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Im Osten Bayerns könnte bald ein Pilotversuch zur Öffnung von Schulen in Regionen mit hohen Inzidenzwerten starten.

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    Test-Offensive soll Schulöffnungen im Grenzland ermöglichen

    Kultusminister Piazolo schlägt für Regionen mit hohen Corona-Zahlen neue Testkonzepte für Schulen vor, um dort Wechselunterricht zu ermöglichen. Das könnte auch die Landkreise an der tschechischen Grenze in Niederbayern und der Oberpfalz betreffen.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Corinna Ballweg

    In einigen Landkreisen in Niederbayern und der Oberpfalz mit einer anhaltend hohen Inzidenz könnte in der Woche vor den Osterferien ein Pilotversuch zur Öffnung von Schulen unter Einhaltung spezieller Testkonzepte starten. Das bestätigte ein Sprecher des Bayerischen Kultusministeriums auf BR-Anfrage am Donnerstagvormittag.

    Dabei würden in erster Linie Landkreise berücksichtigt, deren Sieben-Tage-Inzidenz über einen längeren Zeitraum über dem Grenzwert von 100 liegt, so der Sprecher. Welche Kreise konkret Teil des Projekts sein könnten, ist demnach noch unklar.

    "Wir machen uns Gedanken über den ostbayerischen Raum"

    Zuvor hatte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) einen entsprechenden Pilotversuch ins Gespräch gebracht. Je nach Entwicklung der Corona-Zahlen könnte das Modell nach den Ferien ausgeweitet werden, hieß es. "Wir machen uns schon Gedanken über den ostbayerischen Raum – wie wir es schaffen, auch dort wieder Schüler in die Schule zu bringen", sagte Piazolo.

    Grenzlandkreise besonders betroffen

    Vor allem die ostbayerischen Kreise an der Grenze zu Tschechien sind von anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen betroffen - unter anderem wegen der beschleunigten Ausbreitung der britischen Virusvariante. Dazu gehören in der Oberpfalz die Kreise Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf und Cham. In Niederbayern sind es die Kreise Regen sowie Freyung-Grafenau. Für sie alle weist das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 aus (Stand: 11.03.).

    Gurgelmethode als Testmöglichkeit?

    Für den angedachten Pilotversuch sei es in einem nächsten Schritt Ziel, mit Wissenschaftlern an Universitäten ins Gespräch zu kommen, um Testmöglichkeiten und deren Umfang auszuloten, so der Sprecher des Kultusministeriums. Dabei wollen die Verantwortlichen auch Kontakt zur Universität Regensburg aufnehmen, um sich über die sogenannte Gurgelmethode zu informieren.

    Umfassende Testkonzepte für Schulen angedacht

    Generell schlägt Piazolo für Regionen mit hohen Corona-Zahlen umfassende Testkonzepte für Schulen vor, um auch hier teilweise wieder Wechselunterricht zu ermöglichen. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir über die Methode des intensiven Testens auch bei Sieben-Tage-Inzidenzen über 100 mindestens die Grundschulen wieder öffnen können", so Piazolo. Derzeit ist in Landkreisen und kreisfreien Städten mit Inzidenzen über 100 lediglich Distanzunterricht möglich.

    Piazolo vorerst gegen Testpflicht

    Bei seinem Vorschlag denkt Piazolo in jedem Fall an regelmäßige Tests zweimal pro Woche. Gegenüber einer Test-Verpflichtung für Schülerinnen und Schüler zeigt sich Piazolo aber skeptisch: "Die Schulen müssten die Tests verpflichtend durchführen. Aber eine Test-Verpflichtung für alle - da wäre ich im ersten Moment zurückhaltend." Allerdings müsse sich schon ein sehr hoher Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler beteiligen, damit man Wechselunterricht ermöglichen könne.

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