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Telefonbetrug: Opfer hilft Polizei bei Ermittlungen | BR24

© BR/Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Telefonbetrüger geben häufig vor, Polizeibeamte zu sein.

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Telefonbetrug: Opfer hilft Polizei bei Ermittlungen

Immer häufiger werden bei der Polizei betrügerische Telefonanrufe gemeldet. Auch eine Frau aus dem Allgäu ist auf die Masche der Betrüger hereingefallen und hat dabei Geld verloren. Mit ihrer Hilfe konnte die Polizei einen der Kriminellen stellen.

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Der Polizei in Schwaben werden immer öfter betrügerische Telefonanrufe gemeldet. Allein im ersten Halbjahr 2019 verzeichnete das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten fast 570 solcher Fälle. Immer wieder haben die Betrüger Erfolg und kassieren Summen von 2.000 bis zu 200.000 Euro.

Betrüger geben sich als Polizisten aus

Die Allgäuerin Annemarie Engler (Name von der Redaktion geändert) zum Beispiel hat mehrere tausend Euro bezahlt. Kriminelle lullten sie mit ihren Anrufen ein; sie gaben sich als Polizisten aus. Engler sollte helfen, eine Straftat rund um einen Geldgewinn aufzuklären – und die Täter mit Geld anlocken.

Tochter geht zur Polizei

Dass sie den Betrug schließlich durchschauen konnte, hat Engler ihrer Bank zu verdanken: Dieser war aufgefallen, dass die Allgäuerin immer wieder höhere Summen abgehoben hatte. Die Mitarbeiter informierten Englers Tochter. Sie schaltete schließlich die Polizei ein.

Täter tappt in Falle

"Wir haben dem Täter eine Falle gestellt", erinnert sich Jürgen Salzmann von der Kripo Neu-Ulm. Annemarie Engler hat weiter so getan, als würde sie die falschen Polizisten unterstützen. Sie stimmte einer neuen Geldübergabe zu. "Dabei haben wir den Geldabholer festgenommen."

Telefonanrufe aus dem Ausland

Gegen die Hintermänner wird noch ermittelt. Keine leichte Aufgabe für die Polizei: Die Spuren führen fast immer ins Ausland, oft nach Osteuropa und in die Türkei. In den Callcentern dort sitzen Menschen, die fließend Deutsch sprechen. Sie gaukeln den meist älteren Opfern zum Beispiel vor, von der örtlichen Polizei zu sein und warnen vor Einbrechern in der Nachbarschaft. Beliebt ist auch der sogenannte "Enkeltrick".

Polizeipräsident rät zur Vorsicht

Bei solchen Anrufen sollte man immer misstrauisch sein, rät der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Werner Strößner. Betroffene sollten sich gegebenenfalls mit Vertrauten besprechen und die echte Polizei informieren. "Die echte Polizei stellt auch keine Fragen zu Vermögenswerten am Telefon und bietet auch nicht an, Wertsachen in Verwahrung zu nehmen", stellt Strößner klar.