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Tech-Brille statt Kochbuch: Geht so das Kochen der Zukunft? | BR24

© Berit Breitsamer

Aus dem Rezeptbuch zu kochen war gestern. Zumindest, wenn es nach Vivien Bardosi geht. Die 26-Jährige hat eine Koch-App für eine AR-Brille entwickelt. So kann man Nachschlagen und hat doch immer die Hände frei.

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Tech-Brille statt Kochbuch: Geht so das Kochen der Zukunft?

Aus dem Rezeptbuch zu kochen war gestern. Zumindest, wenn es nach Vivien Bardosi geht. Die 26-Jährige hat eine Koch-App für eine AR-Brille entwickelt. So kann man Nachschlagen und hat doch immer die Hände frei. Ein Problem hat das Konzept aber noch.

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Vivien Bardosi steht in ihrer Münchner Küche für den Praxistest. Sie schaltet die von ihr entwickelte Koch-App auf ihrem Handy an. Sie steckt das Handy vorn in eine ziemlich klobige, innen mehrfach verspiegelte Pappbrille. Dann setzt sie diese ihrer Schwester Charlotte auf.

Infotafeln per Kopfbewegung anklicken

Die neuartige Brille ist ziemlich sperrig, sehr ungewohnt und durch das Handy vorne drin ganz schön schwer. Aber Charlotte sieht jetzt neben der Küche dazu eingeblendet kleine Infotafeln, die sie per Kopfbewegung anklicken kann.

Und so geht es weiter. Topf auf die Herdplatte, mittlere Hitze, zwei Esslöffel Butter. Für jeden noch so kleinen Schritt erscheinen kleine Infotafeln in der Brille immer genau dort, wo auch die Handlung stattfinden soll. Dafür wird die App vor jedem Gebrauch kurz auf die Umgebung eingestellt. Charlotte kämpft allerdings mit ihrem eingeschränkten Blickfeld.

Augmented Reality steckt noch in den Kinderschuhen

"Es ist ein bisschen schwierig, Ich muss wirklich immer mit dem Kopf mitgehen", sagt Charlotte. Ein unlösbares Problem - noch, erklärt Schwester Vivien. Ihre Brille ist zwar nur ein Papp-Prototyp, aber auch die hochwertigen AR-Brillen - "AR" steht für Augmented Reality, also erweiterte Realität - stecken da noch in den Kinderschuhen. Noch sind sie zu klobig und schwer, um ein angenehmes Kochen zu ermöglichen.

Trotzdem erfährt ihre Kochbrille jetzt schon viel Interesse. Vivien Bardosi hat die App an der Hochschule Augsburg als Masterarbeit entwickelt. Als sie kürzlich ihre Arbeit auf der Mensch und Computer-Konferenz in Hamburg vorgestellt hat, hatte sie damit einen Riesenerfolg. Bei Jury und Test-Publikum.

Gerade für Anfänger perfekt

Charlotte muss inzwischen Schalotten schneiden. Per Hilfebutton kann sie das passende Erklärvideo aufrufen. Als totale Kochanfängerin findet sie die App super. Es sei viel besser als ein Kochbuch. "Beim Rezeptbuch muss ich immer wieder zurückgehen und habe den nächsten Schritt schon vergessen", erklärt Charlotte. "Hier habe ich direkt über dem Schneidebrett meine Anweisung. Allerdings ist das Probieren, ob der Reis schon gar ist, mit der klobigen Brille ganz schön unpraktisch."

Kochbrille soll marktreif werden

Doch obwohl es bis zu einer bequemen Brille noch ein paar Jahre dauern wird, sucht Vivien Bardosi jetzt schon Kooperationspartner. Damit sie ihre App weiterentwickeln und auf den Markt bringen kann.