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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Mit dem Teil-Lockdown und der Corona-Verordnung sind diverse Sportarten derzeit verboten, auch Tennis. Genau dagegen klagt jetzt der Tennis-Club Gerbrunn durch eine Würzburger Anwaltskanzlei. Das Verbot im Tennis-Sport sei unverhältnismäßig.

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Tennis-Club Gerbrunn klagt gegen Corona-Verbot im Tennis

Mit dem Teil-Lockdown und der Corona-Verordnung sind diverse Sportarten derzeit verboten, auch Tennis. Genau dagegen klagt jetzt der Tennis-Club Gerbrunn durch eine Würzburger Anwaltskanzlei. Das Verbot im Tennis-Sport sei unverhältnismäßig.

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Von
  • Julia Dechet
  • Jochen Wobser

Individual-Sport ja, Mannschafts-Sport nein. Das schreibt der derzeit geltende Teil-Lockdown vor, der bis 10. Januar verlängert wurde. Tennistraining und -spiele sind also im Rahmen der Corona-Verordnung verboten. Genau dagegen kommt jetzt eine Klage aus dem Landkreis Würzburg an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Zehn Meter Abstand beim Tennis

Die Klage kommt vom Tennis-Club-Rot-Weiß Gerbrunn im Landkreis Würzburg. Vor Gericht vertreten wird der Tennis-Club von einer Würzburger Anwaltskanzlei. "Bei einem Sport, bei dem in der Regel mehr als zehn Meter Abstand zwischen den einzelnen Tennisspielern besteht, lässt sich durch ein entsprechendes Hygienekonzept eine Ansteckungsgefahr vermeiden", begründet die Kanzlei die Klage.

Der Tennissport könne nicht genauso behandelt werden wie Sportarten mit geringeren Abständen oder Körperkontakt, heißt es von der Kanzlei. Laut dem Würzburger Anwalt sei das Verbot von Training und Eins-gegen-Eins-Spielen im Tennis unverhältnismäßig. Die mehr als 30-seitigen Anträge zielen laut Kanzlei nur auf Einzel-Begegnungen sowie Einzel-Trainerstunden im Tennis ab, also nicht auf Doppel.

Ziel: Kurzfristige Aufhebung des Tennisverbots

Wie der zuständige Anwalt Julian Pfeil dem BR sagte, sei mit dem sogenannten Normenkontrollantrag ein zweiter Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Anordnung verbunden. Gerade dieser zweite Antrag ziele auf eine möglichst kurzfristige Aufhebung des Tennisverbots. Julian Pfeil geht davon aus, dass hier innerhalb von ein bis zwei Wochen eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs da sein müsste. Der Normenkontrollantrag beziehe sich dagegen auf eine langfristige Regelung. Bis zu deren Entscheidung könnte das Tennisverbot möglicherweise "ohnehin schon Geschichte" sein, so Julian Pfeil – abhängig von der Pandemie-Entwicklung.

Reaktion auf Klage von Fitnessstudio-Betreibern

Grundlage ist ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Als Reaktion auf eine Klage von Fitnessstudio-Betreibern hatte der Verwaltungsgerichtshof eine Unverhältnismäßigkeit festgestellt, wenn – wie zuvor noch gegeben – Ballsportler beim Tennis, Squash oder Badminton in die Halle dürfen, Sportler im Fitnessstudio jedoch nicht. Das Gericht hatte eigentlich eine Lockerung empfohlen – und in solch einem Rahmen auch die Fitnessstudios wieder zu öffnen. Doch die Bayerische Staatsregierung zog andere Konsequenzen und interpretierte den Gleichbehandlungsgrundsatz anders. Seitdem ist Hallensport inklusive der Ballsportarten nicht mehr erlaubt.

Manche Corona-Verbote bereits gekippt

Die Würzburger Kanzlei rund um den Anwalt Alexander Lang hat bereits mit mehreren Klagen Schlagzeilen gemacht: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat etwa seinem Antrag stattgegeben, die Sperrstunde um 22 Uhr in Bayern aufzuheben, sowie den Lockdown im Kreis Gütersloh gekippt und das Beherbergungsverbot für Hotels für nichtig erklärt. Zuletzt hatte Lang beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof im Namen eines Gastronomen und Hoteliers gegen die Schließung der Gastronomie im Teil-Lockdown geklagt.

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