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Symbolbild: Hühner-Freilandhaltung unter Pappeln.
© BR/Johanna Schlüter

Autoren

Anita Bach
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Symbolbild: Hühner-Freilandhaltung unter Pappeln.

Wo geht es Legehennen besser: In Stall- oder Freilandhaltung? Jeder wird spontan sagen: draußen. Frische Luft und viel Platz zum Scharren - das ist artgerechte Haltung. Draußen haben die Tiere aber - im Gegensatz zum Stall - auch natürliche Feinde: Greifvögel.

Pappeln gegen den Hühner holenden Habicht

Jeden Morgen lässt Franz Wagner in Etzelberg bei Schrobenhausen 4.800 Legehennen aus ihren Ställen auf die Wiese. Ein Risiko, denn das Leben unter freiem Himmel ist nicht ungefährlich. Was tun, um die Tiere vor Angriffen aus der Luft zu schützen.

"Das Problem war, dass der Habicht ein leichtes Spiel gehabt hat und hat sich immer wieder ein Huhn geholt, das nächste war, dass die Hühner hauptsächlich sich im stallnahen Bereich aufgehalten haben, weil sie einfach einen Schutz gesucht haben und dann haben wir die Pappeln gepflanzt und das Huhn fühlt sich jetzt praktisch wie im Wald, das ist ja ein Waldtier und verteilt sich auch schön auf der Weide." Franz Wagner

Die Pappeln hat er in Vierer-Reihen auf drei Meter breiten Streifen im Abstand von sechs bis sieben Metern auf die Wiese beim Hof gepflanzt. Im Sommer nutzen die Hühner die Baumreihen auch als Sonnenschutz. Dazwischen wächst Gras, Futter für die Hühner. Im Gegenzug lassen die Hühner ihren Kot als Dünger zurück.

Experimente mit Holunder für Hühner

Doch warum gerade Pappeln? Der österreichische Energiewaldpionier Josef Zeilinger hat Franz Wagner die Pappelstecklinge verkauft:

"Wir haben sehr viel experimentiert, mit Holunder etwa und mit Weiden beziehungsweise mit Nüssen, aber die haben sich nicht so optimal geeignet, weil sie den Boden zumachen. Und die Hühner verstecken sich dann beziehungsweise legen die Eier hinein. Das wollen wir ja nicht. Wir wollen, dass unten schön frei ist und dass die Hühner am Abend wieder in den Stall zurückgehen. Drum eignet sich die Pappel hervorragend." Josef Zeilinger

Hackschnitzel aus Holz

Wie effektiv ist dieser Schutz vor dem Habicht, vor allem jetzt, wenn keine Blätter an den Pappeln sind? Franz Wagner:

"Ich weiß nicht genau. Aber ich denk einen 100-prozentigen Schutz wird es nicht geben, aber wenn er im Winter einmal in der Woche kommt, der Habicht, das ist kein wirtschaftlicher Schaden nicht." Franz Wagner

Der Greif holt längst nicht mehr so viele Hühner wie früher. Und noch einen Vorteil haben die Pappeln: Sie wachsen schnell, und wenn sie geschnitten werden, treiben sie am Stock wieder aus. Aus dem Holz macht Franz Wagner Hackschnitzel für seine Heizung. Das könnte sich über den Heizwert später rechnen. Doch vor allem geht es ihm um die Eier von seinen Hühnern - die will er nicht dem Habicht opfern.

Autoren

Anita Bach

Sendung

Mittags in Oberbayern vom 07.12.2018 - 12:05 Uhr