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Theo Waigel zur Deutschen Einheit: "Tag des Glücks" | BR24

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Bildrechte: Helmut Scharpf

Theo Waigel bei der Jubiläumsveranstaltung "30 Jahre Wiedervereinigung" in der Basilika zu Ottobeuren.

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    Theo Waigel zur Deutschen Einheit: "Tag des Glücks"

    Als "Tag des Glücks" bezeichnet der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel den 3. Oktober 1990. In einer Rede in der Basilika zu Ottobeuren zog er Bilanz über 30 Jahre Deutsche Einheit und drückte dabei vor allem Dankbarkeit aus.

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    Von
    • Susanne Hofmann

    Sie fällt weitgehend glänzend aus, die Bilanz, die der frühere Bundesfinanzminister und Ehrenvorsitzende der CSU, Theo Waigel, 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im schwäbischen Ottobeuren gezogen hat. Im Rahmen eines Pontifikalamtes mit Bischof Bertram Meier, musikalisch gestaltet von den Augsburger Domsingknaben, sagte Waigel heute Vormittag, für ihn sei der 3. Oktober ein Tag des Glücks und der Dankbarkeit.

    Umgeben von Freunden

    Heute, 30 Jahre danach, sei Deutschland erstmals in seiner Geschichte umgeben von Freunden und Partnern. Die Deutschen seien zufriedener als zu jedem Zeitpunkt seit der Wiedervereinigung. Auch in den neuen Bundesländern empfänden zwei Drittel der Menschen ihre wirtschaftliche Situation als gut.

    Kirchen boten Raum für freie Rede

    In seiner Rede betonte Waigel die tragende Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution. Sie seien die einzigen gewesen, die "organisatorisch und strukturell in der Lage waren, der kirchlichen Friedensbewegung und dem Freiheitswillen ein schützendes Dach zu geben. (...) Zwischen biblischem Text und biblischer Besinnung, Gebet und Segenswort wurde der Raum für freie Rede eingeräumt." Das hätten mutige Christen zwischen 1982 und 1989 auch genutzt.

    Gorbatschow - "Held der Geschichte"

    Waigel würdigte den Mut der DDR-Bürger, auf die Straße zu gehen und friedlich für die Freiheit zu demonstrieren. Er hob aber auch hervor, dass Deutschland dem damaligen sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow viel zu verdanken habe. Dieser habe lieber den Verlust der Macht in Kauf genommen, als seine Politik der Perestroika und Glasnost aufzugeben: "So wird er zum Helden in der Geschichte", so Waigel wörtlich.

    Kosten der Einheit

    Waigel erinnerte aber auch an die finanzielle Belastung der Bürger durch die Kosten der Einheit. Vielleicht habe man diesen Kraftakt zu wenig gewürdigt. Zu einem vollständigen Bild gehöre aber auch, dass zwischen 1949 und 1989 mehr als drei Millionen Menschen von Ost nach West gegangen seien. Dort hätten sie zur Steigerung der Wirtschaftskraft und des Bruttosozialprodukts erheblich beigetragen.

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