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Ein Teil des neuen Mainfranken Theaters ist beinahe fertiggestellt. Die Sanierung des alten Gebäudes dauert allerdings an.

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Teure Sanierung: Mainfranken Theater muss neuen Planer suchen

Die Sanierung des Mainfranken Theaters in Würzburg stockt ein weiteres Mal. Nun will das bisherige Planungsbüro zum Jahresende auf der Baustelle aufhören – wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Das bedeutet: Die Kosten werden erneut steigen.

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Pirmin BreninekPirmin Breninek
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Von außen betrachtet machen die Bauarbeiten am neuen Würzburger Mainfranken Theater sichtbare Fortschritte. Das zukünftige "Kleine Haus", wo 330 Besucher Platz finden sollen, ist beinahe fertiggestellt. Es handelt sich um einen Neubau auf dem Vorplatz des einstigen Theaters. Doch die Sanierung der dahinterliegenden, alten Spielstätte entwickelt sich immer mehr zum finanziellen Fiasko. Nun gab das Theater im Gespräch mit dem BR bekannt: Zum Jahresende will das bisherige Planungsbüro PFP aus dem Projekt aussteigen.

Planungsbüro will Zusammenarbeit beenden

Der Grund für die plötzliche Ankündigung: PFP aus Hamburg steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Gesellschaft führt seit kurzem einen gerichtlich angeordneten Sanierungsprozess in Eigenverwaltung durch. Das bestätigte das Architekturbüro auf BR-Anfrage. Damit wird PFP die Planung des Theaters nicht mehr zu Ende führen. Das Mainfranken Theater muss sich einen neuen Objektplaner suchen.

Fest steht damit, dass auch die Baukosten für die Sanierung noch einmal steigen. "Wie teuer es genau wird, ist aktuell noch nicht zu beziffern", sagt Dirk Terwey, Geschäftsführender Direktor am Mainfranken Theater. Das Bauprojekt sorgte bereits mehrfach für Ärger bei den Verantwortlichen und der Stadt Würzburg. Ursprünglich geplant waren Gesamtkosten von 71,6 Millionen Euro. Diese wurden bereits dreimal nach oben korrigiert, auf zuletzt 103 Millionen Euro. Das war im vergangenen Herbst, als die Preise für Rohstoffe und Baumaterialen noch deutlich günstiger waren.

Sanierung komplizierter als erwartet

"Wir haben gesunde Projekte und wir haben ein ungesundes Projekt", sagt PFP-Geschäftsführer Detlef Junkers. Gemeint ist damit die Baustelle in Würzburg. Demnach war das Architekturbüro von der Kostenexplosion selbst überrascht. "Wir haben festgestellt, dass das Projekt im Bestand deutlich komplexer ist als gedacht", sagt Junkers. Immer wieder sei man dadurch zeitlich in Verzug gekommen, sodass die Sanierung des Mainfranken Theaters für die Firma nicht mehr wirtschaftlich ist. Die anderen Bauprojekte des Büros seien allerdings nicht gefährdet.

Verantwortliche rechnen mit Stillstand auf Baustelle

Bis Ende 2022 will PFP das Projekt noch betreuen. Bis dahin soll bei der Bestandssanierung zumindest der Rohbau abgeschlossen sein. Allerdings erwartet Dirk Terwey vom Mainfranken Theater, dass die Baustelle anschließend zumindest zeitweise stillstehen könnte. Die Verantwortlichen müssen nun zum zweiten Mal ein europaweites Vergabeverfahren durchführen. Der Wechsel des Planungsbüros sei der "größtmögliche Störfall", den das Theater unbedingt habe vermeiden wollen. Die Verantwortlichen gehen nun davon aus, dass sich die Arbeiten bis 2026 ziehen. Noch vor kurzem rechneten sie mit der Eröffnung des "Großen Hauses" bis zur Spielzeit 2024/25.

Immerhin beim "Kleinen Haus", also dem neugebauten Teil des Gebäudes, soll der Zeitplan bleiben wie gehabt. Architekt und Bauherren rechnen mit den ersten Aufführungen im Herbst 2022.

Theater will neuen Objektplaner finden

Ein neues Planungsbüro für die Sanierung gibt es bislang noch nicht. Theater-Direktor Terwey ist zuversichtlich: "Das Projekt ist eine tolle Vision, die wir Wirklichkeit werden lassen."

Denkbar ist dennoch, dass der Preisanstieg ein zivilrechtliches Nachspiel haben könnte. Zwar hält sich das Mainfranken Theater bedeckt. Doch Forderungen an das Architekturbüro wolle man "aufrechterhalten". Bereits im vergangenen Herbst sprachen die Verantwortlichen von unbegründeten Mehrkosten in Höhe von knapp 10 Millionen Euro.

Das Mainfranken Theater trennt sich von dem Architekturbüro, das bislang die Sanierung geplant hat.

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