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Taxifahren in Bayreuth: Eine Trennwand gegen Viren | BR24

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Über 50.000 Taxis sind normalerweise bundesweit im Einsatz - aktuell sind es die Hälfte. Wer zu Hause bleibt, der braucht eben auch kein Taxi. Neben den finanziellen Einbußen hat das Gewerbe noch ein anderes Problem: den Schutz vor dem Virus.

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Taxifahren in Bayreuth: Eine Trennwand gegen Viren

Die Corona-Pandemie trifft auch die Taxi-Branche hart. Einbußen bis zu 80 Prozent sind keine Seltenheit. Auch der Virenschutz im Taxi ist eine große Herausforderung. Ein Bayreuther Taxifahrer hat sich eine Trennwand einbauen lassen.

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Von
  • Kristina Kreutzer

Bargeldlos zahlen – durch eine Scheibe: Das könnte die Zukunft nach einer Taxifahrt werden. Für den Bayreuther Taxifahrer Rudi Schröder ist das seit gut einer Woche Alltag. Er hat sich als einer der ersten in Oberfranken eine Trennwand in sein Auto einbauen lassen. Sie soll ihn und seine Fahrgäste vor Tröpfcheninfektionen schützen.

"Ich fahre seit 40 Jahren Taxi, ich bin Taxler mit Begeisterung, und da muss man einfach reagieren, sich was einfallen lassen, denn langfristig kann sich das schon auszahlen. Aber das Taxigeschäft ist allgemein am Boden." Rudi Schröder, Taxifahrer aus Bayreuth

Trennwand aus Kunststoff

Die Trennwand besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, hat ein integriertes Fenster und soll vor Tröpfcheninfektion schützen. Eine Spezialfirma aus Bad Tölz baut sie ein. So eine Trennwand kann sich aber nicht jeder leisten. Sie kostet rund 1.000 Euro. Manche improvisieren daher mit einem Duschvorhang. Auch ist er Einbau in Limousinen schwieriger als in Großraumtaxen.

Empfehlungen für Taxifahrer

Generell gelten für Taxifahrer die allgemeinen Sicherheits-Vorgaben. Spezifischere Ansagen gibt es nicht, nur Empfehlungen vom Bundesverband – wie regelmäßiges Desinfizieren.

"Wir als Verband empfehlen den Fahrern in der Limousine zwei, im Großraum-Taxi maximal vier Personen mitzunehmen. Ehrlich gesagt finden diese Fahrten, wo sich Gruppen bilden, momentan aber eh nicht statt. Weil wir keine Leute von Clubs oder der Party nach Hause fahren." Michael Oppermann, Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V

Im ÖPNV sollen Fahrgäste und Personal ab sofort einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dazu zählen auch Taxen. Für die Fahrer keine Umstellung. Sie sind bereits alle mit Mundschutz unterwegs.

Betriebspflicht in Bayern gelockert

Bundesweit gilt für Taxen eine sogenannte Betriebspflicht. In Bayern wurde die aber gelockert. Das Angebot ist für die stark eingebrochene Nachfrage zu groß. Die Taxi-Branche steht vor vielen Herausforderungen. Auch, ob ein Virenschutz auf längere Zeit für alle gewährleistet sein kann, ist noch nicht klar.

Aufgeben ist für den Bayreuther Taxifahrer Rudi Schröder aber keine Option.

"Es geht weiter, und es muss weitergehen, und irgendwann muss auch wieder Licht am Ende des Tunnels kommen. Davon bin ich überzeugt." Rudi Schröder, Taxifahrer aus Bayreuth
© BR/Kristina Kreutzer

Um sich und seine Fahrgäste vor dem Coronavirus zu schützen, hat der Bayreuther Taxifahrer Rudi Schröder eine Trennwand einbauen lassen.

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