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TBC-Fall an der Uniklinik Würzburg – 200 Patienten bekommen Post | BR24

© Volker Hensel/BR Fernsehen

Heute wurde ein Fall aus Würzburg bekannt, wo ein Mitarbeiter der Universitätsklinik möglicherweise Patienten mit Tuberkulose angesteckt haben könnte. Von Mitte November an sollen Blutuntersuchungen stattfinden.

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TBC-Fall an der Uniklinik Würzburg – 200 Patienten bekommen Post

Rund 200 ehemalige Patienten des Uniklinikums Würzburg bekommen in den nächsten Tagen Post vom Gesundheitsamt Würzburg. Der Grund: Sie könnten sich im Monat September bei einem Mitarbeiter des Klinikums mit Tuberkulose angesteckt haben.

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Dass ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin akut an TBC erkrankt ist und jetzt selbst als Patient behandelt wird, hatten Uniklinikum und Gesundheitsamt Würzburg am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben. "Wir verschicken die Informationen heute und am Montag und fordern die Patienten ab Mitte November zu einer Blutuntersuchung auf", so am Freitag Dr. Tanja Kretschmann vom Gesundheitsamt Würzburg.

Ansteckung kann erst nach vier Wochen nachgewiesen werden

Hintergrund ist, dass eine mögliche Übertragung von Tuberkulose erst vier Wochen nach der Ansteckung im Blut nachweisbar ist. Eine Weiterverbreitung durch ehemalige Patienten schließt die Expertin so gut wie aus. Dies könnte nur der Fall sein, wenn sie Symptome einer akuten Erkrankung wie langanhaltenden Husten mit blutigem Auswurf, Fieber und Nachtschweiß aufweisen.

© Jürgen Gläser/BR-Mainfranken

Nachdem bekannt wurde, dass sich ein Mitarbeiter der Uniklinik Würzburg mit TBC infiziert hat, und möglicherweise 200 Patienten angesteckt hat, haben die Klinik und das zuständige Gesundheitsamt reagiert. Jürgen Gläser sprach mit den Zuständigen.

Uniklinikum bedauert Vorfall

Das Uniklinikum zeigt sich betroffen, dass ein Mitarbeiter unwissentlich mit offener Tuberkulose im Einsatz war, möchte jedoch die betreffende Station aus Gründen des Personenschutzes nicht nennen. Denn sonst könnten womöglich Rückschlusse auf die Identität des oder der Beschäftigten möglich sein, so Klinikchef Professor Georg Ertl. Welche Patienten aber auch Mitarbeiter möglicherweise infiziert worden sind, habe sich jedoch schnell eingrenzen lassen.

In den vergangenen zehn Jahren habe es am Uniklinikum Würzburg keinen vergleichbaren Fall gegeben. Aber auch mit Routineuntersuchungen bei der Einstellung lasse sich das nicht vollständig vermeiden.

DAHW warnt vor Hysterie

Im Zuge einer möglichen Ansteckung von Patienten am Uniklinikum Würzburg mit TBC warnt die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Würzburg am Freitag vor allzu großer Hysterie. Laut DAHW müsse zwischen der Infektion mit und einem Ausbruch der Krankheit müsse differenziert werden. "Für einen Patienten, der sich in einem schlechten Gesundheitszustand befindet, ist das Risiko einer TBC-Erkrankung tatsächlich höher", berichtet Daniel Gulati, Medizinischer Berater beim DAHW. Denn zwischen der Infektion und einem Ausbruch der Krankheit müsse differenziert werden. "Es ist wichtig, der hiesigen Bevölkerung bewusst zu machen, dass primär die Lebensumstände für den Ausbruch einer TB-Erkrankung entscheidend sind und wir hier in Deutschland überwiegend gut bis sehr gut versorgt sind – sowohl in medizinischer Hinsicht als auch unsere Lebensumstände betreffend", erklärt Gulati. "Laut aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation trägt jeder dritte Mensch weltweit den TB-Erreger in sich", fährt Gulati fort und sagt: "Doch zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst, wenn das Immunsystem des Infizierten geschwächt ist." Sei es aufgrund einer anderen Krankheit, aufgrund von Unterernährung oder wegen einer extremen Belastung durch Armut, Krieg oder andere existenzielle Bedrohungen.