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Tegernseer Mordprozess: Angeklagte will aussagen | BR24

© pa/dpa/Sven Hoppe

Blick in einen Trakt des Gerichtsgebäudes für Amtsgericht, Landgericht I und II, Oberlandesgericht und Staatsanwaltschaft München.

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    Tegernseer Mordprozess: Angeklagte will aussagen

    Sie soll ihren Ehemann getötet und dann seine Totenruhe gestört haben. Deshalb muss sich seit Montag am Landgericht München eine 49-Jährige aus Tegernsee verantworten. Am Mittwoch will sie aussagen - "von A bis Z" wie sie angekündigt hat.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Eine Frau steht in München vor Gericht, weil sie ihren Mann getötet und seine Urne auf dem Friedhof wieder ausgegraben haben soll. Sie ist wegen Mordes und Störung der Totenruhe angeklagt - und kündigte zum Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht München II eine Aussage an: "Am liebsten würde ich alles von A bis Z sagen."

    Verteidiger kennt noch nicht alle Akten

    Dazu kam es aber zunächst nicht, weil ihr Verteidiger einwandte, dass er neue Akten noch nicht habe einsehen können. Die Aussage seiner Mandantin könne darum frühestens am zweiten Verhandlungstag stattfinden. Aus Akten, die der Vorsitzende Richter verlas, ging allerdings hervor, wie die Version der Angeklagten aussehen könnte: Ihr Mann habe sich selbst umgebracht.

    Anklage: Mord mit Insulin und Morphium

    Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Krankenschwester dagegen vor, ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung in Tegernsee im August 2018 mit verschiedenen Medikamenten getötet zu haben. Nachdem sie Sex mit ihrem Mann gehabt hatte, soll die Krankenschwester ihm statt eines verordneten Antidepressivums Schlafmittel gegeben haben. In seinem Dämmerschlaf soll sie dem Ehemann dann mehrfach Insulin gespritzt haben, obwohl er kein Diabetiker war. Als der Mann dennoch nicht starb, soll sie ihm schließlich Morphium verabreicht haben, woran er schließlich starb.

    Mutmaßliches Mordmotiv: Mann "zu nichts mehr nütze"

    Das mutmaßliche Mordmotiv beschreibt die Anklagebehörde so: Die Angeschuldigte habe entschieden, dass ihr Ehemann, von dem sie lange Jahre in erheblichem Ausmaß finanziell profitiert hatte, ihr nun zu nichts mehr nütze sei.

    Asche des Toten im Kopfkissenbezug

    Nach der Beisetzung soll die Witwe das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. Einen Teil der Asche habe sie in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens gefüllt, heißt es von der Anklagebehörde.

    Drei Kinder als Nebenkläger

    Als Nebenkläger in dem Verfahren sind die drei Kinder des Toten zugelassen. Nach Gerichtsangaben sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach Anfang November fallen.

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