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Terror-Anschlag geplant: Gericht verurteilt Mann zu Haftstrafe | BR24

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Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen 23-Jährigen zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er einen Terrorakt geplant hatte. Der Mann aus der Gegend von Cham hatte vor, ein Sturmgewehr zusammenzubauen und eine größere Anzahl von Menschen zu töten.

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Terror-Anschlag geplant: Gericht verurteilt Mann zu Haftstrafe

Weil er einen Terror-Anschlag vorbereitet hat, hat das Landgericht Nürnberg-Fürth einen 23-Jährigen aus dem Landkreis Cham zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Er steht mit der rechtsextremen Gruppe "Feuerkrieg Division" in Verbindung.

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Von
  • Andi Ebert
  • Jonas Miller

Weil er einen Anschlagsplan im Internet geäußert hatte, muss ein 23-Jähriger Mann aus dem Landkreis Cham für zwei Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg Fürth verurteilte den Mann am Vormittag wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Haftstrafe wird nicht zur Bewährung ausgesetzt, da unter anderem eine günstige Sozialprognose fehle. 

Aufgrund einer psychischen Erkrankung bestehe nach Ansicht eines Gutachters die Gefahr, dass der Mann erneut straffällig und damit gefährlich werden könnte, so das Gericht. Auch werde der Mann unter Führungsaufsicht gestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Anschlag an "Ort der Andacht" geplant

Nach Ansicht der Kammer war der Mann entschlossen, einen Anschlag an einem "Ort der Andacht" zu verüben. Er besorgte sich im Internet den Nachbau eines Sturmgewehrs und informierte sich ausführlich über den Anschlag auf die Synagoge in Halle. Auch über den Bau von Sprengsätzen hatte sich der 23-Jährige im Internet informiert, ermittelte die Generalstaatsanwaltschaft München.

Angeklagter: Attentäter von Halle habe "versagt"

In einem Chat der rechtsextremen "Feuerkrieg Division" äußerte der Angeklagte, dass der Attentäter von Halle versagt hätte, so der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Eine konkrete Gefährdungssituation bei der Verhaftung habe aber nicht bestanden, so das Gericht.

Während des Prozesses erklärte der Verteidiger des Angeklagten, dass sein Mandant niemandem habe schaden wollen. Der gelernte Elektriker für Betriebstechnik hätte zwar in rechtsradikalen Gruppen gechattet und Waffen gebaut, die Planung eines Anschlags habe er allerdings von Anfang an verneint, so der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine vierjährige Haftstrafe, der Verteidiger des Angeklagten einen Freispruch gefordert.

International vernetzte Gruppe "Feuerkrieg Division"

Es ist das erste Mal, dass ein mutmaßliches Mitglied der international vernetzten Gruppe "Feuerkrieg Division" in Deutschland vor Gericht stand und verurteilt wurde. Diese hat sich nach Angaben des Landgerichts unter anderem Anschläge gegen Juden und Muslime zum Ziel gesetzt.

Neue Generation von rechtsextremen Terroristen

Für die Sicherheitsbehörden stellen Gruppen wie diese eine neue Herausforderung dar. So haben es die Beamten mit Akteuren zu tun, die vormals nicht zwangsläufig in einer klassischen Neonazi-Szene sozialisiert wurden. Diese neue Generation vernetzt sich in abgeschotteten Chatgruppen, auf Imageboards oder Computer-Spieleplattformen. Auch der Mann aus der Oberpfalz, der sich in Nürnberg vor Gericht verantworten musste, war laut bisherigen Erkenntnissen kein Teil der aktiven Neonazi-Szene.

In diesem Fall aber haben die Ermittler offenbar früh genug eingegriffen und konnten einen möglichen Terroranschlag vereiteln. Offiziell hat sich die "Feuerkrieg Division" vor Monaten aufgelöst. Doch gibt es etliche anderen Gruppen mit ähnlichem Inhalt.

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