BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Ab morgen gilt eine Testpflicht an Bayerns Schulen. Anders sieht es in den Betrieben aus: Nur in wenigen Unternehmen werden die Mitarbeiter getestet. Arbeitsminister Heil will das ändern.

12
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bundesarbeitsminister Heil fordert verpflichtende Testangebote

Bundesarbeitsminister Heil will Unternehmen verpflichten, ihren Mitarbeitern mindestens einen Corona-Test pro Woche anzubieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten können. Beim Fürther Bauunternehmen GS Schenk rennt Heil damit offene Türen ein.

12
Per Mail sharen
Von
  • Nicolas Eberlein

Bundesweit sollen Unternehmen dazu verpflichtet werden, ihren Mitarbeitern "einfach und unbürokratisch" Testangebote zu machen. Das will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) so schnell wie möglich durchsetzen. Das solle alle Beschäftigten schützen, die nicht im Home Office arbeiten können. "Alle müssen jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen Corona leisten, auch die Arbeitswelt", sagte Heil der Bild am Sonntag. Testen schütze die Beschäftigten und halte die Betriebe offen, so Heil weiter.

40 Prozent der Beschäftigten erhielten demnach kein derartiges Angebot. Am Dienstag wolle der Minister in der Bundesregierung beschließen, dass alle Mitarbeiter, die nicht von zuhause aus arbeiten, das Recht auf mindestens einen Corona-Test pro Woche erhalten sollen. In Bereichen mit viel Kundenkontakt oder wer mit Lebensmitteln arbeitet, soll sogar Anspruch auf zwei Tests haben.

Fürther Bauunternehmen geht mit Tests in dritte Woche

Mit diesem Vorschlag rennt der Bundesarbeitsminister beim Fürther Bauunternehmen GS Schenk offene Türen ein. Dort geht das freiwillige Testangebot morgen bereits in die dritte Woche. Es sei ein hoher organisatorischer Aufwand, ihre rund 100 Baustellen mit Tests zu beliefern, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Andreas Eckert dem Bayerischen Rundfunk. Es gehöre aber zur Fürsorgepflicht von Unternehmen, die Belegschaft zu schützen. Das freiwillige Testangebot werde von den Mitarbeitenden gut angenommen, so Eckert weiter. Jeweils am Montag werden alle 360 Beschäftigten des Bauunternehmens getestet.

Test-Bescheinigungspflicht für Unternehmen wäre "unmöglich"

Heils Plan sieht zunächst keine Bescheinigungspflicht für die Unternehmen vor. Diese müssten lediglich die Selbsttests zur Verfügung stellen. Mehr wäre laut Andreas Eckert aber auch nur schwer möglich. Allein für die freiwilligen Tests ohne Bescheinigung sei der bürokratische Aufwand extrem hoch, "weil wir die Tests zu den Baustellen schaffen müssen und auch die entsprechenden Ergebnisse auch bei uns dokumentieren und protokollieren wollen. Das verpflichtend als Geschäftsleitung zu gewährleisten ist unmöglich. Das freiwillige Testangebot ist der richtige Weg", meint Eckert.

Laut "Bild am Sonntag" plant Heil für die Einführung der verpflichtenden Testangebote eine Verschärfung der Arbeitsschutzverordnung. Dabei soll zudem auch die Homeoffice-Regel, verlängert werden, die am 30. April ausläuft. Demnach solle jeder von zuhause arbeiten, für den es möglich ist.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!