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Teil-Lockdown: Was in Bayern ab Montag gilt | BR24

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Teil-Lockdown: Was in Bayern ab Montag gilt

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Teil-Lockdown: Was in Bayern ab Montag gilt

Wegen hoher Corona-Zahlen tritt in Bayern - wie bundesweit - am Montag ein Teil-Lockdown in Kraft: mit Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsverbot und Schließung von Theatern, Kinos, Bädern und Sportstudios. Örtlich strengere Regeln bleiben bestehen.

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Zum ersten Mal seit dem Frühjahr treten am Montag wieder in ganz Deutschland weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem vierwöchigen "Lockdown light", der deutlich milder sei als im Frühjahr. Mit den Maßnahmen soll die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Wochen deutlich gesenkt werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Das bayerische Kabinett beschloss in einer Sondersitzung, die Bund-Länder-Beschlüsse im Freistaat eins zu eins umzusetzen. Die Einschränkungen sollen voraussichtlich bis Ende November befristet sein - aber nach zwei Wochen evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden. "Ich hoffe einfach sehr, dass nach einem dunklen November ein hellerer Dezember möglich ist", sagte Söder. "Wie hell das Licht dann strahlt, das hängt von jedem Einzelnen ab." Ein Überblick über die Maßnahmen:

Strenge Kontaktbeschränkungen

Kontakte zu Menschen aus anderen Haushalten sollen ab Montag laut Staatskanzlei auf ein "absolut nötiges Minimum" reduziert werden. Das ist Söder zufolge das "wichtigste Mittel". Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum gilt dann, dass sich maximal zwei Hausstände treffen dürfen, in jedem Fall aber maximal zehn Menschen.

"Das heißt, nicht zehn verschiedene Personen treffen sich, sondern zwei - zwei Personen oder zwei Familien", erläuterte Söder. "Man kann den Nachbarn einladen mit der Familie, aber man kann nicht mehrere Nachbarn einladen." Für Kinder gelte in den Schulferien: "Mit einem Freund zu treffen ist ok, aber nicht mit acht oder neun anderen, um auf die zehn zu kommen."

Das geht über die seit Monaten in Bayern geltenden Kontaktbeschränkungen hinaus - und ist auch strenger als die bisherigen Regelungen nach der bayerischen Corona-Ampel für Kommunen mit hoher Sieben-Tage-Inzidenz. Bei der Ampelfarbe "rot" gilt bisher eine Beschränkung auf zwei Hausstände oder maximal fünf Personen. Damit konnten sich mehrere Freunde treffen, was ab Montag nicht mehr erlaubt ist.

Auf nicht notwendige private Reisen verzichten

Die Politik fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf, grundsätzlich auf "nicht notwendige private Reisen" zu verzichten - ebenso auf Besuche, auch von Verwandten. Von überregionalen Ausflügen sollte man ebenfalls absehen.

Hotels, Pensionen und Anbieter von Ferienwohnungen dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Nur Geschäftsreisende dürfen dort übernachten.

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Wegen hoher Corona-Zahlen tritt in Bayern - wie bundesweit - am Montag ein Teil-Lockdown in Kraft: mit Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsverbot und Schließung von Theatern, Kinos, Bädern und Sportstudios. Örtlich strengere Regeln bleiben bestehen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen

Komplett schließen müssen von Montag bis voraussichtlich Ende November alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen im weiteren Sinne: Von Opern, Theatern, Museen und Kinos über Freizeitparks, Zoos, Spielhallen und -banken, Wettannahmestellen und Bordelle bis hin zu Bädern, Saunen, Wellnesseinrichtungen und Fitnessstudios.

Auch Messen, Kongresse und Tagungen dürfen nicht stattfinden. Dagegen bleiben laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) Bibliotheken und Archive geöffnet.

Kein Freizeit- und Amateursportbetrieb

Wer Sport treiben möchte, darf dies allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands. Darüber hinaus darf es keinen Freizeit- und Amateursport geben. Nach Angaben von Herrmann müssen auch Skilifte und Bergbahnen geschlossen bleiben.

Profisportveranstaltungen - wie zum Beispiel Spiele der Fußball-Bundesliga - bleiben erlaubt. Es sind aber keine Zuschauer zugelassen.

Verbot von Veranstaltungen - Gottesdienste und Demos möglich

Wie im Frühjahr werden "Veranstaltungen aller Art" untersagt. Im Unterschied zu damals bleiben aber Gottesdienste und Demonstrationen erlaubt, weil es sich dabei um "verfassungsrechtlich sehr hoch geschützte Veranstaltungen" handelt, wie Staatskanzleichef Herrmann zur Begründung sagte.

Gastronomie: Speisen nur außer Haus - Kantinen nicht betroffen

Bars, Kneipen und Restaurants müssen schließen. Sie dürfen lediglich Speisen liefern oder zum Verzehr zu Hause verkaufen. Kantinen dürfen dagegen geöffnet bleiben. Für Clubs und Diskotheken ändert sich nichts: Sie bleiben zu.

Kosmetikstudios schließen - Friseursalons nicht

Ebenfalls schließen müssen nach Angaben der Staatskanzlei "Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege". Gemeint sind damit zum Beispiel Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe, "weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist".

Medizinisch notwendige Behandlungen - wie Physio, Ergo- und Logotherapie sowie Fußpflege - sind dagegen gestattet. Auch Friseursalons dürfen weiter Kunden bedienen, sofern sie die bestehenden Hygieneauflagen einhalten. Das gilt nach Angaben des Staatskanzleichefs auch für reine Bräunungsstudios - da dort keine körperliche Nähe nötig sei.

Geschäfte bleiben offen

Geschäfte des Groß- und Einzelhandels können geöffnet bleiben - müssen aber weiterhin dafür sorgen, dass auf zehn Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde kommt. Es gelten nach wie vor Hygieneauflagen.

Kitas, Schulen und Universitäten

Anders als im März werden auch Schulen, Kindergärten, Krippen, Horte und Mittagsbetreuungseinrichtungen nicht geschlossen. Sie sind laut Söder von dem "Lockdown light" ausgenommen - "so lange es geht". Es sei "klare Priorität", Schulen, Kitas und Universitäten offen zu halten. Zumindest die Schulen bleiben nächste Woche aber zu - wegen der bayerischen Herbstferien.

Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie vergleichbare Beratungseinrichtungen dürfen weiterhin öffnen.

Strengere örtliche Regeln bleiben bestehen

In manchen bayerischen Landkreisen oder kreisfreien Städten gelten wegen einer besonders hohen Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) Einschränkungen, die noch strenger sind als die neu beschlossenen Regeln. So sind beispielsweise in den Landkreisen Rottal-Inn und Berchtesgadener Land auch Kitas und Schulen geschlossen. Solche schärferen Maßnahmen bleiben in Kraft.

Herrmann sagte dazu, es bleibe für die Behörden vor Ort möglich, "weitergehende Regelungen zu treffen, wo es notwendig ist aufgrund des Infektionsgeschehens".

Maskenpflicht und Alkoholverbote

Auch die bisherigen Corona-Ampel-Regelungen in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zur Maskenpflicht bleiben bestehen: Ab einer Inzidenz von 50 gilt automatisch eine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen (einschließlich Grundschulen), auf bestimmten öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz.

Ab 22 Uhr darf auf stark besuchten öffentlichen Plätzen kein Alkohol konsumiert werden, ebenfalls ab 22 Uhr dürfen Tankstellen und Lieferdienste keinen Alkohol verkaufen. "Davon werden keine Abstriche gemacht", sagte der Staatskanzleichef.

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