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MVV - Der Münchner Verkehrsverbund.
© BR/Lisa Hinder

Autoren

Anton Rauch
Gerhard Brack
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MVV - Der Münchner Verkehrsverbund.

Sie haben jahrelang diskutiert und Modelle ausrechnen lassen, die Gesellschafter des Münchner Tarif- und Verkehrsverbundes MVV. Dann hatten sich Freistaat, Stadt und Landkreise um München schon auf eine Vereinfachung des komplizierten Tarifsystems geeinigt, aber ohne Extra-Zuschüsse. Deshalb haben die protestiert, für die es deutlich teurer geworden wäre. Kurz vor der Landtagswahl dann die Ankündigung von Ministerpräsident Söder: Auch der Freistaat zahlt 35 Millionen Euro und siehe da: Die neu berechnete MVV-Reform ist heute Nachmittag beschlossen worden.

Freude über MVV-Reform

Strahlende Gesichter im Münchner Rathaus. Die nachgebesserte MVV-Reform gefällt den Gesellschaftern vom Freistaat über die Stadt bis zu den Landkreisen gleichermaßen. Bernd Rosenbusch, der neue MVV-Geschäftsführer freut sich, dass er jetzt die Einigung präsentieren kann.

"Das ist quasi ein Geschenk für alle Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, die Preise sinken ja teilweise wirklich deutlichst geradezu. Also die Vielfachkunden, die Abonnementgeschichte, die Monatskartenbesitzer, die sparen sich richtig viel Geld. Im Grunde ist das jetzt wirklich eine tolle Reform geworden." MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch

Rosenbusch und sein Team müssen in den nächsten Monaten Infomaterial vorbereiten und Softwarelösungen erarbeiten.

Zustimmung von Stadt und Kreistagen nötig

Damit die Reform wirklich in Kraft treten kann, müssen die Parlamente noch zustimmen, also auch der Münchner Stadtrat und die Kreistage. Das dürfte jetzt kein Problem mehr sein. Robert Niedergesäß, Landrat von Ebersberg und Sprecher der Landkreise im MVV:

"Jetzt haben wir eine wirklich gute Reform erzielen können, dadurch, dass wir Nachverhandlungen eingefordert haben, hat der Freistaat Bayern letztlich 35 Millionen Euro in die Tarifreform eingespeist und zwar jährlich, damit können wir einige Härten abbauen. Die Einpendler in den Münchner Außenraum fahren jetzt günstiger als bisher, zumindest nicht teurer. Die Senioren fahren jetzt auch wieder, wie sie es gewohnt sind, sie zahlen jetzt auch nicht mehr, die Stammkunden zahlen wesentlich weniger als bisher und bekommen insgesamt sieben Prozent Tarifsenkung. Das sind 70 Millionen Euro, die der Freistaat, die Landeshauptstadt und die Landkreise einbringen, da konnte man jetzt was Gutes erzielen." Robert Niedergesäß, Landrat von Ebersberg und Sprecher der Landkreise im MVV

Das ist die große Neuerung der MVV-Reform: Direkte Zuschüsse zur Verbilligung von Fahrtickets auch vom Freistaat. Das freut die Pendler, deren Monatskarten zum Teil deutlich billiger werden. Hier können Sie nachlesen, wieviel Ihr Tarif künftig kosten wird.

Ein Erfolg fürs Umland und auch für die Stadt

Von der neuen großen München-Zone (hier geht es zur Übersicht über die künftige M-Zone) profitieren aber auch die Stadtbewohner. Das war Oberbürgermeister Dieter Reiter wichtig:

"Was ich für München sagen kann, ist, dass es für alle günstiger wird oder die Leistung deutlich höher wird und nicht teurer wird. Konkret heißt das: Für diejenigen, die in München bisher vier Ringe hatten, wird es um 30 Prozent günstiger, für die, die bisher drei Ringe abonniert hatten, wird es um 17 Prozent günstiger - und für alle, die bisher zwei Ringe abonniert hatten, wird es nicht teurer, aber sie können trotzdem den gesamten M-Berich befahren. Das ist eigentlich eine unglaublich gute Nachricht!" Oberbürgermeister Dieter Reiter

Die Monatskarte für den künftigen großen Innenraum, die M-Zone, die bis in Gemeinden wie Aschheim, Ottobrunn, Planegg oder Karlsfeld reicht, kostet künftig 55,60 Euro. Hier geht's zur Übersicht über das neue MVV-Tarifnetz.

Der Fahrgastverband Pro Bahn lobt, dass künftig mehr S-Bahnen im 20-Minutentakt fahren, bezweifelt aber, dass die Fahrkarten für S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram im MVV langfristig günstiger bleiben. Beim übernächsten Fahrplanwechsel jedenfalls im Dezember des nächsten Jahres gelten die Reformtarife.

MVV-Tarifreform: Positive Reaktionen aus der Landeshauptstadt und dem Münchner Umland.

MVV-Tarifreform: Positive Reaktionen aus der Landeshauptstadt und dem Münchner Umland.

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Anton Rauch
Gerhard Brack

Sendung

Regionalnachrichten aus Oberbayern vom 23.11.2018 - 17:30 Uhr