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Der "CityAirbus" wird im schwäbischen Donauwörth entwickelt. In die Luft geht er in Manching.

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    Testflüge in Manching: Airbus lässt sein Flugtaxi abheben

    In Donauwörth wird er entwickelt, in Manching hebt er ab: Der "CityAirbus". Bei den Testflügen erforschen die Ingenieure das autonome Fliegen und einen ruhigen Flug - damit den Passagieren der Zukunft nicht übel wird.

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    Von
    • Tobias Hildebrandt
    • Anna Klein

    Testpilot Lionel Arlen macht seine Runde um das Flugtaxi. Wie bei jedem Linienflug auch geht der Pilot vor dem Start einmal um das Fluggerät, um zu prüfen, ob alles passt und nichts beschädigt ist. Doch statt ins Cockpit setzt sich der Franzose dafür in einen weißen, fensterlosen Container vor mehrere Bildschirme. "Start und Landung funktionieren schon komplett automatisch, aber dann braucht er noch Kommandos zur Geschwindigkeit und Höhe", sagt der Testpilot.

    Start und Landung sind kritisch

    Der Traum vom autonomen Fliegen - auf dem Gelände von Airbus Helicopters in Donauwörth forscht der Luftfahrtkonzern daran. Die Testflüge des "CityAirbus" finden in Manching bei Ingolstadt statt. Das Ziel der Testflüge dort: Möglichst viele Daten über das unbemannte Fliegen mit acht Rotoren zu sammeln. Und das heißt auch: Einen möglichst sanften Flug entwickeln. Vor allem Start und Landung seien kritisch, sagt Testpilot Lionel Arlen. Denn immer, wenn die acht Rotoren mit ihren fast drei Metern Durchmesser nah am Boden sind, wird es windig und für das Flugtaxi komplizierter, sich ruhig in der Luft zu halten.

    Die Größe des Flugtaxis ist schon nah an der Realität

    Der Start klappt schon mal problemlos. In rund 20 Metern Höhe schwebt das Flugtaxi jetzt langsam über das Gelände. Der "CityAirbus" ist zurzeit ungefähr so groß wie ein Hubschrauber und sieht aus wie eine große Drohne. Bei dem Fluggerät handelt es sich um einen Demonstrator - ein Einzelstück, um das autonome Fliegen mit acht Rotoren zu testen. Während andere Hersteller das autonome Fliegen erst mit kleineren Modellen testen, ist man bei Airbus schon nah an der Realität. Mit seinem Gewicht von gut zwei Tonnen repräsentiere der "CityAirbus" schon die volle Größe eines wirklichen Passagier-Taxis, sagt Jörg Peter Müller, Head of Urban Air Mobility bei Airbus. Die Kabine ist so groß, dass vier Passagiere Platz hätten.

    Wie das fertige Flugtaxi aussehen wird, ist noch unklar

    Die Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen. Wie das fertige Flugtaxi einmal aussehen wird, ist noch unklar - das betont man bei Airbus immer wieder. In den USA erforscht Airbus auch das elektrische Fliegen mit Tragflächen, also Flügeln. Das spart Energie beim Vorwärtsflug. Gut möglich, dass auch der "CityAirbus" neben den Rotoren irgendwann einmal auch noch Flügel bekommt.

    Den Passagieren soll nicht übel werden

    Nach vier Minuten setzt das Flugtaxi wieder auf dem Boden auf. Ein Drittel des Akkus ist leer. Testpilot Lionel Arlen ist vor allem mit der Landung zufrieden, denn die war sanft. "Das ist ein wichtiger Punkt, weil wenn wir Passagiere mitnehmen wollen, muss die Landung auch ein bisschen schön sein", sagt er mit französischem Akzent. Schließlich müssen die Passagiere bei einem autonom fliegenden Taxi der Technik voll und ganz vertrauen. Wem beim Flug schlecht wird, der steigt vielleicht nicht noch einmal ein.

    Erste Flüge vielleicht schon in vier Jahren

    In vier Jahren könnte es die ersten Flüge mit dem "CityAirbus" geben. Zum Beispiel zwischen Innenstadt und Flughafen großer Metropolen - wahrscheinlich anfangs aber noch mit Piloten. Vielleicht sitzt dann ja Testpilot Lionel Arlen am Steuer, der Luftfahrtpionier aus Donauwörth.

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