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Irmgard Purlein
© Nadine Hauk/BR-Mainfranken

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Nadine Hauk
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Irmgard Purlein

Die Würzburgerin Irmgard Purlein ist heute 95 Jahre alt und eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen der Nürnberger Prozesse. Sie hat als Anwalts-Sekretärin im Verteidigerstab gearbeitet. 1945 wird Irmgard Purlein Anwalts-Sekretärin. Sie war 22 Jahre alt, als eine ehemalige Mitschülerin ihr den Job als Anwalts-Sekretärin bei den Nürnberger Prozessen vermittelt hatte. Die junge Frau erlebte hautnah mit, wie NS-Größen der Prozess gemacht wird – teils direkt im Gerichtssaal, teils auf der Zuschauertribüne von Saal 600.

"Wie mich diese Mitschülerin geholt hat, da hab' ich zu ihr gesagt: Weißt, die Neugier treibt mich schon. Ich möchte schon wissen, was diese Hammel unserem Volk angetan haben." Irmgard Purlein

Irmgard Purlein - als Sekretärin bei den Nürnberger Prozessen

Bis heute hört man die Wut in Irmgard Purleins Stimme, wenn Sie vom Zweiten Weltkrieg, von Hitler und den Gräueltaten der Nationalsozialisten spricht, die während der Nürnberger Prozesse zur Sprache kamen. Die unglaubliche Dimension der Grausamkeiten der Nationalsozialisten wurde erst sehr viel später klar, erzählt die 95-Jährige.

"Man sagt ja immer dem Volk nach, wir hätten alles gewusst. Gar nix hat das Volk gewusst!" Irmgard Purlein

Der Ausgang der Nürnberger Prozesse ist bekannt: Die meisten der Hauptangeklagten wurden zum Tod durch den Strang verurteilt. Auf die Frage, ob das alles auch gerecht war, antwortet Irmgard Purlein vorsichtig:

"Ich würde sagen, zur damaligen Zeit war’s vielleicht schon richtig. Die waren ja enttäuscht. Die haben ja gedacht, sie werden freigesprochen. Die haben ja nie mit einem Todesurteil gerechnet." Irmgard Purlein