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Teil-Lockdown in der Gastronomie: Wirte bangen um Existenz | BR24

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Gastwirte leiden unter dem zweiten Lockdown des Jahres.

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Teil-Lockdown in der Gastronomie: Wirte bangen um Existenz

Die Gaststätten in Deutschland sind zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres geschlossen. Viele Einnahmen fallen weg, die auch durch Essen to go nicht kompensiert werden können. Statt Gäste zu bewirten, bangen die Wirte um ihre Existenz.

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Von
  • Marc Neupert

Im Oktober hat sich Christian Brieske in Nürnberg-Kraftshof seinen Lebenstraum erfüllt und mit dem "Schwarzen Adler" im Oktober ein eigenes Restaurant mit knapp 40 Sitzplätzen eröffnet. Drei Tage lang konnte er seine Gäste bewirten. Dann kam mit dem 1. November der Teil-Lockdown. Und er musste wieder schließen. Brieske versucht, optimistisch auf die Zeit danach zu blicken: "Wenn die uns wieder aufmachen lassen, dass die Leute dann Bock haben essen zu gehen."

Mitarbeiter im Kurzarbeit

Seine drei Mitarbeiter hat Brieske Anfang November in die Kurzarbeit geschickt – zu 100 Prozent. Wie lange, weiß er nicht. Denn dass die Gastronomie in Deutschland im Dezember wieder öffnen darf, bezweifelt der 35-Jährige im Moment. Er befürchtet, dass der Teil-Lockdown noch den halben Dezember andauern wird.

"So in der Luft zu hängen, das ist eigentlich meine größte Angst. Und so den Dezember zu verlieren, das wäre eigentlich eine Vollkatastrophe." Christian Brieske

Existenzängste bei den Gastwirten

Wenige Gastronomen sind jetzt noch optimistisch. Laut einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) haben mittlerweile vier von fünf Wirten Existenzängste. Sie befürchten, die Krise wirtschaftlich nicht zu überleben. Robert Horka ist DEHOGA-Sprecher und selbst Hotelier. Die Finanzhilfe in Höhe von 75 Prozent der Einnahmen aus dem November des Vorjahres werden vielen Wirten nicht reichen, um zu überleben, glaubt Horka. Gerade für junge Betriebe sei das ein Problem, weil sie noch Möglichkeit hatten, "sich ein Polster anzuschaffen".

Wirkt der Lockdown bei den Gastwirten?

Die Rufe nach einem Rettungsschirm für die Gastronomie werden lauter. Zudem zweifeln viele daran, dass die aktuelle Schließung der Gaststätten wirklich großen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. Schließlich sind die Corona-Zahlen seit Beginn des Shutdowns vor knapp zwei Wochen nicht wesentlich gesunken. Thomas Förster, der Betreiber des "Bratwurst-Rösleins" in Nürnberg glaubt daran, dass die Hygiene-Konzepte der Gastronomie sicher und ausreichend sind.

Sein Kollege Christian Brieske vom "Schwarzen Adler" hofft, dass er wenigstens noch einen Teil des Vorweihnachtsgeschäfts mitnehmen kann. Schließlich sind das die wichtigsten Wochen des Jahres für jeden Gastronomen.

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr müssen Gastronomie-Betriebe schließen. Der erneute Lockdown trifft die Restaurants hart. Die ersten Gaststätten in Franken geben auf. Wie bewirtschaftet man eine Gastwirtschaft in der Pandemie?

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