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Technische Universität Nürnberg geht früher in Betrieb | BR24

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Die Stadt Nürnberg bekommt eine neue Universität

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Technische Universität Nürnberg geht früher in Betrieb

Die Gebäude stehen zwar noch nicht, doch mit Online-Angeboten soll die Technische Universität Nürnberg schon kommendes Jahr starten. Das hat das bayerische Kabinett bekannt gegeben.

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Die Technische Hochschule Nürnberg soll früher starten als ursprünglich geplant: Schon im kommenden Jahr soll der Lehrbetrieb beginnen – und zwar online. "Die Universität soll zum 1. Januar 2021 formell errichtet werden", heißt es in dem Bericht des bayerischen Kabinetts.

Studierende an der Technischen Uni Nürnberg ab 2023

Studierende an der geplanten Technischen Universität Nürnberg (TUN) sollen vom Wintersemester 2023/24 an ihre Masterstudiengänge belegen können. Auch würden erste Professuren besetzt. Ursprünglich war der Studienbeginn für 2025 vorgesehen. Mit der TUN gründet die bayerische Staatsregierung die zehnte staatliche bayerische Universität. Es ist die erste Neugründung einer Universität in Deutschland seit 25 Jahren.

Kosten der umstrittenen neuen Universität

Die Kosten für den Aufbau der neuen Einrichtungen werden derzeit mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die geplante Edel-Uni, so hofft die Bayerische Staatsregierung, entwickelt internationale Strahlkraft. 40 Prozent der Studierenden sollen aus dem Ausland kommen. Üblich sind zehn bis 15 Prozent. Unterrichtet werden sollen sie von nationalen und internationalen Spitzenwissenschaftlern fast ausschließlich auf Englisch. Statt in einer strengen Fächerstruktur soll an der TU Nürnberg in fächerübergreifenden Aktivitätsfeldern gelehrt werden.

Umstrittenes Projekt

Das Prestigeprojekt, das von dem aus Nürnberg stammenden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vorangetrieben wird, ist in Wissenschaftskreisen umstritten. Denn in der Region gibt es schon zahlreiche Hochschulen: In Nürnberg ist mit der Technischen Hochschule bereits eine ähnlich gelagerte Einrichtung angesiedelt. Auch die nur wenige Kilometer entfernte Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen befürchtet inhaltliche Überschneidungen.

Grüne kritisieren Sanierungsstau an bestehenden Unis

Die bayerischen Grünen kritisierten die Hochschulpolitik der Staatsregierung. Es sei zwar erfreulich, dass Nürnberg hochschulpolitisch gestärkt werde und die neue Universität zum Vorreiter der Digitalisierung werden könne. Dennoch besteht laut der hochschulpolitischen Sprecherin der Grünen, Verena Osgyan, die Gefahr, dass die Universität Erlangen-Nürnberg dabei zu kurz kommt. Insgesamt gebe es bei den bayerischen Hochschulen einen Sanierungsstau von fünf Milliarden Euro. "Da nützen die ganzen Leuchttürme nichts, wenn andernorts überall die Schiffe zerschellen", sagte Osgyan.

Keine Uni kommt laut Minister zu kurz

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) betonte, man müsse das Eine tun und dürfe das Andere nicht lassen. Für die Universität Erlangen seien erst in den vergangenen Wochen wichtige Projekte vorangebracht worden. "Das positive Votum des Wissenschaftsrats bestätigt uns darin, die TUN als Universität mit Modellcharakter für ganz Deutschland zu verwirklichen", erklärte Sibler.

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Kultusminister Bernd Sibler hat die Pläne für die neue, gar nicht unumstrittene, Technische Universität Nürnberg (TUN) in der Regionalzeit näher erläutert.

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