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Theater Hof: Wegen Corona Proben ohne Premierentermin | BR24

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Premieren fallen ins Wasser und Theater müssen weiterhin ohne konkretes Ziel proben. Wie geht es den Schauspielern? Wie wirken sich Proben mit Hygienekonzept auf die Dramaturgie der Stücke aus?

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Theater Hof: Wegen Corona Proben ohne Premierentermin

Kunst und Kultur haben es in Corona-Zeiten schwer. Leere Theater. Leere Bühnen. Geprobt wird trotzdem. Auch am Theater Hof. Aber wie ist es, eine Generalprobe zu spielen, ohne genauen Premierentermin?

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Wer momentan durch die Gänge des Theater Hofs geht, der hört permanent ein Geräusch. Es ist das Sprühen von Desinfektionsmittel. Kaum eine Tür, ein Gang, ein Raum sind ohne Hygienestation. Unter strengen Vorschriften versucht man hier den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das heißt: Es wird geprobt. In diesen Tagen wäre die Premiere von "Kanzlist Krehler" gewesen. Eine Tragikomödie von Georg Kaiser. Ein neuer Premierentermin fehlt allerdings.

Hygienemaßnahmen im ganzem Haus

"Wir haben den Betrieb ziemlich komplett auf Corona-Vorsorge umgestellt," sagt Intendant Reinhardt Friese. So ist vor der Generalprobe auch Requisiteurin Maryse Karap auf der Bühne. Mit Einmal-Handschuhen und Mund-Nasen-Schutz desinfiziert sie das Grammophon am Bühnenrand, Tür- und Kommodengriffe, Kaffeegeschirr. Alles was auf der Bühne zum Stück gehört und angefasst wird, wird von ihr sorgsam gereinigt. Und das nicht nur vor dem Stück, sondern auch direkt, wenn es die Bühne verlässt. "Es gehört mittlerweile dazu, so sind die Bestimmungen. Wir machen es einfach", so Karap.

Besondere Schutz nach der Maske

Auch in der Maske gibt es Veränderungen: Zwischen den einzelnen Plätzen sind Trennwände aufgebaut. Jeder Schauspieler, jede Schauspielerin hat ihre eigenen Pinsel und Schminksachen. Auch alle Maskenbildnerinnen tragen einen Mund-Nasen-Schutz, regelmäßig wird das große Fenster zum Lüften geöffnet. Eine besondere Herausforderung allerdings: der Mund-Nasen-Schutz nach der aufwendigen Maske. Beim aktuellen Stück ist das komplette Gesicht mit Farbe bemalt, dazu kommen sperrige Perücken.

Die Lösung: ein eigens gebauter Schutz in zwei Varianten. Die eine erinnert an einen Handspiegel, an einem Holzgriff ist eine Plexiglasscheibe befestigt und wird permanent vor das Gesicht gehalten. Bei der anderen Variante wird mit einem Haarband die überdimensionale Scheibe an der Perücke festgemacht und erinnert an die Face-Shields, die man jetzt immer öfter sieht.

Auch hinter der Bühne: Warten mit Abstand

Trennwände gibt es auch in den Garderoben zwischen den einzelnen Plätzen, dazu Desinfektionsmittel auf den Tischen. Hinter der Bühne sitzen oder stehen die Schauspieler und Schauspielerinnen mit Mindestabstand, warten auf ihren Auftritt. Kurz bevor sie die Bühne betreten, legen sie ihre Masken ab. Die Aufregung vor der Generalprobe ist spürbar, aber natürlich fehlt der letzte Schritt: ein Premierentermin. "Es ist ein bisschen wie das Warten auf den Weihnachtsmann", sagt Regieassistentin Kayla Bryant.

Publikum wird schmerzlich vermisst

Nach der Generalprobe fällt der Vorhang. Wann er sich wieder öffnet und dann im leeren Zuschauerraum wieder Publikum sitzen darf, ist weiter ungewiss. Es sei eine sehr anstrengende Zeit für alle, sagt Intendant Reinhardt Friese. Man sei froh, dass man zumindest proben könne und den Werkstattbetrieb aufrecht erhalten könne. Aber das Publikum fehlt allen schmerzhaft.

"Wir spielen ja nicht für uns, sondern fürs Publikum. Insofern ist es jetzt so ein bisschen ein mittendrin Aufhören. Wir hoffen natürlich, dass das bald vor Publikum gezeigt werden kann, was wir erarbeiten." Reinhardt Friese, Intendant am Theater Hof

Übrigens: Bei allen geprobten Stücken wird ebenfalls auf Hygienemaßnahmen geachtet. So wird der Abstand eingehalten, und statt echter Küsse werden beispielsweise nur Flugküsse verteilt.

Die Stimmung will man sich in Hof nicht verderben lassen. Die Devise: "Abwarten und weiter proben!"

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Obwohl der Premierentermin am Hofer Theater noch nicht feststeht, wird fleißig geprobt.

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