca. 4,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen der aktuellen Maßnahmen für die gesamte Region sind verheerend, sagen die Betroffenen. Die Politik ist nun dran, Entscheidungen zu treffen.