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Tausende Teilnehmer bei Menschenkette am Bodensee | BR24

© Felix Kästle/dpa

Gegner der Corona-Maßnahmen haben am Samstag am Bodensee demonstriert. Ziel war eine Menschenkette rund um den See. Insgesamt nahmen rund 4.000 Menschen teil, auch Befürworter von Corona-Maßnahmen waren gekommen.

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Tausende Teilnehmer bei Menschenkette am Bodensee

In Konstanz haben am Samstag Tausende für und gegen die Corona-Politik demonstriert. An der Menschenkette um den Bodensee beteiligten sich laut Polizei auf bayerischem Gebiet rund 4.000 Menschen. Die Veranstalter gehören zur "Querdenken"-Bewegung.

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Rund 4.000 Demonstranten haben nach Angaben der Polizei auf der bayerischen Seite an einer "Friedensmenschenkette" um den Bodensee teilgenommen. Die Menschenkette sollte um den See herumführen und damit vier Länder verbinden - Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz.

Polizei spricht von ruhigem Verlauf

Tatsächlich habe sie sich von der deutsch-österreichischen Grenze über Lindau bis nach Wasserburg und Nonnenhorn erstreckt. Einem Polizeisprecher zufolge konnte die Menschenkette im innerstädtischen Bereich von Lindau nahezu vollständig geschlossen werden. Insbesondere in ländlichen Gebieten blieben jedoch Lücken, teilweise über einen Kilometer.

Unter den insgesamt 11.000 Teilnehmern sei "alles dabei gewesen" - sowohl Befürworter als auch Gegner der Corona-Maßnahmen. Laut dem Polizeisprecher sei alles "friedlich und ruhig" verlaufen. Die Corona-Regeln, wie Abstandhalten und Maskenpflicht, seien weitgehend eingehalten worden.

Zahlreiche Parallel-Veranstaltungen

Bei einer parallel angemeldete Versammlung vor dem Valentin-Haider-Gymnasium zu den Themen "Aufklärung über alternative Sichtweisen zur Coronathematik" und "Appell an den Frieden, Menschlichkeit und Nächstenliebe" trafen sich laut Polizei in der Spitze etwa 150 Personen vor einem Bühnen-Truck. Die Hygiene-Regeln seien dabei weitgehend eingehalten worden.

Lediglich an einem Sammelpunkt, an dem sich rund 100 Teilnehmer zusammengefunden hatten, mussten die Einsatzkräfte an die Teilnehmer appellieren, die notwendigen Regeln einzuhalten.

Eine zum Thema "Fridays for Future" in der Stadthalle Lindau angemeldete Veranstaltung fiel laut Polizei aus. Zum Thema "Amnesty International – Gedenken Lampedusa" habe eine Versammlung am Lindauer Hafen mit in der Spitze circa zehn Personen stattgefunden. Am Leuchtturm sei ein vorangekündigter Infostand zum Thema "Menschenrechtsverletzungen in China" aufgebaut gewesen. Dort seien maximal zehn Personen gleichzeitig vor Ort gewesen.

FDP-Politikerin unter Teilnehmern

Gegendemonstranten aus verschiedenen Gruppierungen marschierten an der Menschenkette vorbei mit Bannern, auf denen sie sich klar zu den Corona-Maßnahmen bekannten. Vereinzelt kam es zu Diskussionen zwischen den Lagern.

Unter den Demonstranten am Bodenseeufer war auch die FDP-Politikerin Karoline Preisler, die schon selbst Corona-Patientin war und extra aus Mecklenburg-Vorpommern angereist war. "Heute ist der Tag, an dem die Demokratie verteidigt werden muss", sagte Preisler mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit. Mit einem Schild machte sie deutlich, dass sie selbst an dem Virus erkrankt war. "Ich finde es richtig und wichtig, dass Corona-Maßnahmen hinterfragt werden. Ich möchte aber, dass wir dafür demokratische Möglichkeiten nutzen - und gerne informiere ich", so die Politikern.

Aktion als Zeichen gegen Corona-Politik

Zahlen von den Veranstaltern, die mit der Menschenkette auch ein Zeichen gegen die Corona-Politik setzten wollten, gab es zunächst nicht. Ziel der Aktion sei es gewesen, Menschen zusammenzubringen, die sich in Corona-Zeiten entzweit hätten, sagte einer der Mitveranstalter, Gerry Mayr. Der Unternehmer veranstaltet am Sonntag in Konstanz auch eine Querdenken-Demonstration gegen Corona-Maßnahmen, zu der 4.500 Menschen angemeldet sind.

Für das gesamte Wochenende sind in der Bodensee-Stadt 29 Versammlungen und Demonstrationen angemeldet, 17 davon für Samstag. Rund 30.000 Menschen werden erwartet.

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