BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Tandlers "Hotel zur Post" für 4,25 Millionen zwangsversteigert | BR24

© BR/Werner Teufl

Jetzt wurde das "Hotel zur Post" zwangsversteigert, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen.

2
Per Mail sharen
Teilen

    Tandlers "Hotel zur Post" für 4,25 Millionen zwangsversteigert

    Das denkmalgeschützte "Hotel zur Post" in Altötting ist versteigert worden. Den Zuschlag erhielt die Regensburger Firma VivaPlan, die es modernisieren will. Das traditionsreiche Hotel hatte einst dem früheren CSU-Politiker Gerold Tandler gehört.

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    Mit der Versteigerung des Altöttinger "Hotels zur Post" am Kapellplatz für 4,25 Millionen Euro wurde der Verkehrswert um mehr als eine Millionen Euro übertroffen. Den Zuschlag bekam die Firma VivaPlan mit Sitz in Regensburg. Sie will den Gebäudekomplex grundlegend modernisieren.

    Neuer Eigentümer will sanieren und modernisieren

    Das Dach müsse repariert werden, Wasserschäden im Kellergeschoss müssten behoben werden, so der neue Eigentümer, Fenster und Türen sollen ausgewechselt, die Bäder komplett erneuert werden, das ganze Haus wird innen und außen neu gemalert.

    "Wir freuen uns riesig über diesen Zuschlag und die Möglichkeit, an diesem wunderschönen Ort der Stadt Altötting ein ebenso wunderschönes 4-Sterne-Haus zurück zu bringen. Der Glanz vergangener Tage muss wieder Einzug finden." VivaPlan-Geschäftsführer Thomas Weidlich

    Weiter verspricht die Firma, "sämtliches Mobiliar in allen Hotelzimmern" werde neu angeschafft "und noch so einiges mehr." Ende Oktober 2020 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.

    Hotel zur Post wird vorübergehend geschlossen

    Während der Modernisierung müsse das Haus leider geschlossen werden, teilte der neue Eigentümer mit:

    "Lange haben wir mit unseren Fachleuten überlegt, wie es nach einer erfolgreichen Ersteigerung weiter geht, u. a. haben wir über eine Sanierung im laufenden Betrieb diskutiert. Dies würde aber sowohl für Mitarbeiter als auch für Gäste untragbare Zustände mit sich bringen, zu groß sind die notwendigen Maßnahmen. Daher haben wir uns für eine vorübergehende Schließung entschieden." VivaPlan-Geschäftsführer Stefan Czesch

    Bereits jetzt sucht die Firma Mitarbeiter, die nach der Wiedereröffnung im dann renovierten "Hotel zur Post" arbeiten wollen.

    Tandler sanierte das "Hotel zur Post" ab 1975

    Der große Hotelanlagenkomplex ist weit über die Grenzen der Wallfahrtsstadt hinaus bekannt. Seit Mitte der 1970er-Jahre war er im Besitz der Familie Tandler. Gerold Tandler hatte 1975 mit seiner Frau den Zucalli-Bau, der im 17. Jahrhundert errichtet worden war, gekauft und ihn grundlegend saniert.

    Tandler-Töchter wehrten sich bis zuletzt gegen Zwangsversteigerung

    Gerold Tandler war langjähriger Landtagsabgeordneter, CSU-Generalsekretär und bekleidete bis in die 1990er-Jahre mehrere Ministerposten unter Franz Josef Strauß und Max Streibl. Infolge der "Zwick-Affäre" gab Tandler 1991 sein Landtagsmandat auf und wechselte als Vorstandsmitglied der Linde AG in die Wirtschaft. Heute ist er 82 Jahre alt und in Pension. Seine Töchter Gabriele Tandler-Langhammer und Andrea Tandler, die seit 2015 Eigentümerinnen der "Post" waren, hatten sich bis zuletzt vor dem Amtsgericht gegen die Zwangsversteigerung gewehrt.