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Bundespolizisten an der A93 bei Kiefersfelden

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Testpflicht für Reiserückkehrer: Dutzende Verstöße festgestellt

Es ist der erste Tag, an dem die neue Testpflicht für Reiserückkehrer greift. Viele Urlauber, die bei Passau über die Grenze kommen, zeigen Verständnis. Die Bundespolizei erwischte aber auch zahlreiche Reisende ohne Nachweis.

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Von
  • Zara Kroiß
  • Julia Binder
  • Tobias Bönte
  • BR24 Redaktion

Bei Kontrollen der seit Mitternacht geltenden Corona-Regeln für Reiserückkehrer hat die Bundespolizei Passau an der A3 bis zum Mittag etwa 80 Verstöße festgestellt. Das bestätigte der zuständige Dienstgruppenleiter Holger Rosenberger dem Bayerischen Rundfunk.

Insgesamt seien nahe der deutsch-österreichischen Grenze rund 200 Fahrzeuge überprüft worden. Unter den Kontrollierten seien auch die Fahrgäste dreier Reisebusse gewesen. Hier habe es gleich mehrere Verstöße gegeben, so Rosenberger.

Seit Sonntag müssen alle Urlaubsheimkehrer bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Die Testpflicht gilt für Einreisende ab zwölf Jahren, als Nachweis wird ein negativer Antigen-Test oder ein negativer PCR-Test akzeptiert. Geimpfte oder Genesene müssen nur dann auch ein negatives Testergebnis vorweisen, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet zurückkommen.

Haben sich die neuen Regeln noch nicht herumgesprochen?

Daniel Gibis, Sprecher der Bundespolizei Passau, geht davon aus, dass sich die aktuellen Einreiseregeln für Reiserückkehrer vor allem im Ausland noch nicht herumgesprochen haben.

Für die Bundespolizei Passau bedeuteten die Kontrollen einen enormen Aufwand, so Gibis – vor allem die Weitergabe der Fälle an die Gesundheitsämter bei Verstößen. Die Bundespolizei sei für solche Aufgaben "eigentlich nicht zuständig", sagte er.

Ihre Aufgabe bestehe im Wesentlichen darin, irreguläre Migration und Schleusungskriminalität zu bekämpfen. Neben der Autobahn-Kontrollstelle Rottal-Ost an der A3 würden Schleierfahnder auch stichprobenartig rund um Passau und im Raum Simbach kontrollieren.

Urlauber zeigen Verständnis

Von den bei Passau ankommenden Rückkehrern wird die Testpflicht bislang weitgehend positiv aufgenommen. Das ergab zumindest eine nicht-repräsentative BR-Umfrage an der Raststätte Donautal-Ost.

Wenn es nach Kroatien-Urlauber Robert Hanseck aus Berlin ginge, hätte die Testpflicht sogar schon viel früher kommen müssen – als die ersten Bundesländer in die Sommerferien gestartet sind. Er habe seine zwei nicht-geimpften Kinder in Kroatien testen lassen. Ein Test habe 50 Euro gekostet.

Urlauberin Meltim Keskin aus Krefeld habe in Serbien sogar 80 Euro gezahlt, sagt sie. "Jetzt hab ich mich eigentlich umsonst getestet, in Deutschland hätte ich mich kostenlos testen lassen können. Zwar blöd für mich, aber vorsichtshalber haben wir es halt gemacht", so die Urlauberin.

Bisher keine Verstöße bei Kiefersfelden

Seit Mitternacht werden die neuen Einreiseregeln auch an der Grenzkontrollstelle Kiefersfelden an der A93 kontrolliert. Bis zum Mittag gab es dort aber keine einzige Beanstandung.

Die meisten Autofahrer zeigen unaufgefordert ihren Impfpass, Negativtest oder Genesenen-Nachweis vor. Die Bundespolizei kontrolliert aber nur stichprobenartig. Viele Autos dürfen ohne Kontrolle durchfahren. Die Reisenden nehmen die neue Testpflicht auch hier gelassen, sie hätten sowieso alle Nachweise dabei, wussten vorher Bescheid oder seien eh schon geimpft, so die Urlauber im BR-Interview.

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Urlaubsheimkehrer müssen ab heute auch auf dem Landweg nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft oder eine Infektion überstanden haben. Sonst ist ein Negativ-Test fällig. Die Polizei kontrolliert das an der Grenze in Stichproben.

Bayerische Grenzpolizei beteiligt sich an Schleierfahndung

In Oberbayern werden die Bundespolizisten auch durch ihre Kollegen bei der bayerischen Grenzpolizei unterstützt. Sie beteiligen sich an der Schleierfahndung.

Sonderkontrollen führen die drei oberbayerischen Polizeipräsidien nicht durch. Das ergab eine Abfrage des BR. Auch die Kontrollen am Hauptbahnhof in München werden von der Bundespolizei durchgeführt.

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