BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Norbert Steiche
Bildrechte: BR/Julia Dechet

Bayerns Impfzentren stehen, doch bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, könnte es noch dauern. Das Impfzentrum Würzburg nutzt die verbleibende Zeit, um in einem Probedurchlauf schon mal alle Abläufe zu üben.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Testlauf am Würzburger Corona-Impfzentrum auf der Talavera

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt spricht vom größten freistehenden Corona-Impfzentrum in Bayern: Das Impfzentrum im Festzelt auf der Talavera. Wann die ersten Menschen hier geimpft werden, ist unklar. Einen Testlauf gab es aber schon.

Per Mail sharen
Von
  • Julia Dechet

Der Vorgang an sich ist simpel: Ärmel hochkrempeln, Oberarm freimachen, desinfizieren und eine Spritze bekommen. So weit ist es zwar noch nicht, schließlich fehlt für den Corona-Impfstoff in Europa noch die offizielle Freigabe. Wenn es aber mit den Impfungen losgehen soll, sind die Städte und Landkreise mittlerweile vorbereitet. Deutschlandweit wurden überall Impfzentren eingerichtet, so auch zwei für den Raum Würzburg. Einen ersten Testlauf gab es hier bereits. "Wenn es denn dann losgeht, dann sind wir bereit", sagt Oliver Pilz vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Würzburg.

"Größtes freistehendes Impfzentrum in Bayern"

Das "Hauptimpfzentrum" für den Raum Würzburg wurde auf der Talavera eingerichtet, in der Nähe des bereits bestehenden Testzentrums. "Wir haben das größte freistehende Impfzentrum bayernweit hier etabliert und das in Rekordzeit", sagt Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). Das Impfzentrum befindet sich nämlich in einem 4.000 Quadratmeter großen Festzelt. In wenigen Wochen wurde das Impfzentrum auf der Talavera geplant und errichtet.

Zweites Impfzentrum am Flugplatz in Giebelstadt

Das zweite Impfzentrum befindet sich in Giebelstadt im Landkreis Würzburg. So sollen die Bürger in Stadt und Landkreis Würzburg möglichst kurze Wege zum Impfzentrum haben, heißt es vom Würzburger Landrat Thomas Eberth (CSU). Für Bewohner im südlichen Landkreis und der südlichen Stadt sei Giebelstadt ein gut erreichbarer Standort, ebenso wie die Talavera für Bewohner im nördlichen Landkreis und der nördlichen Stadt gut erreichbar sei.

Geöffnet sein soll das Impfzentrum auf der Talavera Montag bis Samstag zwischen 11.00 Uhr und 19.00 Uhr. Die gleichen Öffnungszeiten hat auch das Impfzentrum im Hangar 3 am Flugplatz in Giebelstadt.

1.000 Impfungen am Tag möglich

Laut Oliver Pilz vom BRK wird derzeit mit etwa 100 Mitarbeitern täglich geplant. Die könnten dann, die Kapazitäten für beide Impfzentren zusammengerechnet, etwa 1.000 Personen pro Tag impfen. "Ein Impfer bedient in der Regel zwei Kabinen", sagt Oliver Pilz. Das medizinische Fachpersonal und die Verwaltungskräfte für die Würzburger Impfzentren stellen die Hilfsorganisationen. Die Ärzte werden laut Stadt Würzburg über die Kassenärztliche Vereinigung Bayern koordiniert.

Aufklärung per Video und persönlich

Das Impfzentrum auf der Talavera ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Zunächst gibt es einen Eingangsbereich, in dem Anmeldung und Personalien geprüft werden. Von dort aus geht es weiter in einen Warteraum und einen Raum, in dem eine Impf-Aufklärung via Video stattfinden soll. Die Bildschirme, auf denen das Video gezeigt werden soll, müssen allerdings erst noch eingerichtet werden. Zusätzlich gibt es zehn einzelne Aufklärungs-Kabinen. Hier soll es, zusätzlich zum Video, eine Möglichkeit für individuelle Fragen und Antworten geben.

19 Impf-Kabinen und ein Ruheraum

Die Impfung selbst wird dann in einer von 19 Kabinen durchgeführt. Möglicherweise wird hier noch eine Art Ampel-System eingeführt, damit klar ersichtlich ist, welche Kabine belegt und welche frei ist. Nach der Impfung geht es abschließend noch in einen Ruheraum. Hier sollen die geimpften Personen noch eine kurze Zeit, vermutlich etwa eine halbe Stunde, zur Beobachtung bleiben. Falls es zu allergischen Reaktionen nach der Impfung kommen sollte, könne dann entsprechend gehandelt werden.

Außerdem gibt es im zum Impfzentrum umfunktionierten Festzelt genügend Notausgänge. Dadurch können beispielsweise auch Personen das Impfzentrum verlassen, die sich während des Prozesses doch noch gegen eine Impfung entscheiden.

© BR/Julia Dechet
Bildrechte: BR/Julia Dechet

Das Impfzentrum auf der Würzburger Talavera hat verschiedene Bereiche, zum Beispiel einen Raum, in dem über die Corona-Impfung aufgeklärt wird.

Impfstoff wird in der Würzburger Uniklinik kühl gelagert

Der Impf-Vorgang selbst sei laut Oliver Pilz relativ unkompliziert. Die Person, die geimpft wird, müsse lediglich ihren Arm freimachen und bekommt dann die Spritze verabreicht. Der Impfstoff und seine Besonderheiten seien eher eine organisatorische Herausforderung: Da der Impfstoff bei etwa minus 70 Grad Celsius gelagert werden muss, sollen regelmäßig Impfdosen geliefert werden, die beispielsweise am Würzburger Uniklinikum gekühlt werden.

Mobile Impf-Teams für Pflegeeinrichtungen

Das Impfzentrum auf der Talavera gilt für den Raum Würzburg als "Koordinierungsstelle". Zusätzlich zu den zwei Impfzentren planen Stadt und Landkreis auch zehn mobile Impfteams, die in Pflege- und Betreuungseinrichtungen gehen sollen. Laut Information der Stadt handelt es sich dabei um 36 Einrichtungen im Landkreis und etwa 50 Einrichtungen im Stadtgebiet. Auch für Corona-Tests werden im Raum Würzburg bereits mobile Test-Teams eingesetzt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!