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Bayern

Theatersanierung in Landshut vorerst nicht gestoppt | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Stadttheater Landshut

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    Theatersanierung in Landshut vorerst nicht gestoppt

    Der Haushaltsausschuss in Landshut hat beschlossen, die Planungen für die Sanierung nicht zu stoppen. Insgesamt stehen dafür 1,85 Millionen zur Verfügung. Der massive Protest gegen den Stopp hat somit Wirkung gezeigt.

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    Der massive Protest gegen einen Stopp der Theatersanierung in Landshut hat Wirkung gezeigt. Der Haushaltsausschuss hat am Mittwoch beschlossen, die Planungen für die Sanierung 2020 wie vorgesehen fortzusetzen. Dafür ist laut einem Sprecher ein Etat von 1,85 Millionen Euro eingesetzt worden. Ende Oktober hatte die Stadtverwaltung angesichts magerer Finanzen in Erwägung gezogen, die Sanierung auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen. Die Empörung in der niederbayerischen Stadt war groß.

    Online-Petition gegen den Stopp der Sanierung

    Mit einer Online-Petition sammelte das Theater-Ensemble Unterschriften gegen den Sanierungsstopp. Aus Sicht von Intendant Stefan Tilch hätte dies das Aus für die Einrichtung bedeutet - und in der Folge auch für die Theater in Passau und Straubing, die mit Landshut einen Theater-Zweckverband bilden.

    Bereits Ratten im Theater-Zelt

    Die Kosten für die mehr als 40 Millionen Euro teure Sanierung teilen sich der Freistaat mit 75 Prozent und die Stadt Landshut mit 25 Prozent. Wegen des sanierungsbedürftigen Zustandes des Theaters in Landshut steht das Ensemble bereits in der sechsten Spielzeit in einem Zelt am Stadtrand auf der Bühne. Die Sanierungsphase sollte mindestens elf Spielzeiten dauern, sagt Tilch. Das habe das Team zähneknirschend hingenommen. Als Dauerzustand sei das Zelt aber keine Option. Das Zelt bringe nämlich eine Reihe von Problemen mit sich - Ratten unter und im Zelt seien eines der geringsten.

    Große Probleme im Zelt-Provisorium

    Schwerwiegendere Probleme seien der Lärm und die Temperaturen. Im Sommer steige im Zelt die Temperatur schnell auf 40 Grad, unter dem Dach bei den Technikern bisweilen gar auf 50 Grad. Das sei auch arbeitsrechtlich bedenklich. Wenn Regen auf das Zeltdach prasselt, müssten sich die Schauspieler auf der Bühne anschreien, um die Geräuschkulisse zu übertönen, sagte der Intendant. "Irgendetwas ist quasi immer", so Tilch.

    Großer Protest gegen den Sanierungsstopp

    Die Stadtverwaltung habe mit ihrem Vorschlag, die Sanierung zu stoppen, wohl unterschätzt, welcher Protest sich regen würde, sagt Tilch weiter. Neben vielen Theaterbesuchern schalteten sich auch die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger in Hamburg, die Deutsche Orchestervereinigung in Berlin sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in München ein und forderten die Fortsetzung der Sanierung.

    Bezirkstagspräsident hält Theater für unverzichtbar

    Auch Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich hält ein Theater in der Regierungshauptstadt Niederbayerns für unverzichtbar. Das geht aus einer Mitteilung des Bezirks Niederbayern hervor. Die überregionale Bedeutung des Landestheaters Niederbayern werde laut Olaf dadurch dokumentiert, dass der Bezirk den laufenden Betrieb mitfinanziert. Für das Haushaltsjahr 2020 wurde vom Bezirk eine Summe von 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Das sei mit Abstand die höchste Förderung im kulturellen Bereich, die der Bezirk jährlich im Haushalt einplane. „Das unterstreicht, welche Bedeutung wir dem Landestheater Niederbayern beimessen“, so Heinrich. Der Bezirk habe großes Interesse daran, dass das Stadttheater Landshut in einen spielfähigen Zustand versetzt werde.