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Tausende Gläubige nahmen in München am traditionellen "Kreuzweg der Völker" teil.
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Tausende Gläubige nahmen in München am traditionellen "Kreuzweg der Völker" teil.

Der "Kreuzweg der Völker" mit Kardinal Reinhard Marx zieht am Vormittag nach der Eröffnung in der Jesuitenkirche St. Michael durch die Neuhauser und die Kaufingerstraße zum Marienplatz. Dort wird eine Andacht gehalten. Gläubige gestalten den Weg mit Passionsliedern und tragen an den einzelnen Stationen Texte vor, die anhand des Leidensweges Jesu Christi an die Nöte erinnern, die Menschen heute durchleiden müssen.

Marx: Christen sollen Hass und Misstrauen entgegentreten

Die christliche Prägung Europas wird nach Worten von Kardinal Reinhard Marx "erkennbar und spürbar" in einem "Miteinander der Völker und Nationen, in einem Geist der Versöhnung und des Friedens". Christen müssten "gerade in Europa dafür sorgen, dass nicht neu Hass und Misstrauen gegeneinander gesät werden", sagt der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt, die die Erzdiözese vorab veröffentlichte: "Wir wollen uns dort engagieren, im Geiste Jesu, wo Brücken zueinander gebaut werden."

💡 Was ist der "Kreuzweg der Völker"?

Der "Kreuzweg der Völker" ist die traditionelle Karfreitagsprozession in München, an der sich Menschen aus zahlreichen Nationen beteiligen. Der Kreuzweg war im Jahr 1998 zum ersten Mal in der Fußgängerzone gebetet worden. Vor allem Gläubige aus spanischsprachigen Ländern sowie aus Italien und Vietnam hatten sich dafür eingesetzt, die Tradition der Karfreitagsprozessionen in der bayerischen Landeshauptstadt wieder aufleben zu lassen. (Erklärt von Birgit Grundner, Redaktion Oberbayern)

Gesellschaftliches Engagement und Menschenrechte

Christen seien "Menschen der Versöhnung", die Gräben überwinden, Streit beenden, ein Miteinander ermöglichen und Gemeinsamkeit suchen könnten. Diesen Geist sollten sie nicht nur untereinander leben, "sie sollen ihn einbringen in unsere Gesellschaft, in unser Gemeinwesen", sagt Marx.

Marx erklärt zudem, dass sich die Gläubigen am Karfreitag mit jenen Christen besonders verbunden wüssten, die wegen ihres Glaubens verfolgt und benachteiligt würden.

"Wenn wir für die Rechte der Christen überall auf der Welt eintreten, besonders für die Rechte der Christen in totalitären Staaten und fanatisierten Gesellschaften, dann kämpfen wir damit auch für alle, deren Menschenrechte mit Füßen getreten werden, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis." Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising

Immer wieder hört man, dass der Karfreitag in der evangelischen Kirche sogar der höchste Feiertag wäre. Aber stimmt das?

Immer wieder hört man, dass der Karfreitag in der evangelischen Kirche sogar der höchste Feiertag wäre. Aber stimmt das?