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Corona-Pandemie: Warum Söder keine Entwarnung sieht | BR24

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Bayerns Ministerpräsident Söder sieht einen ersten Teil-Erfolg durch den teilweisen Lockdown - und bedankt sich bei der bayerischen Bevölkerung für ihr Mitmachen bei den Corona-Maßnahmen.

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Corona-Pandemie: Warum Söder keine Entwarnung sieht

"Es gibt keinen Anlass zu Entwarnung", sagt Bayerns Ministerpräsident Söder nach einem Besuch der Augsburger Uniklinik. Zudem macht er eine Zielmarke für die Pandemie deutlich - und äußert sich zu den Querdenker-Protesten in Berlin.

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Markus Söder zieht den Reißverschluss seiner Jacke bis oben hin zu. Es ist ungemütlich in Augsburg, wo er soeben die Uniklinik besucht hat. Die Stadt gehört bundesweit zu den Corona-Hotspots. "Es gibt keinen Anlass zu Entwarnung, die Zahlen sind noch viel zu hoch", sagt der bayerische Ministerpräsident vor Pressevertretern.

Wie geht es weiter mit dem Teil-Lockdown?

Man müsse wieder auf einen Inzidenzwert von 50 kommen, denn erst ab diesem Wert könnten die Gesundheitsämter die Kontakte von Infizierten wieder seriös nachverfolgen, so Söder. Das zeige die Erfahrung. Davon sei man jedoch noch weit entfernt.

Nächste Woche will der CSU-Chef auf der Ministerpräsidenten-Konferenz mit seinen Amtskollegen beraten, wie es mit Blick auf die Corona-Maßnahmen weitergehen soll - und setzt auf die Frage nach einer Verlängerung der Maßnahmen den Grundton für das Treffen: "Ein Vor und Zurück erzeugt noch viel weniger Vertrauen bei der Bevölkerung."

Direktor der Uniklinik: "Es trifft nicht nur die Alten"

Die Infektionszahlen würden sich zwar stabilisieren, so Söder. Allerdings nehme die Belegung in den Krankenhäusern weiter zu, schwere Krankheitsverläufe würden sich häufen und die Todeszahlen relativ stark ansteigen. Dass Deutschland besser durch die Krise komme als andere Länder, liege am Gesundheitssystem in der Bundesrepublik. Allerdings sei die Belastung des Personals hoch, weshalb Söder in diese Richtung einen besonderen Dank aussprach.

Der ärztliche Direktor der Uniklinik, Prof. Michael Beyer, warnte: "Es sind nicht nur die Alten, wir sehen junge Patienten ohne Vorerkrankung, die teils beatmet werden müssen." Ein junger Patient könne nicht mal mehr beatmet werden, er würde nun über andere Geräte mit Sauerstoff versorgt. "Deshalb mein Appell: Es ist durchaus ernst", so Beyer.

Söder: Verfassungsschutz soll Querdenker beobachten

Bezogen auf die Demonstrationen gegen das Infektionsschutzgesetz sagte Söder, die Querdenker-Szene gebe Anlass zur Sorge. Auch der Verfassungsschutz solle sich des Themas annehmen.

Bezogen auf Aktivisten, die wohl von der AfD in den Bundestag eingeladen worden waren, um vor der Abstimmung Politiker der Koalition zu bedrängen, sagte Söder: "Die AfD lebt vom Tabubruch. Das Schlimme ist, dass das Folgen hat: Gegen Maskenpflicht vorzugehen, sich allem zu widersetzen." Das zeige, dass die AfD nicht bereit sei mitzumachen und zusammenzuhalten. Die AfD sage, man müsse nun mal hinnehmen, dass Menschen sterben. "Wer so abfällig über das Leben redet, der zeigt, dass er keine Verantwortung haben dürfte", so Söder.

Klaus Holetschek, der Staatssekretär im bayerischen Gesundheitsministerium, ergänzte: "Den Leuten, die draußen unvorsichtig sind, sage ich: Haltet Euch an die Regeln, wenigstens um dem Personal in der Uniklinik zu helfen."

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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Augsburg.

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