BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Therme Erding: Wegen Corona rund 160.000 Euro Verlust am Tag | BR24

© Ursula Düren dpa/lby

Therme Erding

Per Mail sharen

    Therme Erding: Wegen Corona rund 160.000 Euro Verlust am Tag

    In der Corona-Krise sind auch die Schwimmbäder geschlossen. Niemand weiß, wann sie wieder öffnen. Ein Problem für die kommunalen Bäder, aber auch für private Betreiber wie die Therme Erding. Ihre finanziellen Einbußen sind immens.

    Per Mail sharen

    Flaute statt große Wellen, leere Bars und Wiesen - und das in der Hochsaison. Seit Mitte März ist die Therme Erding nahe München geschlossen. Normalerweise kommen täglich bis zu 11.000 Gäste. Doch das Ostergeschäft ist dieses Jahr ausgefallen, das von Pfingsten steht auf der Kippe. Den Inhaber Jörg Wund hat die Entscheidung kalt erwischt. "Unvorstellbar, weil wir 20 Jahre jeden Tag Betrieb gehabt haben. Es gab keine Schließminute und jetzt musste man wegen eines Virus die gesamte Anlage sofort schließen. Also da gab es Tränen, Enttäuschung, ein bisschen Wut."

    • Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Oberbayern finden Sie hier.

    Zeit für Renovierung nutzen

    © BR/Herbert Ebner

    Die Therme Erding ist derzeit geschlossen.

    Trotzdem: Der Stillstand tue seinem Unternehmungsgeist keinen Abbruch, betont Jörg Wund. Er nutzt die Schließung für umfangreiche Renovierungsarbeiten, die er ansonsten nur vereinzelt durchführen konnte. Und investiert genau jetzt einen Millionenbetrag. Ein Risiko in den unsicheren Zeiten? "Heute weiß ich, wir werden aber 1,8 Millionen Gäste wiederhaben, wie in der Vergangenheit. Also ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu investieren. Wir können hier unter Palmen einen Urlaub anbieten, wer kann das schon." Der Unternehmer ist überzeugt – nach der Krise werden sich die Becken und Saunalandschaften schnell mit Gästen füllen, die nach einer Alternative für den ausgefallenen Sommerurlaub suchen.

    Die meisten Beschäftigten sind in Kurzarbeit

    Es sind unsichere Zeiten auch für die rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Therme. Fast 80 Prozent sind in Kurzarbeit. Einige übernehmen neue Aufgaben. Kurzerhand werden Bademeister zu Handwerkern, erzählt der Gästebetreuer und Bademeister Mehmed. "Ich bin quasi ein Mann für alles gerade. Ich male, lackiere, ich bin am Schleifen, Rost wegmachen, Gartenarbeiten: also für alles, was ansteht, sind wir gerade zuständig."

    Große finanzielle Einbußen

    © Ursula Düren/ dpa/lby

    Kein Mensch im maurischen Ruhebereich "Alhambra".

    Inhaber Jörg Wund plant bis Ende Mai alle Renovierungsarbeiten abzuschließen. Nur: Wie lange kann sich eine der größten Thermallandschaften der Welt ohne Gäste über Wasser halten? Seit der Schließung fallen die kompletten Einnahmen der privat finanzierten Therme weg. "Im Grunde sind es 150 bis 180.000 Euro am Tag, die hier vernichtet werden, die wir nicht einnehmen können," so Wund. "Die Verluste sind noch höher, wenn man die Osterferien betrachtet, sodass wir in der Woche knapp eine dreiviertel Million Euro verlieren." Noch drei Monate würde die Therme die Schließung finanziell durchhalten.

    Wird Therme Erding nach Corona teurer?

    Noch ging es aber die Hoffnung, den Betrieb Anfang Juni stufenweise hochfahren zu können. Ob sich die Krise auf die Preispolitik auswirken wird – diese Frage bleibt unbeantwortet. Dass der reguläre Betrieb aber erstmal nicht möglich sein wird – darauf stellt sich die Geschäftsführung ein. Und plant die Wiedereröffnung erstmal nur für einzelne Bereiche - und wenn nötig mit einer begrenzten Besucherzahl.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!